Direkt zum Inhalt
Kehrtwende in Australien

Kehrtwende in Australien TV-Sender ABC beendet alle Inklusionsprogramme

ms - 13.04.2026 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

LGBTIQ+-Mitarbeiter des australischen Senders ABC haben sich jetzt anonym gegen die Entscheidung des Senders ausgesprochen, das Pride in Diversity-Programm von ACON zu verlassen. Der Schritt, der auf Bedenken hinsichtlich der redaktionellen Unabhängigkeit und Unparteilichkeit des Senders zurückgeführt wird, stieß auf deutliche Kritik.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Proteste von LGBTIQ+-Mitarbeitern: ABC-Mitarbeiter aus der LGBTIQ+-Community kritisieren den Rückzug des Senders aus dem Pride in Diversity-Programm.
  • Begründung des Rückzugs: ABC beendet die Partnerschaft wegen Bedenken hinsichtlich redaktioneller Unabhängigkeit und Unparteilichkeit.
  • Kritik an mangelnder Kommunikation: Mitarbeiter empfinden den Rückzug als „beleidigend“ und kritisieren die fehlende Kommunikation durch ABC.
  • ABC bleibt zu Vielfalt und Inklusion verpflichtet: Der Sender betont weiterhin sein Engagement für Gleichberechtigung und wird Mittel in interne Initiativen umleiten.
  • Teilnahme am Australian Workplace Equality Index: ABC zahlte eine Gebühr von 12.000 Dollar für die Teilnahme am Index, der LGBTQ+-Inklusion bewertet.

ABC beendet Partnerschaft 

Pride in Diversity ist Australiens nationales gemeinnütziges Programm, das sich für die Inklusion von LGBTIQ+-Personen am Arbeitsplatz einsetzt. Der Rückzug von ABC aus dem Programm hat weitreichende Konsequenzen für die Sicherheits- und Unterstützungsstrukturen der queeren Mitarbeiter des Senders. Laut einem Bericht des „Guardian“ kündigte ABC im April 2026 das Ende seiner Partnerschaft mit Pride in Diversity sowie mit dem Australian Disability Network und dem Diversity Council of Australia. Der Sender begründete diesen Schritt mit der Sorge um die Wahrung der redaktionellen Unabhängigkeit und Unparteilichkeit.

Mitarbeiter von ABC äußerten sich in anonymen Statements gegenüber dem Star Observer und beschrieben den Rückzug als „feige“. Ein anonymer Mitarbeiter erklärte, dass er sich als ABC-Mitarbeiter „wirklich unterbewertet“ fühle. „Es scheint seltsam, dass sie Menschen ermutigen, zu fragen, ob sie Teil der LGBTIQI+-Community sind, wenn sie gleichzeitig Programme aufgeben, die uns unterstützen“, sagte die Quelle. Ein weiterer Mitarbeiter bezeichnete den Schritt als „Kick in die Fresse“ und zeigte sich enttäuscht von der Organisation, die sich zuvor als Vorreiterin für LGBTIQ+-Inklusion dargestellt hatte.

Zusätzlich wurde von den Mitarbeitern die mangelhafte Kommunikation seitens des Senders kritisiert. Die Entscheidung sei über externe Medien bekannt geworden, was von den Betroffenen zusätzlich als „beleidigend und feige“ empfunden wurde. Ein Mitarbeiter erklärte: „Die fehlende Kommunikation mit den Mitarbeitern fühlt sich auch beleidigend und feige an.“

ABC betont weiterhin sein Engagement 

Trotz der aufgebrachten Reaktionen erklärte ABC, dass der Sender auch weiterhin einen sicheren Raum für Gleichberechtigung, Vielfalt und Inklusion am Arbeitsplatz bieten werde. Ein Sprecher des Senders versicherte: „Wir werden immer in diese grundlegenden Prinzipien investieren. ABC bleibt verpflichtet, Vielfalt und Inklusion zu fördern und wird die Mittel auf interne Initiativen umleiten.“

Berichten zufolge hatte ABC eine Gebühr von 12.000 Dollar gezahlt, um am Australian Workplace Equality Index teilzunehmen, einem System, das Arbeitsplätzen basierend auf ihrer Inklusion von LGBTIQ+-Personen Punkte zuweist. Im Jahr 2024 wurde ABC in den Pride in Diversity Awards als Top-Arbeitgeber in der Gold-Kategorie für LGBTIQ+-Inklusion ausgezeichnet. Ein Sprecher von ACON betonte, dass der Sender trotz des Rückzugs weiterhin keine Einflussnahme auf die Berichterstattung von Medienorganisationen, die Mitglieder von Pride in Diversity sind, ausübe: „Wir versuchen nicht, Einfluss auf die Berichterstattung zu nehmen, und wir tun dies auch nicht“, sagte der Sprecher.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Ausschluss bei Miss America

Trans* Frauen sind nicht erwünscht

Die Veranstalter der Miss America-Wahl haben nun ihre Richtlinien geändert und erklärt, dass trans* Frauen nicht am Wettbewerb teilnehmen dürfen.
Krise im Senegal

Homophobie und HIV

Das schärfere Anti-Homosexuellen-Gesetz sowie eine Welle von Gewalt befeuern im Senegal jetzt auch eine Krise bei der Versorgung von Menschen mit HIV.
Verfassungsänderung in Litauen

Homosexuelle Ehe und Familie

Die Regierung in Litauen will die Ehe und die Familie so in der Verfassung verankern, dass Homosexuelle und Regenbogenfamilien ausgeschlossen sind.
Rauswurf aus US-Militär

Erste trans* Soldaten betroffen

Offenbar ist das US-Militär trotz laufender Gerichtsverfahren dabei, erste trans* Soldaten nach einem Dekret des US-Präsidenten zu entlassen.
Eklat um Coachella Festival

Spenden an Anti-LGBTIQ+-Gruppen

Die Veranstalter des eigentlich queer-positiven Coachella Festivals in den USA spendeten Hunderttausende Dollar teilweise an Anti-LGBTIQ+-Verbände.
Kirche von Wales

Segnung homosexueller Paare

Die Kirche von Wales wird dauerhaft Segnungen von homosexuellen Paaren durchführen. Ein deutliches Statement gegen die Kirche von England.
Rechte Gewalt in Brandenburg

Verstärkter Einsatz der Polizei

Rechte Hetze und Gewalt hat in Brandenburg 2025 zugenommen, die Täter hatten es dabei verstärkt auf homosexuelle Männer abgesehen.
Ex-Rugbystar Gareth Thomas

Kampagne gegen Drogenkonsum

Der schwule britische Ex-Rugby-Nationalspieler Gareth Thomas will mit einer neuen Kampagne vor Chemsex und Drogen in der Community warnen.
Charlie Kirk Act in Tennessee

Neues Gesetz nach Mordfall

Im US-Bundesstaat Tennessee könnte bald der Charlie Kirk Act in Kraft treten; das Gesetz verbietet Protest gegen Anti-LGBTIQ+-Redner an Schulen.