Ende einer Cruising-Kultstätte Einst schwuler Märchenpark, nun familienfreundliche Neugestaltung
In Brooklyn New York hat die Neugestaltung des Vale of Cashmere, eines abgelegenen Bereichs des Prospect Parks, begonnen, bis vor kurzem ein zentraler Cruising-Treffpunkt für die schwule Community. Die Arbeiten im nordöstlichen Parkbereich werden vom Büro des Bürgermeisters mit 37,5 Millionen US-Dollar finanziert und stellen die bislang größte Einzelinvestition in die Infrastruktur des Parks dar. Ob das die schwulen Männer in New York City freut, darf indes bezweifelt werden.
Märchenpark für verwunschene Prinzen
Die Prospect Park Alliance, die den Park seit den 1990er-Jahren betreut, arbeitet dabei mit NYC Parks und der New York City Economic Development Corporation zusammen. Geplant sind unter anderem eine Neugestaltung der Waldlandschaft, Gärten für Bestäuber (damit sind leider keine schwulen Männer gemeint!), ein Natur-Erkundungsbereich für Kinder sowie neue Einrichtungen wie ein Pavillon und öffentliche Toiletten. Platz für schwule Cruising-Freunde dürfte da dann kaum noch sein, befürchtet zumindest die naturaffine, sexpositive Community im Big Apple und drückt in diesen Tagen ihr Bedauern online aus.
Der Vale of Cashmere wurde ursprünglich im 19. Jahrhundert angelegt und enthielt einst ein Kinderbecken, einen Rosengarten und eine Marmor-Balustrade. Im Laufe der Zeit verfiel der Bereich immer mehr und wurde stark überwuchert. Später entwickelte er sich zu einem der wichtigsten Treffpunkt für schwule Männer in der Region, die anonymen Sex suchten – gerade das märchenhafte Flair einer zugewucherten Kulisse sorgte vielerorts für Begeisterung in der Gay Community. Der Fotograf Thomas Roma dokumentierte den Ort in seinem Buch „In the Vale of Cashmere“, das Porträts der Männer zeigt, die den Park regelmäßig für Treffen nutzten.
Ende einer lustvollen Ära
Die Planungen für das Umgestaltungs-Projekt begannen 2017, die Finanzierung wurde 2021 bereitgestellt, wie Tricia Shimamura, Kommissarin des Parks Departments, erklärte. „Es gibt einfach so viele Aspekte, die hier von Bedeutung sind“, sagte Shimamura. „Es geht auch darum, die historische Bedeutung dieses Bereichs anzuerkennen und was er über Generationen für die Bewohner Brooklyns bedeutet hat.“ Nach der Fertigstellung 2027 dürfte indes von der historischen Bedeutung des Parks für Generationen schwuler Männer wenig erhalten geblieben sein.