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Dating weiterhin unsicher Homofeindlicher Angriff nach App-Treffen in Italien

Von mr - 13.04.2026 - 15:00 Uhr
Homofeindlicher Angriff nach App-Treffen in Italien
Foto: © iStock / Михаил Руденко
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Ein 42-jähriger Mann ist in Sovizzo bei Vicenza nach einem Treffen, das über eine schwule Dating-App vereinbart wurde, schwer körperlich angegriffen worden. Die Ermittlungen der Carabinieri deuten bislang auf ein homofeindliches Motiv hin – ein Raubüberfall kann nach aktuellem Stand ausgeschlossen werden. Der Vorfall unterstreicht die steigenden Gefahren für queere Menschen bei der Nutzung von Online-Dating-Plattformen und wirft Fragen nach dem Schutz vulnerabler Gruppen auf. 

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Der Angriff erfolgte in der Nacht auf den 26. Januar 2026 in Sovizzo, Provinz Vicenza.
  • Die Polizei geht nach bisherigen Erkenntnissen von einem gezielten Angriff mit homofeindlichem Hintergrund aus.
  • Die Täterin oder der Täter raubte kein Bargeld oder Wertgegenstände, sondern griff das Opfer ohne erkennbares Motiv an.
  • Die Ermittlungen konzentrieren sich auch auf mögliche Verbindungen zu ähnlichen Fällen in der Region.

 

Angriff nach Online-Verabredung

Der Geschädigte hatte das Treffen mit einer unbekannten Person über eine beliebte App für schwule Männer organisiert. Der vereinbarte Treffpunkt befand sich in der Nacht gegen 0.30 Uhr vor einem Wohnresidenz in Sovizzo. Nach Ankunft wurde der 42-Jährige unvermittelt attackiert – Schläge auf Kopf und Hals brachten ihn zu Boden. Laut eigener Aussage konnte der Mann sich nur mit Mühe in die Sicherheit eines nahen Grundstücks retten.

 

Kein Raub, Verdacht auf gezielte Gewalt

Auffällig am Fall in Sovizzo ist das Fehlen eines offensichtlichen Raubmotivs: Dem Opfer wurde nichts entwendet, und auch das Fahrzeug blieb verschlossen. Der Mann meldete den Angriff umgehend bei der Polizei und dokumentierte den Vorfall über die App, woraufhin sich weitere Nutzer meldeten, die ebenfalls mit demselben Täter fast verabredet worden wären. Diese Hinweise stützen den Verdacht, dass es sich um eine wiederholte, gezielte Vorgehensweise handelt.

„Der Angreifer hat mir nichts gestohlen. Ich bin überzeugt, dass ich aus Hass gegen Schwule ausgesucht wurde“, äußerte das Opfer nach der Tat.

 

Ermittlungen, Verunsicherung in der Community

Die lokalen Behörden haben eine Reihe von Hinweisen aufgenommen und suchen nach Zeuginnen und Zeugen. Der Angegriffene identifizierte den Täter lediglich grob, unter anderem anhand der Kleidung und seines äußeren Erscheinungsbilds. Nach ähnlichen Angriffen in anderen italienischen Städten, bei denen LGBTIQ+-Personen unter verschiedensten Vorwänden in einen Hinterhalt gelockt wurden, wächst das Bewusstsein für die Risiken beim Online-Dating.

Sicherheitskampagnen und Beratungsstellen in Italien empfehlen seit Langem, Vorsicht walten zu lassen – etwa durch verifizierte Profile, treffsicher gewählte Treffpunkte und das Teilen von Standortdaten mit Vertrauenspersonen. Doch das Schweigen vieler Betroffener aus Angst vor sozialer Ausgrenzung oder „Outing“ erschwert die systematische Erfassung solcher Fälle.

 

Hintergründe und offene Fragen

Ähnliche Attacken auf queere Menschen über Dating-Apps wurden zuletzt unter anderem auch in Rimini, Rom und Galliate bekannt, wo Täter mit lockenden Versprechen gezielt Gewalt ausübten oder Raubüberfälle begingen. Die Ermittlungsbehörden prüfen aktuell, ob ein Täter gezielt in der Region unterwegs ist oder ob es sich um Einzelfälle handelt.

 

Wichtige Fragen zum Thema

Wie können sich Nutzerinnen und Nutzer von Dating-Apps besser schützen? Empfohlen wird, sich niemals allein an abgelegene Orte zu begeben und möglichst wenige persönliche Daten preiszugeben.

Was können Opfer solcher Übergriffe tun? Unverzügliche Anzeige bei der Polizei sowie Dokumentation und Meldung über die jeweilige Plattform sind entscheidend für das weitere Vorgehen.

Die Ermittlungen in Sovizzo laufen weiter. Die Polizei sucht Zeugen und prüft, ob weitere Übergriffe mit ähnlicher Methode begangen wurden. Die Angst vor weiterer Gewalt bleibt in der Community spürbar und verstärkt den Ruf nach effektiven Schutzmaßnahmen auf digitalen Plattformen.

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