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Reizgas in Schwulenclub Mehrere Verletzte in beliebtem Szenetreffpunkt in Belgrad

Von ms - 15.05.2026 - 13:00 Uhr
Reizgas in Schwulenclub
Foto: iStock / master1305 / Bearbeitung FASH Medien KI
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Nach einem Angriff mit Reizgas auf einen schwulen Club in der serbischen Hauptstadt Belgrad haben LGBTIQ+-Organisationen vor zunehmender Gewalt gegen sexuelle Minderheiten gewarnt. Mehrere Menschen erlitten nach Angaben von Aktivisten vor Ort schwerwiegende Atembeschwerden und gerieten in Panik.

Das Wichtigste im Überblick

  • In einem Schwulen-Club in Belgrad wurde während einer Drag-Veranstaltung Reizgas versprüht.
  • Mehrere Gäste klagten über Husten und Atemprobleme.
  • Eine LGBTIQ+-Organisation spricht von einem mutmaßlich queerfeindlichen Angriff.
  • Einer der Verdächtigen soll anhand von Videoaufnahmen identifiziert worden sein.
  • Aktivisten werfen Polizei und Justiz mangelndes Vorgehen gegen Hassgewalt vor.

Reizbar während Drag-Show

Der Vorfall ereignete sich in der Nacht auf Sonntag im Club „Mornar“ („Matrose“), einem bekannten Treffpunkt der schwulen Szene in Belgrad. Nach Angaben der Organisation „Da se zna!“ (DSZ)  betraten drei Männer das Lokal während einer Drag-Party und versprühten ohne Vorwarnung Reizgas unter den Gästen. Demnach soll einer der mutmaßlichen Täter zuvor auch Menschen direkt vor dem Club bedroht haben. Wenig später sei er gemeinsam mit zwei weiteren Männern zurückgekehrt. Anschließend seien die drei in das Lokal eingedrungen und hätten das Gas versprüht.

Durch den Reizstoff kam es laut der Organisation bei mehreren Anwesenden zu Hustenanfällen, Atembeschwerden und Panik. Der Vorfall wurde der Polizei gemeldet. DSZ erklärte, anhand von Videoaufnahmen habe einer der Angreifer bereits sehr zeitnah identifiziert werden können.

Verstärkt Angriffe auf Community 

Die Organisation warnte zugleich vor einer zunehmenden Zahl queerfeindlicher Übergriffe in Serbien. Besonders in Belgrad würden Treffpunkte der LGBTIQ+-Community immer häufiger Ziel von Angriffen. Bereits im vergangenen Oktober war es nach Angaben der Aktivisten zu ähnlichen Vorfällen gekommen. Damals seien vor der Bar „Guvernanta“ queerfeindliche und neonazistische Graffiti angebracht worden. Zudem sei auch in den Club „Mornar“ eingebrochen worden. Später habe es außerdem einen körperlichen Angriff in der Bar „Guvernanta“ gegeben. 

Auch am Platz der Republik in Belgrad seien im selben Zeitraum mehrere homosexuelle und queere Personen körperlich attackiert worden, teilte die Organisation mit. Die Aktivisten kritisierten dabei vor allem auch Polizei und Staatsanwaltschaft scharf. Die Behörden hätten auf mehrere Vorfälle nicht angemessen reagiert. Nach Angaben der Organisation wurden in diesem Jahr bislang mindestens 110 Übergriffe oder Vorfälle gegen Homosexuelle registriert.

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