Anstieg der Hasskriminalität Angriffe auf LGBTIQ+-Menschen haben sich verdreifacht
Die Zahl der Straftaten gegen queere Menschen in Nordrhein-Westfalen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Das geht aus aktuellen Daten des Landeskriminalamts (LKA) hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Auch in Hessen sind demnach die Fallzahlen erneut stark angestiegen.
Das Wichtigste im Überblick
- Die Zahl queerfeindlicher Straftaten in Nordrhein-Westfalen und Hessen ist stark gestiegen.
- Laut NRW-Landeskriminalamt wurden 2024 insgesamt 284 Fälle registriert, 2022 hatte die Zahl noch bei 86 Straftaten gelegen.
- In Hessen wurden 2024 insgesamt 141 Fälle erfasst, nach 135 im Jahr zuvor; 2022 lag die Zahl noch bei 33.
- Fachleute gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.
- Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) spricht von wachsender Radikalisierung und Intoleranz.
Queerfeindliche Straftaten in Nordrhein-Westfalen
Demnach wurden im vergangenen Jahr 284 Straftaten in NRW registriert, die sich gegen die sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Vielfalt richteten. Im Jahr 2022 hatte die Zahl noch bei 86 Fällen gelegen. Nach Angaben des LKA entspricht dies mehr als einer Verdreifachung innerhalb von vier Jahren. Gegenüber dem Vorjahr betrug der Anstieg 28 Prozent. Fachleute gehen allerdings davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Vorfälle deutlich höher liegen könnte. Viele Betroffene würden Übergriffe aus Angst oder Scham nicht bei der Polizei anzeigen. Dadurch sei von einer erheblichen Dunkelziffer auszugehen.
Mehr queerfeindliche Angriffe in Hessen
Die hessische Polizei hat in den vergangenen Jahren ebenso eine zunehmende Zahl queerfeindlich motivierter Straftaten festgestellt. Dazu zählen unter anderem Beleidigungen und Körperverletzungen gegen Menschen, die nicht dem heterosexuellen Normbild entsprechen. Das erklärte jetzt Innenminister Roman Poseck (CDU) nach einer parlamentarischen Anfrage. Demnach wurden im vergangenen Jahr 141 entsprechende Straftaten registriert. Im Jahr davor lag die Zahl bei 135 Fällen. 2023 waren es 83 Straftaten, 2022 noch 33 erfasste Fälle. Damit zeigt sich über mehrere Jahre hinweg ein deutlicher Anstieg.
Innenminister Poseck äußerte sich besorgt über die Entwicklung. „Die Landesregierung sieht den stetigen Anstieg queerfeindlicher Straftaten mit Sorge. Dieser Trend ist auch Ausdruck zunehmender Radikalisierung, Verrohung und Intoleranz in der Gesellschaft“, sagte er. Die Landesregierung setze daher auf eine konsequente Strafverfolgung sowie auf verstärkte Präventionsarbeit. Nach Angaben des Innenministeriums gibt es ähnlich wie in NRW innerhalb der hessischen Polizei spezielle Ansprechpersonen für Opfer entsprechender Hasskriminalität. Zudem werde das Thema in der polizeilichen Aus- und Fortbildung stärker berücksichtigt. Für Betroffene stünden in Hessen verschiedene Beratungs- und Unterstützungsangebote zur Verfügung.