Direkt zum Inhalt
Hass im Senegal
ANZEIGE

Hass im Senegal Neue homophobe Strafgesetze mit US-Unterstützung

ms - 17.03.2026 - 13:15 Uhr
Loading audio player...

US-amerikanische Lobbyisten, die Homosexualität als Bedrohung für die öffentliche Gesundheit darstellen, haben offenbar senegalesische Behörden bei der Verabschiedung des neuen Gesetzes beraten, bevor die Höchststrafen für Schwule und Lesben massiv verschärft wurden im Land

Massive Attacke auf Homosexuelle 

Die Nationalversammlung Senegals war Anfang März international in die Kritik geraten, nachdem sie ein Gesetz verabschiedete, das die maximale Strafe für gleichgeschlechtliche Beziehungen verdoppelt. Während Homosexualität in dem westafrikanischen Land bereits seit Mitte der 1960er Jahre illegal ist, sieht das neue Gesetz vor, dass bereits ein öffentliches Outing mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden kann. Befürworter des Gesetzes erklärten, dass homosexuelle Bürger künftig nicht mehr „frei in diesem Land atmen“ könnten, und kündigten unter Applaus an, alle Freiheiten dieser Menschen einschränken zu wollen.

Unterstützung aus den USA

Wie ein Bericht von Reuters jetzt aufzeigt, arbeitete die in Massachusetts ansässige Lobbyorganisation MassResistance, die sich selbst als „pro Familie“ bezeichnet, mit senegalesischen Aktivisten zusammen, um die Verabschiedung des Gesetzes zu unterstützen. MassResistance betrachtet LGBTIQ+-Rechte als Angriff auf sogenannte „kulturelle Normen“. Die US-Gruppe kooperierte demnach mit dem senegalesischen islamischen und zivilgesellschaftlichen Netzwerk „Samm Jikko Yi“, einem Zusammenschluss von Anti-LGBTIQ+-Aktivisten, um eine Kampagnenstrategie zur Unterstützung weiterer Einschränkungen für Homosexuelle zu entwickeln. Samm Jikko Yi setzt sich nach eigenen Angaben seit mindestens 2020 für härtere Strafen bei gleichgeschlechtlichen Beziehungen ein. Ababacar Mboup, ehemaliger Koordinator von Samm Jikko Yi, erklärte, Vertreter beider Gruppen hätten über Strategien zur Bewusstseinsbildung, Mobilisierung und Zusammenarbeit mit senegalesischen Behörden gesprochen. 

Neue Kampagne in Ghana

Arthur Schaper, Field Director von MassResistance, kündigte  indes einen „erneuten Vorstoß“ an, um LGBTIQ+-Rechte international zu beeinflussen und strengere Verbote durchzusetzen. Die Organisation habe deswegen begonnen, in Ghana auf geplante Anti-LGBTIQ+-Gesetze einzuwirken. Das Ziel hier sind ebenso deutlich härtere und radikalere Strafen. Die ghanaische Menschenrechtsorganisation Freedom International bestätigte den Kontakt und berichtete von einem Austausch von „Bildungsmaterialien“.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Ehrung von Freddie Mercury

Rückkehr ins Wembley Stadion

Ein neues Wandbild beim Wembley Stadion erinnert an Freddie Mercury und seine besondere Verbindung zu dem Londoner Veranstaltungsort.
Flucht aus Sierra Leone

Polizei fahndet nach zwei Männern

Zwei schwule LGBTIQ+-Aktivisten aus Sierra Leone sind aus Angst um ihre Sicherheit ins Ausland geflohen und werden weiter von der Polizei gesucht.
Rotstift bei Fördermitteln

Krise bei LGBTIQ+-Verbänden

Weltweit geraten LGBTIQ+-Organisationen wegen massiver Förderkürzungen unter Druck – viele müssen Personal und wichtige Hilfsangebote abbauen.
Forderungen an Ungarn

Appell von Österreichs Community

Insgesamt 21 österreichische queere Organisationen fordern von Ungarns Politik mehr Schutz, Gleichstellung und Selbstbestimmung für LGBTIQ+-Menschen.
Warnung vor Rechtsruck

LSVD+ fordert mehr Zusammenhalt

Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt warnt der LSVD+ vor wachsendem Druck auf queere und andere marginalisierte Menschen.
Wahlprüfsteine des LSVD+

Mecklenburg-Vorpommern wählt

Kurz vor der Landtagswahl stehen queerpolitische Forderungen und die CDU in Mecklenburg-Vorpommern unter Druck, LSVD+-Wahlprüfsteine sollen helfen.
Türkei nimmt Aktivisten fest

Razzien gegen LGBTIQ-Vereine

Türkische Behörden haben bei Razzien gegen LGBTIQ+-Vereine zahlreiche Menschen festgenommen und Online-Konten der Community gesperrt.
Ende der Badehaus-Verbote

San Diego streicht alte Vorschrift

San Diego schafft ein seit den 1980er-Jahren bestehendes Badehaus-Verbot ab, das einst zur Eindämmung von HIV eingeführt worden war.
KI und LGBTIQ+

Outing der sexuellen Orientierung

KI kann LGBTIQ+-Menschen diskriminieren oder sensible Identitäten ableiten – zugleich warnt ein Anthropic-Forscher vor weiteren extremen Risiken.