Direkt zum Inhalt

Meta sperrt Mister Gay Europe Rätselhafte Sperre bei Instagram

Von ms - 05.10.2026 - 12:00 Uhr
Meta sperrt Mister Gay Europe
Foto: Michael Pereira privat
ANZEIGE
Loading audio player...

Der Schweizer Michael Pereira ist seit Ende August von seinen bisherigen Social-Media-Konten bei Meta abgeschnitten. Der Konzern hat nicht nur das Instagram-Profil des Mister Gay Europe mit rund 7.000 Followern gesperrt, sondern auch zwei weitere Accounts. Warum genau die Sperren verhängt wurden, weiß Pereira nach eigenen Angaben bis heute nicht.

Das Wichtigste im Überblick

  • Meta hat drei Konten des Schweizers Michael Pereira, Mister Gay Europe 2025, gesperrt.
  • Betroffen sind sein Instagram-Hauptprofil mit rund 7.000 Followern, sein privates Facebook-Konto und ein berufliches Profil.
  • Als Begründung nannte Meta lediglich einen Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen. 
  • Pereira legte bereits Ende August Einspruch ein. 
  • Besonders kritisiert Pereira, dass ihm trotz seines kostenpflichtigen verifizierten Accounts der versprochene erweiterte Support nicht weiterhelfen könne.
  • Einen Zusammenhang mit einer zuvor absolvierten Kreuzfahrt für schwule Männer und deren Zwischenstopp in Marokko hält Pereira für möglich, kann dies aber nicht belegen.

Sperr-Wut bei Meta

Meta hatte in den letzten Monaten immer wieder ohne genau Begründung Instagram-und Facebook-Konten von LGBTIQ+-Vereinen, Publikationen und Personen gesperrt, betroffen waren auch queere Seiten aus Deutschland. Ende September wurden die meisten Konten wieder hergestellt, ein Erklärung für das Verhalten blieb indes aus. Wie jetzt bekannt wurde, traf die Sperr-Wut des Konzern auch Mister Gay Europe 2025. Begonnen hatte der Fall am 24. August. An diesem Tag erhielt Pereira eine E-Mail von Meta. „Aufgrund eines Verstoßes gegen unsere Nutzungsbedingungen für  Meta Verified wurde Ihr Konto eingeschränkt“, hieß es darin. Zugleich wurde ihm die Möglichkeit eingeräumt, Einspruch einzulegen. Sollte dieser abgelehnt werden, werde sein Abonnement ohne Anspruch auf Rückerstattung gekündigt. Pereira widersprach der Entscheidung noch am selben Tag. Anschließend erhielt er die Information, dass sein Fall geprüft werde und dies etwas mehr als einen Tag dauern könne. In der Realität wartet der Influencer bis heute auf eine Erklärung oder weitere Details. 

Bezahlter Support hilft nicht

Für den Schweizer ist besonders ärgerlich, dass sein Instagram-Profil verifiziert ist. Für „Meta Verified“ bezahlt er monatlich eine Gebühr. Zu den Leistungen des Abonnements gehört unter anderem ein erweiterter Support. Pereira hatte sich bewusst dafür entschieden, als seine öffentliche Bekanntheit zunahm. „Als ich für die Wahl zu Mister Gay Europe kandidierte, war mir klar, dass ich auf meinem Social-Media-Account eine Angriffsfläche bieten kann. Um mich vor dem Hass zu schützen, liess ich meinen Account verifizieren.“ Einer der ausschlaggebenden Punkte sei für ihn die Möglichkeit gewesen, bei Problemen einen Menschen statt lediglich eines automatisierten Systems erreichen zu können. „Beim Help-Chat schreibt man nicht mit einem Bot, sondern einem echten Menschen. Das erschien mir wichtig“, so Pereira gegenüber dem Portal 20 Min. 

Genau dieser Zugang funktioniert nach seiner Darstellung nun nicht. „Doch auch das hilft mir nicht, Meta irgendwie zu erreichen.“ Auf E-Mails habe das Unternehmen nicht reagiert, auch über den Chat komme er nicht weiter. Das Problem sei dabei ausgerechnet die Kontosperre selbst: „Wenn ich mein Anliegen angebe, heißt es, dass ich mich einloggen soll. Doch sobald ich das tue, schmeißt es mich raus, weil mein Account ja gesperrt wurde.“ Zu einem Mitarbeiter gelange er deshalb gar nicht erst.

Zusammenhang mit Kreuzfahrt

Über den konkreten Auslöser der Sperre kann Pereira bislang nur spekulieren. Kurz zuvor hatte er als Mister Gay Europe an einer Kreuzfahrt für schwule Männer teilgenommen. Das Schiff machte unter anderem in Marokko Station, wo Homosexualität verboten ist. Der Landgang verlief zwar ohne Zwischenfälle, in sozialen Netzwerken wurde der Besuch jedoch homophob und hasserfüllt kritisiert.  Pereira hält es für denkbar, dass sein Profil in diesem Zusammenhang vielfach gemeldet wurde. „Ich kann mir vorstellen, dass mein Profil darum von vielen Marokkanern gemeldet wurde“. Belegen könne er diese Vermutung allerdings nicht. Er verweist zugleich auf Erfahrungen anderer Nutzer. „Aber in der queeren Community ist es immer wieder ein Thema, dass Meta Beiträge löscht, ohne dass verständlich ist, warum.“ Der junge Kinderarzt fühlt sich machtlos: „Entweder, mein Antrag wird abgelehnt und alles wird gelöscht. Oder meine Profile werden wieder aufgeschaltet, aber ich werde nie erfahren, was der Auslöser für die Sperrung war.“ Vorerst hat Pereira deshalb eine eigene Ausweichlösung geschaffen und einen neuen Account eingerichtet. 

Anzeige

Auch Interessant

Messerangriff vor Bussi Bar

Zwei Helfer schwer verletzt

Vor der queerfreundlichen Bussi Bar in Berlin wurden zwei Helfer mit einem Messer verletzt. Zuvor hatte ein Trio eine Mitarbeiterin angegriffen.
Schwuler Vater kann aufatmen

Keine Anklage nach viralem Schlag

Nach der Konfrontation mit einem rechten Streamer wird David Vulin nicht angeklagt. Der schwule Vater hat eine Vereinbarung mit der Justiz erfüllt.
Queerfeindlicher Hass an der FU

Hakenkreuze nach Flaggen-Attacke

Pride-Flagge abgerissen, Hakenkreuze entdeckt: Die FU Berlin verurteilt Angriffe am Institut für Theaterwissenschaft. Die Polizei ermittelt.
Lara Heubeck lebt offen

DSC-Kommentatorin macht Mut

Lara Heubeck spricht über ihr Leben als trans Frau. Die Kommentatorin des Deggendorfer SC berichtet von großer Unterstützung nach ihrem Coming-out.
Solidarität mit Casa Kuà

Hunderte protestieren nach Razzia

Rund 500 Menschen demonstrieren in Berlin für trans* Gesundheitsversorgung. Nach der Razzia im Casa Kuà wächst der Protest gegen den Polizeieinsatz.
Schwules Paar getötet

60 Jahre Haft für Ex-Polizeichef

Polizisten töteten Eldin und Milton in Guatemala. Zwei Täter erhalten je 60 Jahre Haft. Tonaufnahmen halfen, das Verbrechen aufzuklären.
Heated Rivalry im Kino

Romanze auf großer Leinwand

„Heated Rivalry“ kommt im November in britische und US-Kinos. Zugleich erscheint ein weiterer Film mit Hauptdarsteller Connor Storrie.
Letzte Küsse in der Kutsche

Romantik auf Abschiedstour

New York hat das Ende der Pferdekutschen im Central Park beschlossen. Für schwule Paare verschwindet damit ein besonders romantisches Erlebnis.
Schwuler Volleyballstar

Japan erlebt einen Wandel

Japans Volleyballprofi Rui Takahashi spricht über sein Coming-Out, die Angst vor dem Karriereende und die Unterstützung seines Bruders Ran.