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Skurrile Klage gegen Sohn Vater will Geld für Konversionstherapie zurück

Von ms - 13.04.2026 - 15:00 Uhr
Skurrile Klage gegen Sohn
Foto: iStock / AndreyPopov
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Besonderer Gerichtsprozess in den USA: Ein Vater klagte seinen eigenen schwulen Sohn an, weil eine Konversionstherapie keine Wirkung zeigte. Das Verfahren wurde im Fernsehen übertragen, die Richterin kritisierte den Vater mit deutlichen Worten. Der Fall sorgt in den USA derzeit für viel Aufmerksamkeit.

Das Wichtigste im Überblick:

  • TV-Richterin weist Vater wegen Klage gegen seinen schwulen Sohn scharf zurück
  • Vater hatte Kosten für sogenannte Konversionstherapie eingeklagt
  • Sohn schildert belastende Erfahrungen in der Einrichtung
  • Klage wird am Ende vollständig abgewiesen

„Sie nannten uns Monster“

Gregory Talbert aus Memphis im US-Bundesstaat Tennessee hatte nach eigenen Angaben seinen 18-jährigen Sohn Michael Talbert dabei überrascht, wie dieser seinen besten Freund küsste. Daraufhin gab er rund 6.000 US-Dollar aus, um den Jugendlichen in einer Konversionstherapie umzupolen, sodass der Sprössling von seinen gleichgeschlechtlichen Neigungen ablassen solle. Der Sohn indes verließ die Einrichtung nach eigenen Angaben nach etwa einem Monat wieder, nachdem er die Bedingungen dort als belastend beschrieben hatte. Er erklärte, er habe nur aus Angst vor Konsequenzen seiner Familie überhaupt daran teilgenommen.

Anschließend verklagte der Vater seinen Sohn auf Rückzahlung der entstandenen Kosten. Im Prozess griff Richterin Eboni K. Williams den Vater daraufhin deutlich an. Zunächst wies der Vater die Verantwortung von sich und argumentierte, sein Sohn habe eine „Verpflichtung“ nicht erfüllt. Richterin Williams sagte dazu: „Sie haben diesen jungen Mann viel zu lange manipulativ in Zweifel gezogen. Er ist noch ein Jugendlicher und ihr Sohn!“ Das ist Angst. Er hat Angst vor ihnen und vor den Konsequenzen, nicht mehr Teil dieser Familie zu sein. Deshalb sagte er zu, dort hinzugehen.“

Der Sohn schilderte im Verlauf seine Erfahrungen in der Einrichtung. Er sagte: „Sie sagten, ich sei verflucht, ich käme in die Hölle, nannten uns dort Monster, sagten, wir seien nicht würdig und wir bräuchten das Programm, um uns zu reparieren.“ Nach eigenen Angaben verließ er die Einrichtung nach etwa einem Monat und lebt seitdem bei seinem besten Freund, wo er sich erstmals frei gefühlt habe.

Richterin macht Schwulen Mut 

Richterin Williams wandte sich anschließend direkt an den jungen Mann und sagte: „Junger Mann, du bist nicht verflucht. Du wirst geliebt und bist ebenso würdig, Michael, wie dein Vater, deine Mutter und alle anderen Menschen, die das Privileg haben, auf dieser Erde zu leben. Mir ist egal, was dein Vater sagt. Mir ist egal, was diese absurde Konversionstherapie sagt – das ist nichts weiter als Unsinn, Betrug und Geldmacherei auf Kosten junger, verletzlicher Männer wie dir. Ich sehe dich. Du bist wertvoll, und Michael, du bist perfekt. Du bist perfekt in den Augen Gottes.“

Den Versuch des Vaters, sein Vorgehen als „harte Liebe“ zu rechtfertigen, wies die Richterin zurück und nannte es „inakzeptabel, manipulativ und schlicht grausam“. Am Ende wurde die Klage des Vaters vollständig abgewiesen. Die Richterin erklärte zudem: „Dieser Fall ist sehr einfach. Dieser junge Mann verdient einen Vater und eine Mutter, die ihn vollständig lieben – nicht nur tolerieren. Nicht jemanden, der ihn widerwillig akzeptiert, sondern jemanden, der ihn bedingungslos und vollständig liebt. Er verdient ein Zuhause, in dem er sicher ist und geliebt wird. Für dieses Gericht ist klar, dass weder Sie noch Ihre Frau – nach Ihrer heutigen Aussage – das leisten können. Daher mit großer Freude und Erleichterung: Ich weise Ihre Klage vollständig ab.“ Die Klage basiert auf realen Ereignissen, wurde fürs Fernsehen allerdings nachgestellt. Der Fall erhält auch deswegen in den Debatten eine so große Resonanz, weil der Supreme Court der USA erst vor wenigen Tagen christliche Konversionstherapien stärkte. 

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