Direkt zum Inhalt
Shigella-Infektionen in England
ANZEIGE

Shigella-Infektion in England Darmerkrankung breitet sich durch Sex unter Schwulen aus

ms - 07.04.2026 - 14:00 Uhr
Loading audio player...

Die Zahl der sexuell übertragbaren Shigella-Infektionen in England steigt seit 2025 bis heute fortlaufend massiv an, besonders betroffen sind schwule und bisexuelle Männer. Nach Angaben der UK Health Security Agency (UKHSA) wurden 2025 insgesamt 2.560 Fälle registriert. Zum Vergleich: 2023 waren es nur knapp 2.000 Fälle. 

Hygiene und Kondomgebrauch 

Shigella ist eine Darminfektion, die durch Bakterien im Stuhl übertragen wird. Eine Infektion kann beim Sex, durch direkten Kontakt oder über unhygienische Hände erfolgen. Typische Symptome sind Durchfall, teils mit Blut, Bauchkrämpfe und Fieber. Oft werde die Infektion mit einer Lebensmittelvergiftung verwechselt.

Experten warnen, dass die Resistenz der Bakterien gegen Antibiotika dabei immer weiter zunimmt. Dr. Katy Sinka, Leiterin der STI-Abteilung bei der UKHSA, sagte: „Der Anstieg sexuell übertragbarer Shigella-Fälle ist besorgniserregend, aber das Risiko lässt sich durch gute Hygiene während und nach dem Sex sowie durch Kondomgebrauch verringern – das schützt sowohl einen selbst als auch die Partner.“ Sie fügte hinzu: „Es ist wichtig, dass schwule und bisexuelle Männer ihre Symptome nicht ignorieren. Hinweise zur Selbstpflege und zur Vermeidung von Austrocknung finden sich auf der NHS-Website unter Dysenterie.“ Darüber hinaus sollten Betroffene auf andere sexuell übertragbare Infektionen, darunter HIV, getestet werden. Ein Screening in einer Klinik oder über Tests per Post wird empfohlen.

Antibiotika-Resistenzen nehmen zu

Von den vier Shigella-Arten zeigen bereits zwei eine zunehmende Antibiotikaresistenz: 86 Prozent der Shigella sonnei-Proben und 94 Prozent der Shigella flexneri-Proben waren resistent. Shigella sonnei kommt vor allem in wohlhabenden Ländern wie Großbritannien vor, Shigella flexneri historisch in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen, tritt aber auch in sexuellen Übertragungsnetzwerken in Großbritannien auf, darunter insbesondere in der sexpositiven, schwulen Community. 

Infizierte sollten sich schonen, ausreichend trinken und sieben Tage nach dem letzten Symptom auf Sex verzichten. Während der Genesung sollten Pools, Whirlpools, gemeinsamer Handtuchgebrauch oder das Zubereiten von Speisen für andere gemieden werden. Regelmäßige STI-Tests werden für sexuell aktive Männer empfohlen. Kostenlose Tests sind in Sexualgesundheitskliniken, Universitätsambulanzen oder über Selbsttest-Kits per Post verfügbar. Weitere Informationen sind auf der Website der britischen Regierung und beim NHS zu finden.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Urlaubgruß von Lucas Krzikalla

Sommer mit dem Handballprofi

Lucas Krzikalla sorgt mit Urlaubsbildern online derzeit für viel Aufmerksamkeit, während der offen schwule Handballprofi auf einen neuen Verein wartet
Keine Folgen für Streeck

Debatte um Leihmutterschaft

Die Bundesregierung zieht nach dem Rücktritt von Jens Spahn keine politischen Konsequenzen für den Drogenbeauftragten Hendrik Streeck.
Neue Sorge um Hanlan's Point

Kanadas Gay-Kultstrand in Gefahr

Der geplante Ausbau des Torontoer Stadtflughafens sorgt für Widerstand – Kritiker sehen den historischen schwulen Treffpunkt Hanlan's Point bedroht.
Gespaltene Slowakei

Pride mit politischen Gegenwind

Tausende feiern den Pride in Bratislava – begleitet von Kritik an der Politik und einem Appell für mehr Mut und Sichtbarkeit.
Kanadas neue Wege

HIV-Klinik erweitert Angebot

Kanadas einzige HIV-Spezialklinik Casey House erweitert das Angebot an medizinischer Versorgung - ein positives Signal des Wandels.
Finalshow zum Fremdschämen

Halbzeit- und Preshow bei der WM

Die erste FIFA-WM-Halbzeitshow brachte viele Stars und viel Langeweile zusammen. Viele Zuschauer fragten sich: Was war das denn bitte?
Horrortat in Pakistan

Schüsse auf trans* Personen

Bei einem Schusswaffenangriff in Pakistan wurde eine trans* Person getötet und eine weitere verletzt. Die Tat löst scharfe Kritik aus.
Kritik an IOC-Regeln

Geschlechtertests bei Olympia

Der LSVD+ kritisiert die geplanten IOC-Geschlechtstests bei Olympia und warnt vor Ausgrenzung und Diskriminierung.
Nein zum Partnerschaftsgesetz

Polens Präsident blockiert erneut

Polens Präsident Karol Nawrocki stoppt erneut die Einführung eingetragener Lebensgemeinschaften und verschärft damit den Konflikt mit der Regierung.