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Mikrokredite als Nothilfe Dringender Bedarf an Innovation in der queeren Wirtschaftshilfe

Von ms - 06.03.2026 - 10:00 Uhr
Mikrokredite als queere Nothilfe
Foto: iStock / Massonstock
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Über ein Dutzend queerer Organisationen und Gruppen aus Afrika, der Karibik und Kanada haben sich jetzt für die Chance von Mikrokrediten für LGBTIQ+-Verbände weltweit ausgesprochen. Angesichts des Rückgangs internationaler Mittel für Menschenrechts- und Inklusionsprogramme geraten die besonders gefährdeten queeren Gemeinschaften zunehmend in Not. 

Rotstift bei LGBTIQ+

In vielen Ländern Afrikas, Asiens, der Karibik und Osteuropas werden LGBTIQ+-Menschen aufgrund von Diskriminierung bei der Arbeitssuche, ungerechtfertigter Entlassung sowie Belästigung und Stigmatisierung systematisch vom formellen Arbeitsmarkt ausgeschlossen. Die traditionellen Entwicklungshilfemaßnahmen, die laut queeren Aktivisten ohnehin schon unzureichend waren, geraten durch geopolitische Verschiebungen und die Budgetentscheidungen der Großmächte, insbesondere mit Blick auf die USA, weiter unter Druck.

Vor diesem Hintergrund stelle sich die Frage, wie die Unterstützung für LGBTIQ+-Communitys zukünftig gestaltet werden könne, so das queere Bündnis. Ein neuer Ansatz werde daher erforderlich, der über klassische Zuschüsse hinausgeht: Mikrokredite, unterstützt durch Genossenschafts- und Solidarbanken, als strategisches Instrument zur wirtschaftlichen Stärkung.

Mikrokredit als bewährtes Erfolgsmodell

Seit den 1980er Jahren haben sich Mikrokredite als ein effektives Instrument zur wirtschaftlichen Stärkung, insbesondere von Frauen, bewährt. Das Modell, das von der Grameen Bank in Bangladesch eingeführt wurde, hat es Frauen ermöglicht, die vom traditionellen Bankensystem ausgeschlossen sind, kleine Kredite zu erhalten, um einkommensgenerierende Aktivitäten zu starten. Dies hat zur Gründung von Genossenschaften, lokalen Mikrounternehmen und widerstandsfähigen Wirtschaftssystemen beigetragen.

In vielen Ländern unterstützen Entwicklungsagenturen wie die französische Entwicklungsagentur (AFD) und die Weltbank erfolgreich diese Initiativen. Warum sollte man dieses Modell also nicht auch auf die speziellen Bedürfnisse von LGBTIQ+-Menschen übertragen können, die Diskriminierung erfahren, hinterfragen die queeren Vereine. 

Für viele queere Menschen sei die berufliche Ausgrenzung dabei beinahe systematisch. Der Mangel an stabilen Arbeitsplätzen führe zu prekären Lebensverhältnissen, Abhängigkeit, Gewalt und in vielen Fällen zu einer hohen Vulnerabilität gegenüber der informellen Wirtschaft. Unterstützt durch lokale Genossenschaftsbanken könnten mittels Mikrokrediten die Barrieren des traditionellen Bankensystems überwunden werden, das bisher oft als „riskant“ eingestufte Profile pauschal ablehnt.

Ergänzung zu staatlicher Hilfe 

Angesichts des Rückgangs öffentlicher Mittel, insbesondere in den USA unter dem Einfluss konservativer Kräfte, werde es deswegen immer dringlicher, neue Instrumente zu diversifizieren, allein schon deswegen, um von jährlichen politischen Entscheidungen künftig weniger abhängig zu sein. „Es geht nicht darum, Mikrokredite als Ersatz für menschenrechtliche Verpflichtungen der Staaten zu betrachten, sondern vielmehr darum, das bestehende Instrumentarium mit einem pragmatischen Werkzeug zu ergänzen, das die wirtschaftliche Integration fördert“, so die Verbände. 

Die Gruppe fordert daher Banken und Staaten auf, Möglichkeiten für Mikrokredite anzustoßen und betonen abschließend: „Wirtschaftliche Inklusion ist ein fundamentaler Bestandteil der Menschenwürde. Wenn LGBTIQ+-Menschen Zugang zu Unternehmertum, Eigentum und finanzieller Stabilität erhalten, wird ihre Vulnerabilität gegenüber Gewalt und Ausgrenzung verringert. Entwicklungshilfe im 21. Jahrhundert kann nicht nur umverteilen; sie muss transformativ sein.“ Zum Bündnis der Vereine gehören unter anderem die Regenbogenorganisation von Haiti, die Heritage Association for the Protection of Human Rights (HPDH), die St. Martin Alliance for Equality, das Plural Gabon Network sowie auch die Rainbow Sunrise Mapambazuko Vereinigung und die kanadische Esplanade Consultation. 

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