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Humorvolle Selbstironie Schwuler Politiker erzielt Rekordmehrheit in NY-Senat

Von mr - 03.03.2026 - 18:30 Uhr
Schwuler Politiker erzielt Rekordmehrheit in NY-Senat
Foto: © IMAGO / TheNews2
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Queer-Politiker gewinnt mit Rekordwerten.

Mit einem überraschenden Ergebnis hat Erik Bottcher, offen schwuler Politiker der Demokraten, die kürzlich abgehaltene Nachwahl zum Senat des US-Bundesstaates New York für sich entschieden. Der 46-jährige frühere Stadtratsabgeordnete setzte sich mit über 91 Prozent der Stimmen gegen seine republikanische Mitbewerberin Charlotte Friedman durch, die lediglich 7,6 Prozent erreichte. Das Mandat wurde neu vergeben, nachdem Brad Hoylman-Sigal sein Amt niedergelegt hatte, um das Amt des Bezirksbürgermeisters von Manhattan zu übernehmen.

 

Humorvolle Selbstironie im Netz

Kaum vereidigt, machte Bottcher erneut Schlagzeilen. Er teilte auf X und Instagram das Foto seiner neuen Senatsausweis-Karte – ein Bild, das offensichtlich einige Jahre alt ist. Mit dem augenzwinkernden Kommentar „NY State Senate ID cards ziehen das Foto direkt vom Führerschein – offenbar wurde meiner lange nicht aktualisiert“, empfahl Bottcher seinem Publikum als Erinnerung gleich dazu, den eigenen Führerschein rechtzeitig zu erneuern. Die Reaktionen im Netz blieben nicht aus: Unter Anspielung auf das junge, „twinkige“ Aussehen gab es zahlreiche spaßige Kommentare, die sich schnell verbreiteten.

instagram.com/ebottcher

 

Queere Sichtbarkeit im politischen Alltag

Bottcher nutzte seine neue Bekanntheit aber auch, um politische Akzente zu setzen: So gehörte er zu denjenigen Parlamentsmitgliedern, die sich öffentlich gegen das Entfernen einer Regenbogenfahne am Stonewall National Monument aussprachen. Wenige Tage später war er Teil der Gruppe, die eine neue Pride-Flagge vor Ort hisste. Gerade in Zeiten, in denen in den USA die Rechte queerer Menschen an mehreren Stellen unter Druck geraten, wird die Bedeutung solcher öffentlich sichtbarer Zeichen vielfältig diskutiert. Nach offiziellen Angaben sind derzeit nur rund zehn Prozent der Sitze im New Yorker Senat mit offen queeren Abgeordneten und Senatorinnen besetzt.

Das harmlos-ungewollte „Retro“-Foto des gerade vereidigten Senators wurde für viele im Netz zum Symbol: Politikerinnen und Politiker, die Humor und Offenheit zeigen, werden gerade von jüngeren Wählergruppen geschätzt. Bottchers lockerer Umgang mit Klischees und sein klares politisches Profil stärken seine Rolle als Gesicht der queeren Community im Senat von New York. Die großen sozialen Medien reagieren auf solche Themen mit teils enormer Reichweite – alleine Bottchers Beiträge zum ID-Foto erzielten nach wenigen Tagen Tausende Reaktionen.

Wie nachhaltig queere Sichtbarkeit Institutionen und Alltagspolitik in den USA prägt, bleibt spannend. Kann Bottcher im neuen Amt Akzente für Diversität setzen, die national ausstrahlen?

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