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Fauci für HIV-Arbeit geehrt LGBTIQ+-Community würdigt jahrzehntelangen Einsatz

Von ms - 05.10.2026 - 12:30 Uhr
Fauci für HIV-Arbeit geehrt
Foto: MAGO / Middle East Images
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Der US-Immunologe Anthony Fauci (85) ist für seinen jahrzehntelangen Einsatz im Kampf gegen HIV und Aids sowie seine Zusammenarbeit mit der LGBTIQ+-Community ausgezeichnet worden. Die LGBTIQ+-Geschichtsorganisation Equality Forum verlieh ihm den International Role Model Award.

Das Wichtigste im Überblick

  • Anthony Fauci hat vom Equality Forum den International Role Model Award für seine Arbeit während der HIV/Aids-Krise erhalten.
  • In seiner Dankesrede würdigte Fauci seine jahrzehntelange Verbindung zur LGBTIQ+-Community und deren Engagement im Kampf gegen HIV/Aids.
  • HIV/Aids-Aktivist Peter Staley überreichte Fauci die Auszeichnung und erinnerte an den Widerstand, dem der Mediziner während seiner Arbeit begegnete.
  • Fauci war an der Konzeption des 2003 gestarteten internationalen HIV/Aids-Programms PEPFAR beteiligt, das mehr als 100 Milliarden Dollar investiert und Millionen Menschenleben gerettet hat.
  • Bereits in den 1980er-Jahren suchte Fauci den direkten Kontakt zur schwulen Community und besuchte auch Schwulen-Saunen und Clubs.
  • Als wichtige Lehren aus der Aids-Krise nennt Fauci die Beteiligung betroffener Communitys und die Bedeutung wissenschaftlicher Grundlagenforschung.
  • Für seinen Einsatz gegen die HIV/Aids-Epidemie erhielt Fauci auch die Presidential Medal of Freedom von US-Präsident George W. Bush.

Dankbar und voller Freude

Fauci nutzte seine Dankesrede, um an die enge Verbindung zu erinnern, die während seiner jahrzehntelangen Arbeit mit der LGBTIQ+-Community entstanden sei. „In all diesen Jahrzehnten habe ich die Community nicht einfach nur bewundert – ich habe es wirklich genossen, Teil des Austauschs mit ihr zu sein“, sagte Fauci. „Ich habe die Auseinandersetzungen, Debatten, Meinungsverschiedenheiten, den Humor, die Freundschaft und vor allem das außergewöhnliche Engagement genossen, Leiden zu lindern und vorzeitige Todesfälle von Menschen mit HIV zu verhindern.“ Seine Auszeichnung verstehe er deshalb auch als Würdigung dieser gemeinsamen Geschichte. „Ich bin dem Equality Forum für diese Auszeichnung dankbar. Ich bin der LGBTIQ+-Community dankbar, dass sie mir über all diese Jahre erlaubt hat, Teil ihres Kampfes zu werden, und es ist mir eine große Ehre, Teil eurer Geschichte zu sein.“

Zusammenarbeit in der Krise

Überreicht wurde die Auszeichnung von dem HIV/Aids-Aktivisten Peter Staley. Er erinnerte dabei auch an die Beharrlichkeit Faucis angesichts der heftigen Kritik, mit der dessen Arbeit zeitweise konfrontiert war. Lange bevor Fauci als Direktor des National Institute of Allergy and Infectious Diseases eine führende Rolle bei der Reaktion der USA auf die Covid-19-Pandemie übernahm, prägte die Aids-Krise seine wissenschaftliche Arbeit. In den 1980er- und 1990er-Jahren gehörte er zu den führenden Forschern im Kampf gegen die damals neue und tödliche Krankheit. Gerade zu Beginn der Epidemie war Fauci erheblicher Kritik ausgesetzt. Zugleich suchte er den direkten Austausch mit Mitgliedern der LGBTIQ+-Community. Dabei hörte er sich die Anliegen und Forderungen der Betroffenen an und arbeitete mit ihnen an Wegen zu wirksamen Behandlungsmöglichkeiten.

Besuche in Schwulen-Saunen 

Wie intensiv Fauci damals den Kontakt zur Community suchte, schilderte er 2021 in einem Gespräch mit Terry Gross für den NPR-Podcast „Fresh Air“. Demnach besuchte er in den 1980er-Jahren auch Schwulen-Saunen und Clubs. Er habe sich selbst ein Bild von der Lebenswirklichkeit machen wollen, um ein besserer Immunologe zu werden. In dem Gespräch kam auch die Rolle der damaligen US-Regierung zur Sprache. Gross fragte Fauci, ob der republikanische Präsident Ronald Reagan seine Arbeit erschwert habe. „Reagan wurde von der religiösen Rechten unterstützt, die eine sehr schwulenfeindliche Agenda hatte“, so Gross. „Und das war gewissermaßen ein sehr zentraler Bestandteil ihrer politischen Agenda. Glauben Sie, dass dies die Finanzierung beeinträchtigt hat, die Sie für die Aids-Forschung benötigten?“ Fauci antwortete: „Wissen Sie, ich denke, bis zu einem gewissen Grad war das so.“

Richtige Seite der Geschichte 

Der Mediziner zog in dem Gespräch auch einen Vergleich zwischen den Protesten während der Aids-Krise und dem Widerstand gegen seine Arbeit in der Covid-19-Pandemie. Die damaligen Aids-Aktivisten seien „auf der richtigen Seite der Geschichte“ gewesen. Von ihnen habe er sich zudem nicht auf dieselbe Weise bedroht gefühlt wie von Menschen, die gegen die Covid-19-Impfungen protestierten. Aus seinen Erfahrungen mit der Aids-Epidemie leitete Fauci nach eigenen Angaben zwei wesentliche Erkenntnisse ab: „Eine davon ist, wie wichtig es ist, die Community einzubeziehen, mit der Community zusammenzuarbeiten und auf ihre besonderen Bedürfnisse einzugehen. Wenn man sich die Infektionshäufigkeit und die Häufigkeit schwerer Erkrankungen einschließlich Krankenhausaufenthalten und Todesfällen ansieht, leiden schwarze Menschen überproportional stärker als Weiße.“

Wichtige Grundlagenforschung 

Als zweite zentrale Lehre nannte Fauci die Bedeutung wissenschaftlicher Grundlagenforschung. Gerade die Fortschritte bei der Entwicklung gezielter Medikamente hätten die Perspektiven von Menschen mit HIV grundlegend verändert. „Wir haben auch gelernt, wie wichtig grundlegende wissenschaftliche Forschung ist, um Lösungen zu finden“, erklärte Fauci. „In der Anfangszeit kam eine HIV-Infektion für die überwältigende Mehrheit praktisch einem Todesurteil gleich … Es war die grundlegende wissenschaftliche Forschung zur gezielten Entwicklung von Medikamenten, die es uns ermöglichte, Kombinationen von Arzneimitteln zu entwickeln … die das Leben von Menschen mit HIV schließlich vollständig verändert haben.“

PEPFAR rettete Millionen 

Fauci war später auch an der Konzeption von PEPFAR beteiligt. Das 2003 gegründete Programm der US-Regierung zur weltweiten Bekämpfung von HIV und Aids hat mehr als 100 Milliarden Dollar investiert und Millionen Menschenleben gerettet. Wegen Kürzungen durch die derzeitige US-Regierung steht die Zukunft des Programms allerdings auf dem Spiel. Für seinen Beitrag zur Bekämpfung der HIV/Aids-Epidemie wurde Fauci bereits zuvor auf höchster staatlicher Ebene gewürdigt. US-Präsident George W. Bush zeichnete ihn mit der Presidential Medal of Freedom aus. Mit dem International Role Model Award des Equality Forum kommt nun eine Auszeichnung hinzu, die insbesondere Faucis Rolle in der gemeinsamen Geschichte des Kampfes gegen HIV/Aids und seine langjährige Zusammenarbeit mit der LGBTIQ+-Community würdigt.

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