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Heimlich schwule Actionhelden?

Heimlich schwule Actionhelden? Debatte um Homoerotik im neuen Actionthriller „In The Grey“

ms - 19.05.2026 - 16:00 Uhr
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Guy Ritchies neuer Actionthriller „In The Grey“ mit Jake Gyllenhaal und Henry Cavill hat bislang in den USA nach einer Woche Spielzeit nur geringe Einnahmen an den Kinokassen erzielt. Medienberichten zufolge spielte der Film am Startwochenende lediglich rund drei Millionen US-Dollar ein – ab Donnerstag ist der Film auch in deutschen Kinos zu erleben. Die Produktion setzt dabei auf bekannte Stars und einen Regisseur, der mit Filmen wie „Snatch“ oder den „Sherlock Holmes“-Blockbustern internationale Erfolge feierte. Eines indes wird im PR-Trubel kaum erwähnt: die homoerotischen Schwingungen zwischen den beiden Hauptdarstellern. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Guy Ritchies neuer Actionfilm „In The Grey“ mit Jake Gyllenhaal und Henry Cavill ist mit schwachen Kinozahlen in den USA gestartet.
  • Kritiker und Zuschauer sehen in der Beziehung der Hauptfiguren starke homoerotische Untertöne.
  • Besonders die Dynamik zwischen den beiden Söldnern sorgt online für Diskussionen.
  • Filmkritiker bemängeln, das Studio habe dieses Element im Marketing kaum genutzt.
  • Der Film läuft am Donnerstag auch in den deutschen Kinos an. 

Heimlich schwules Action-Paar?

Im Mittelpunkt des Films stehen die beiden Söldner Sid und Bronco, gespielt von Cavill und Gyllenhaal. Sie arbeiten für eine Anwältin namens Rachel und sollen einen skrupellosen Diktator aufspüren. Zahlreiche Kritiker sehen zwischen den beiden Figuren jedoch weit mehr als nur eine klassische Männerfreundschaft. Der Filmkritiker Benjamin Lee vom britischen Guardian schrieb so, die beiden Figuren seien „für alle Absichten und Zwecke ein schwules Paar“. Statt die Beziehung der Männer lediglich als typische „Bromance“ anzulegen, zeige der Film eine auffällig emotionale Nähe zwischen den Figuren. Dabei verzichtet der Film demnach erfreulicherweise weitgehend auf klassische Witze über vermeintlich „männliche“ Unsicherheiten. Zwar gebe es Anspielungen auf Themen wie Gleitgel oder Gefängnissex, die Figuren reagierten darauf jedoch nicht mit Ablehnung oder Abscheu. Vielmehr wirke der Umgang damit selbstverständlich.

Liebesbekundung vor gefährlichem Einsatz

Besonders häufig diskutiert wird eine Szene, in der Sid und Bronco sich als Ehepaar ausgeben, um Zugang zu einem Hotel zu erhalten. Die beiden würden dabei nicht überzeichnet auftreten, sondern schlicht als Paar akzeptiert werden. Auch ein Dialog, in dem Bronco seinen Kollegen beiläufig als „meinen Mann“ bezeichnet, sorgt online für Aufmerksamkeit. Der Kritiker Matt Zoller Seitz hob zudem eine Szene hervor, in der Bronco Sid kurz vor einem gefährlichen Einsatz „Ich liebe dich“ zuruft. Sid antworte zwar wortlos, bestätige die Aussage aber mit einem Blick. „Der Moment ist lustig, aber er wird nicht als Witz behandelt“, schrieb Seitz.

Erinnerungen an Brokeback Mountain

Auch Vergleiche zu „Brokeback Mountain“ werden gezogen. Gyllenhaal spielte dort bereits einen sensiblen Cowboy an der Seite des verschlossenen Charakters von Heath Ledger. Einige Kritiker sehen darin Parallelen zu der Dynamik zwischen Bronco und Sid. Trotz der Diskussionen blieb die öffentliche Aufmerksamkeit für „In The Grey“ bislang gering. Kritiker verweisen darauf, dass es kaum große Premieren, Interviews oder Social-Media-Kampagnen gegeben habe. Medienberichten zufolge wurde der Kinostart mehrfach verschoben, bevor der Film schließlich vom kleineren Verleih Black Bear Pictures übernommen wurde.

In sozialen Netzwerken wird inzwischen spekuliert, dass gerade die homoerotischen Untertöne stärker hätten beworben werden können. Ein Nutzer schrieb auf X: „ Dieser Film war schwule, und niemand kann mich vom Gegenteil überzeugen.“ Der Film selbst definiert die Beziehung seiner Hauptfiguren nie ausdrücklich als romantisch. Dennoch sehen viele Zuschauer darin deutlich mehr als nur die übliche Partnerschaft zweier Actionhelden. Vielleicht fehlte Madonnas Ex-Mann Guy Ritchie auch einfach der Mut, ganz offen zwei schwule Actioncharaktere zu vermarkten? Schade eigentlich in Zeiten von „Heated Rivalry“.  

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