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Rechtspopulisten-Partei Reform UK zieht Gays an
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Schwule und bisexuelle Wähler Rechtspopulisten-Partei Reform UK zieht Gays an

mr - 12.03.2026 - 15:30 Uhr
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Nigel Farages Reform UK ist laut einer aktuellen Umfrage die bevorzugte Partei unter schwulen und bisexuellen Männern im Vereinigten Königreich. Trotz eines für restriktive Migrations- und diskriminierende Gleichstellungspolitik bekannten Profils schneidet die 2018 gegründete Partei bei dieser Wählergruppe überraschend stark ab.

 

Überraschende Unterstützung für Reform UK

Die Befragung des Instituts More in Common unter fast 9000 Erwachsenen zeigt, dass 25 Prozent der schwulen und bisexuellen Männer ihre Stimme Reform UK geben würden. Auch unter heterosexuellen Männern ist die Partei mit 33 Prozent auf dem Spitzenplatz. Im Gegensatz dazu stehen die Grünen, die mit 19 Prozent die zweitstärkste Kraft bei den schwulen und bisexuellen Männern sind. Bei lesbischen und bisexuellen Frauen dominiert die Partei sogar mit 37 Prozent, während Reform hier schwächer abschneidet. Auffällig ist, dass die regierende Labour-Partei unter Premier Keir Starmer in keinem Segment an die Spitze gelangt: Ihr bestes Ergebnis sind 22 Prozent unter heterosexuellen Männern. Die Konservativen erreichen neue Tiefstände bei queeren Wählenden.

 

Rechte und Identität als Spaltpilz

Reform UK profiliert sich als anti-woke und spricht sich explizit gegen trans* Rechte und Diversitätsprogramme aus. Zuletzt versprach die Partei, das Gleichstellungsgesetz von 2010 abzuschaffen, Diversity-Programme zu streichen und ein Verbot sogenannter „transgender Ideologie“ in Schulen durchzusetzen. In Kommunen, die Reform kontrolliert, wurden Pride-Flaggen verboten. Laut aktuellen Analysen stehen zwei Drittel der Reform-Anhänger dem Recht auf Personenstandsänderung für trans* Menschen ablehnend gegenüber; gleichzeitig sprechen sich 65 Prozent für die Eheschließung gleichgeschlechtlicher Paare aus.

 

Farage zu LGBTIQ+-Rechten

Nigel Farage, Reform-Frontmann, fiel mehrfach mit polarisierenden Aussagen zur Gleichstellung auf. Er lobte etwa die Regierungszeit Margaret Thatchers als angebliche Phase des Fortschritts für Schwule und Lesben, obwohl gerade unter ihrer Regierung mit Section 28 eines der repressivsten Gesetze gegen die Community in Kraft trat. Farage lehnt bis heute die Ehe-Öffnung ab und forderte wiederholt restriktive Maßnahmen gegen HIV-positive Migranten.

 

Sichtbare Polarisierung beeinflusst politischen Kurs

Die auffällige Unterstützung von Reform UK durch schwule und bisexuelle Männer unterstreicht die tiefgreifenden gesellschaftlichen Spaltungen in Großbritannien. Während andere Untersuchungen eine zunehmende Polarisierung in der politischen Landschaft und wachsende Akzeptanz von Rechtspopulismus belegen, bleibt offen, wie sich die Wahlpräferenzen queerer Menschen auf längerfristige Gleichstellungs- und Minderheitenrechte auswirken werden. Bleibt dies ein Ausnahmephänomen – oder markiert es einen grundlegenden Wandel im Selbstbild der Community?

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