Direkt zum Inhalt
King Charles III.

King’s Speech des Königs Verbot von Konversionstherapien abermals angesprochen

ms - 15.05.2026 - 10:30 Uhr
Loading audio player...

Der britische König Charles III. (77) hat in der jährlichen „King’s Speech“ erneut die Einführung eines Gesetzes gegen Konversionstherapien angekündigt. Die Regierung der Labour-Partei werde demnach entsprechende gesetzliche Regelungen auf den Weg bringen. Klappt es dieses Mal wirklich oder muss sich die Community erneut auf leere Versprechungen einstellen?

Das Wichtigste im Überblick

  • König Charles III. hat in der „King’s Speech“ erneut ein Gesetz gegen Konversionstherapien angekündigt.
  • Die britische Regierung plant ein Verbot sogenannter Konversionspraktiken seit 2018.
  • Ein entsprechendes Gesetz wurde bereits in der Vergangenheit mehrfach angekündigt, aber nicht umgesetzt.
  • Menschenrechtsorganisationen kritisieren die anhaltenden Verzögerungen.
  • Auch Amnesty International fordert ein gesetzliches Verbot.

Gesetz gegen Konversionstherapien

Im Rahmen der feierlichen Eröffnung des Parlaments in Westminster stellte der Monarch die politischen Vorhaben der Regierung für das neue Parlamentsjahr vor. Dabei erklärte er, die Regierung werde einen Gesetzentwurf zu sogenannten Konversionstherapien ausarbeiten. Ziel sei ein Verbot von Maßnahmen, die darauf abzielen, die sexuelle Orientierung oder die Geschlechtsidentität eines Menschen zu verändern. Bereits in der vorherigen „King’s Speech“ war ein solches Gesetzesvorhaben angekündigt worden. Damit wurde die geplante Einführung eines Verbots zum zweiten Mal in Folge in der Thronrede erwähnt. Eine gesetzliche Umsetzung steht jedoch weiterhin aus. 

Zuvor hatte die Regierung eine für April gesetzte Frist zur Vorlage eines entsprechenden Gesetzes verpasst. Diese Frist geht auf eine Initiative der früheren Premierministerin Theresa May aus dem Jahr 2018 zurück und war später auch Bestandteil des Wahlprogramms der Labour-Partei im Jahr 2024. Inzwischen seit acht Jahren wird in Großbritannien um ein Verbot der menschenverachtenden Therapieangebote gerungen, bisher scheiterte ein Gesetz immer an Detailfragen. 

Kritik von queeren Verbänden 

Menschenrechtsorganisationen kritisieren die anhaltenden Verzögerungen. Der Geschäftsführer der queeren Organisation Stonewall, Simon Blake, sagte: „Vier verschiedene Premierminister haben versprochen, diese abscheulichen Konversionspraktiken zu verbieten, daher ist dies eine inakzeptable Situation.“ Er ergänzte: „Wir leben in turbulenten Zeiten für die Rechte von LGBTIQ+-Personen, und viele Menschen in der Community fühlen sich zunehmend ängstlich und besorgt.“

Weiter sagte Blake: „Jeder Tag, an dem die Gesetzgebung verzögert wird, verstärkt das Gefühl, dass die Regierung nicht zuhört oder sich nicht um LGBTIQ+-Personen kümmert, und setzt immer mehr Menschen dem Risiko von Schaden durch diese Missbräuche aus.“

Auch Amnesty International UK forderte das Parlament zum Handeln auf. Die Organisation hatte im Jahr 2025 mindestens zwölf Gruppen identifiziert, die im Vereinigten Königreich Konversionstherapien fördern oder anbieten. Vier dieser Gruppen hätten zwischen 2019 und 2023 rund zwei Millionen Pfund ausgegeben – ein Anstieg von 165 Prozent. Unterstützung für Betroffene wird unter anderem über die „Galop National Conversion Practices Helpline“ angeboten. Eine Studie legte letztes Jahr dar, dass rund 31 Prozent der LGBTIQ+-Menschen in Großbritannien bereits eine solche Umpolungs-Therapie erleiden mussten. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Angriff nach WM-Partie

Deutscher Fan in Toronto verletzt

Ein deutscher Fußballfan berichtet von einem mutmaßlich homophoben Übergriff nach dem Besuch eines WM-Spiels in Kanada.
Festnahme in Thailand

Adult-Creator inhaftiert

Ein südkoreanischer Content-Creator von Erwachsenen-Inhalten ist in Thailand wegen expliziter Online-Inhalte und Drogenbesitzes festgenommen worden.
Italienische Pride-Kampagne

Video-Clip berührt hoch emotional

Ein Pride-Video eines italienischen Immobilienportals sorgt mit einer sehr emotionalen Geschichte über Akzeptanz für große Resonanz im Netz.
Anti-LGBTIQ+-Gesetze weltweit

Religiöser Einfluss ist prägend

Die weltweite Verteilung von Staaten mit Anti-Homosexuellen-Gesetzen verschiebt sich zunehmend zwischen Christentum und Islam.
Homosexuelle Veteranen

Entschädigungsfrist läuft ab

Mehr als 1.000 homosexuelle Veteranen könnten in Großbritannien trotz Anspruchs auf Entschädigung leer ausgehen, weil die Antragsfrist bald endet.
Neue Debatte über Nmecha

Ein homophober Nationalspieler?

Erneute Debatte: DFB-Präsident Bernd Neuendorf erklärte jetzt, er sieht bei Nationalspieler Felix Nmecha keine homophoben Einstellungen.
Flucht aus den USA

Queere Menschen verlassen das Land

Immer mehr LGBTIQ+-Menschen aus den USA suchen wegen politischer Entwicklungen Schutz im Ausland, während die US-Asylpolitik immer restriktiver wird.
Zehn Jahre Kyiv Pride

Tausende protestierten in Kiew

In Kiew demonstrieren Tausende für LGBTIQ+-Rechte und rechtliche Gleichstellung, insbesondere der Wackel-Politik der ukrainischen Regierung.
Quo vadis Großbritannien

Starmer geht, Burnham kommt?

Der britische Premier Keir Starmer ist zurückgetreten, Andy Burnham gilt als möglicher Nachfolger gilt – doch was bedeutet das für LGBTIQ+-Menschen?