Fußball ohne Politik Bayerns Ministerpräsident warnt DFB mit Blick auf Fußball-WM
Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern, hat den Deutschen Fußball-Bund (DFB) dazu aufgerufen, sich bei der kommenden Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko aus weltpolitischen Debatten ganz herauszuhalten. Der CSU-Politiker zog dabei Parallelen zum umstrittenen Turnier in Katar und der umstrittenen Regenbogenbinde und äußerte deutliche Kritik an politischen Einmischungen während des letzten Weltcups.
Keine politischen Ratschläge mehr
„Mein Rat lautet: Möglichst wenig Politik. Wir haben es in Katar versucht, und es war nicht erfolgreich. Bitte nicht noch einmal", sagte Söder bei der Kinopremiere der WM-Dokumentation "Ein Sommer in Italien – WM 1990" in München gegenüber t-online. Söder, der bei dieser Gelegenheit auch den früheren Weltmeisterkapitän Lothar Matthäus traf, merkte zudem an, dass das Turnier in drei großen Ländern ausgetragen werde, was logistische Herausforderungen mit sich bringe. „Es gibt große Entfernungen, unterschiedliche Klimabedingungen – man kann sich fragen, ob es wirklich eine gute Idee war, die WM dorthin zu vergeben. Aber es ist entschieden“, so der bayerische Ministerpräsident.
Er betonte jedoch, dass er hoffe, die deutsche Mannschaft könne sich auf das Sportliche konzentrieren, ohne von politischen Diskussionen belastet zu werden. „Ich wünsche mir, dass die Spieler dieses Mal frei aufspielen können, ohne 1.000 politische Ratschläge aus Deutschland zu bekommen.“
Keinen Gegner unterschätzen
Auch aus sportlicher Sicht äußerte Söder klare Erwartungen an die DFB-Elf. Besonders in Bezug auf die Mannschaftsaufstellung gab er Bundestrainer Julian Nagelsmann konkrete Ratschläge. „Meine Empfehlung ist, so viel FC Bayern wie möglich einzusetzen. Diese Spieler sind eingespielt und gehören zu den besten in Deutschland“, sagte Söder. „Deutschland war immer dann am stärksten, wenn Blöcke aus gleichen Vereinsmannschaften spielten.“ Was die Chancen auf den Titel angeht, zeigte sich Söder eher zurückhaltend. "Das wichtigste Ziel ist es, die Vorrunde zu überstehen. Das wäre schon ein großer Fortschritt im Vergleich zu den letzten Turnieren. Wenn wir die Vorrunde überstehen, kann alles passieren, aber wir sollten keine Gegner unterschätzen.“
Streit in Katar
Der Streit um die Regenbogenbinde bei der WM 2022 in Katar sorgte für internationale Aufregung, als mehrere europäische Teams, darunter die deutsche Nationalmannschaft, die symbolische Binde tragen wollten, um ein Zeichen für LGBTIQ+-Rechte zu setzen. Die FIFA drohte jedoch mit Sanktionen, was dazu führte, dass die betreffenden Mannschaften ihre Pläne kurzfristig aufgaben. Auch das Tragen einer halbherzigen Ersatzbinde, der “One-Love“-Nationalbinde, wurde untersagt. Der Vorfall wurde als Zeichen für den Konflikt zwischen sportlichen Werten und den Menschenrechten in einem Land, das die Rechte von LGBTIQ+-Personen extrem stark einschränkt, wahrgenommen. Zudem führte die Debatte um die Regenbogenbinde zu einer Gegenreaktion in mehreren arabischen Ländern.