Direkt zum Inhalt

Aufregung um Doechii Konservative US-Christen laufen Sturm gegen Jeans-Werbung

Von ms - 04.03.2026 - 13:00 Uhr
Aufregung um Doechii
Foto: Levi's Jeans' Super Bowl Werbespot / YouTube Screenshot
ANZEIGE
Loading audio player...

Die konservative christliche Gruppe One Million Moms (1MM) hat einen 30-Sekunden-Werbespot von Levi’s beim Super Bowl jetzt scharf öffentlich kritisiert. Grund ist die Darstellung von mehreren Hinterteilen, bekleidet in engen Denim-Jeans, darunter auch der Allerwerteste der Grammy-prämierten queeren Musikerin Doechii. Die Gruppe fordert ihre Anhänger auf, die Kampagne zu bekämpfen, da sie „schädlich für Kinder“ sei, ohne jedoch konkret zu erläutern, wie Kinder dadurch beeinträchtigt würden.

Hinterteile erzeugen Schockstarre

Die Levi’s-Kampagne „Behind Every Original“ feiert Menschen, die Kultur prägen – von Prominenten bis zu Alltagsarbeitern. Der Spot „Backstory“ ist mit dem Song „Get Up Offa That Thing“ von Funkmusiker James Brown aus dem Jahr 1976 unterlegt und zeigt zahlreiche Hinterteile, die teilweise an berühmte Persönlichkeiten wie George Michael, Bruce Springsteen oder die animierte Figur Woody aus Toy Story angelehnt sind. Diese laufen, tanzen und schieben ihre bedeckten Gesäße in Levi’s-Jeans an der Kamera vorbei. 

„Ausgleichend zeigt die Werbung unterschiedliche Frauen in engen Jeans, Jeans-Shorts oder kurzen Röcken, die ihre Hinterteile schütteln und teilweise ihre Unterwäsche zeigen, während sie die Jeans hochziehen“, schrieb 1MM. „Die gesamte Levi’s-Werbung ist geschmacklos“, hieß es weiter. Besonders kritisiert wurde der Moment, in dem „Doechii sich vorbeugt, ihr Gesäß betont wird, während sie tanzt“ und sich dabei zur Kamera dreht, sodass Zuschauer ihr Gesicht sehen.

Boykottaufrufe der Jeans-Marke 

Die Gruppe bezeichnet Levi’s als „globalen Marktführer für Markenbekleidung“, der „weiterhin unverantwortlich in seinen Werbekampagnen“ handle, insbesondere da die Spots zu Familiensehzeiten ausgestrahlt werden. 1MM betont, die Werbung sende Kindern „die falsche Botschaft“. Die Petition fordert: „Bis ihr eure Werbespots bereinigt, kann ich eure Produkte nicht guten Gewissens kaufen.“ 1MM ist ein Projekt der Anti-LGBTIQ+-Organisation American Family Association (AFA), die homosexuelle und queere Identitäten als „unnatürlich, sündhaft und gesellschaftsschädlich“ betrachtet. Der Verein hat keine zählbare Mitgliedschaft, durchaus aber eine gewisse Schlagkraft in den USA.  

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

Süddeutsche ZeitungUnderdox-Festival in München: Die letzten Filme vor dem TodMOPOErst bepöbelt, dann verprügelt: Schwules Paar nach Einheitsfest angegriffentazSchwuler Lehrer über Outing: „Als ob eine Bombe platzt“tazJubel, Trubel, Hassverbrechen: Weitgehend friedliche Einheitsfeier in BremenAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wo würdest du ein erstes Date am liebsten verbringen?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Mehr Schutz für Gewaltopfer

Neues Gesetz erleichtert Trennung

Opfer häuslicher Gewalt sollen sich leichter aus gemeinsamen Mietverträgen lösen können – davon profitieren auch schwule Männer.
Zwischenwahlen in den USA

Queere Gen Z setzt auf Werte

Für die LGBTIQ+-Generation Z in den USA zählen bei Kandidaten vor allem gemeinsame Werte – deutlich mehr als eine gemeinsame Identität.
Coming-Out im Fußball

Schiedsrichter erzählt Details

Schiedsrichter Ryan Atkin spricht öffentlich über sein Schwulsein – und erhält dafür die Unterstützung des englischen Fußballverbands.
James Baldwin im Kino

Neuer Film über schwulen Autor

Barack und Michelle Obamas Produktionsfirma bringt „Baldwin: A Love Story“ über James Baldwins Leben, Lieben und Werk ins Kino.
Schwule Liebe gewinnt Gold

Fernfahrer-Drama holt Filmpreis

Das schwule Liebesdrama „Flesh & Fuel“ gewinnt beim Zurich Film Festival das Goldene Auge und erhält rund 26.700 Euro Preisgeld.
Blackfacing sorgt für Empörung

LGBTIQ+-Bar zieht Konsequenzen

Ein Blackface-Auftritt in einer LGBTIQ+-Bar in Pittsburgh sorgt landesweit für Empörung und entfacht eine Debatte über Rassismus in der Drag-Szene.
Eklat in Oregon

Streit um LGBTIQ+-Vorgabe

Oregon gewährt einer christlichen Adoptionsbewerberin eine Ausnahme von einer Vorgabe zur Unterstützung der LGBTIQ+-Identität von Kindern.
Fauci für HIV-Arbeit geehrt

Auszeichnung für Anthony Fauci

Anthony Fauci wird für seinen jahrzehntelangen Einsatz gegen HIV/Aids und seine Zusammenarbeit mit der LGBTIQ+-Community ausgezeichnet.
Meta sperrt Mister Gay Europe

Pereira kämpft um seine Konten

Meta sperrte sämtliche Konten von Mister Gay Europe Michael Pereira. Trotz Bezahlabo erfährt der Schweizer nicht, warum.