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Statement von Eloy de Jong Schwulsein in einer Boyband? Damals ein No-Go!

Von ms - 18.05.2026 - 16:30 Uhr
Offenes Statement von Eloy de Jong
Foto: IMAGO / Horst Galuschka
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Schlagerstar Eloy de Jong hat in einer neuen Fernsehdokumentation offen über die schwierigen Bedingungen für homosexuelle Künstler in der Boyband-Szene der 1990er-Jahre gesprochen. Der heute 53-Jährige schildert darin den enormen Druck, seine Homosexualität während seiner Zeit bei der erfolgreichen Popgruppe „Caught In The Act“ geheim zu halten.

Das Wichtigste im Überblick

  • Eloy de Jong berichtet in einer neuen RTL-Dokumentation über den Druck in der Boyband-Welt der 90er-Jahre.
  • Der Sänger musste seine Homosexualität während der Zeit bei „Caught In The Act“ geheim halten.
  • Ein Outing galt damals laut de Jong als karriereschädigend.
  • Gemeinsam mit Boyzone-Star Stephen Gately gehörte er später zu den ersten offen schwulen Boyband-Mitgliedern.

Schwulsein als No-Go

Mit der Band, zu der außerdem Bastiaan Ragas, Benjamin Boyce und Lee Baxter gehörten, wurde de Jong Mitte der 90er-Jahre schlagartig bekannt. Nach einem Auftritt in der RTL-Serie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ entwickelte sich die Gruppe zu einem der erfolgreichsten Boybands der damaligen Zeit. In der RTL-Dokumentation „70 Jahre Bravo – Das große Jubiläum“ erklärt de Jong, dass ein öffentliches Coming-Out damals undenkbar gewesen sei. „Schwul sein war damals ein No-Go“, so der Sänger rückblickend.

Besonders prägend sei eine Aussage des damaligen Managements gewesen. „Unser Manager sagte mal: ‚Zum Glück gibt's keine schwulen Männer in meiner Band.‘ Wenn du das hörst als junger Mann, dann war klar: Das war nicht möglich.“ Den Bandmitgliedern sei vermittelt worden: „Wenn man in einer Boyband erfolgreich sein will, dann muss man für die Mädchen zu haben sein.“

Beziehung mit Stephen Gately

Der Druck führte laut de Jong zu teils absurden Situationen. Während eines Auftritts bei Bravo TV wurde er gefragt, wie seine Traumfrau aussehen müsse. Obwohl er sich nie Gedanken über eine ideale Frau gemacht habe, antwortete er damals dennoch entsprechend den Erwartungen. „Das war nicht gelogen. Nur habe ich im Kopf halt das Geschlecht getauscht“, erinnert er sich. Eine besondere Rolle spielte die Jugendzeitschrift Bravo später auch in seinem Privatleben. Nach einer Veranstaltung der Bravo Super Show lernte de Jong den Boyzone-Sänger Stephen Gately kennen. Die beiden wurden ein Paar und führten ihre Beziehung bis 2002.

„Er war damals meine große Liebe. Wir hatten Spaß und haben uns viel Kraft gegeben“, sagt de Jong in der Dokumentation. Gleichzeitig sei die Beziehung über Jahre von Angst begleitet gewesen. „Jahrelang hatten wir so Angst“, berichtet der Sänger. Die Sorge, ihre Beziehung könne öffentlich gemacht werden, habe beide stark belastet. Schließlich entschieden sich die beiden Musiker, selbst an die Öffentlichkeit zu gehen. Damit wurden sie zu den ersten Boygroup-Stars mit öffentlichem Coming-Out. Die Bravo berichtete damals mit der Schlagzeile: „Steve & Eloy: ‚Ja, wir lieben uns!‘“

„Das war die wichtigste Story meines Lebens“, sagt de Jong rückblickend. Dass auf dem Titelblatt stattdessen Britney Spears zu sehen gewesen sei, habe zugleich gezeigt, „wie die 'Bravo' funktioniert hat“. Seinem 2009 verstorbenen ehemaligen Partner widmete de Jong Jahre später auch musikalisch ein Denkmal. 2018 veröffentlichte er mit „Egal, was andere sagen“ eine deutsche Version des Boyzone-Hits „No Matter What“.

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