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Ausblenden der Community Was nicht erfasst wird, existiert nicht in den USA

Von ms - 25.02.2026 - 09:30 Uhr
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Foto: iStock / Camrocker
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Die Regierung von Donald Trump hat laut einem Bericht des Williams Institute alle Fragen zu sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität aus Hunderten bundesstaatlichen Umfragen entfernen lassen. Als Grundlage werden demnach mehrere Executive Orders des Präsidenten genannt. Das ist mehr als eine Bagatelle: Wer in den Umfragen nicht existiert, für den kann auch deutlich schwieriger Politik gemacht werden, allein deswegen, weil seine Lebensrealität nicht mehr erfasst wird. 

Streichung ohne Begründung 

In dem Bericht heißt es, die Streichungen seien im Rahmen sogenannter „formaler Änderungsanträge ohne inhaltliche Begründung oder Belege“ erfolgt. Nur ein kleiner Teil der Anpassungen sei dabei im regulären Verfahren mit öffentlicher Kommentierung umgesetzt worden. Der Analyse zufolge betraf der Großteil der Änderungen Fragen zur Geschlechtsidentität und steht im Zusammenhang mit Trumps Executive Order 14.168. Die Mitte Januar 2025 unterzeichnete Anordnung erklärt, Frauen vor „Gender-Ideologie und Extremismus“ schützen zu wollen, und kündigt an, die „biologische Wahrheit“ in der US-Regierung wiederherzustellen.

Weitreichende Folgen

Nach Einschätzung des Williams Institute, einer queeren Denkfabrik an der UCLA School of Law, hat die Streichung weitreichende Folgen. Die entsprechenden Angaben seien in der Forschung zentral: „Bundesdaten zur sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität sind unerlässlich, um LGBTIQ+-Bevölkerungsgruppen in den Vereinigten Staaten zu verstehen. Diese Daten ermöglichen es uns, Ungleichheiten in den Bereichen Gesundheit, wirtschaftliche Lage und Gewalterfahrungen bei einer Gruppe zu erkennen, die nachweislich einem überproportional hohen Risiko für solche Folgen ausgesetzt ist. Erst dann können wir beginnen, diese Realitäten mit Lösungen wie wirksameren Programmen und einer gezielten Mittelzuweisung anzugehen“, so Hauptautorin Lauren Bouton von Williams Institute. 

Queere Menschen unsichtbar machen

Die Erhebung entsprechender Daten trage zudem dazu bei, LGBTIQ+-Menschen in amtlichen Statistiken sichtbar zu machen und auf dieser Grundlage Fördermittel bedarfsgerecht zu verteilen. „Eine verlässliche Datenerhebung ist grundlegend dafür, wie die Bundesregierung Bedürfnisse von Gemeinschaften erkennt und darauf reagiert“, sagte Mitautorin Elana Redfield. „Die Abschaffung von SOGI-Merkmalen [sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität] schwächt die Fähigkeit der Regierung, Ungleichheiten nachzuverfolgen sowie Diskriminierung zu dokumentieren und zu verhindern. Die vollständigen Auswirkungen werden sich erst im Laufe der Zeit zeigen, wenn bestehende Daten veralten und keine neuen mehr erhoben werden.“

Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit im vergangenen Jahr habe die Trump-Regierung zudem Hinweise auf LGBTIQ+-Themen auf bundesstaatlichen Internetseiten und in offiziellen Berichten entfernen lassen. Die Abnahme einer Pride-Flagge am Nationaldenkmal Stonewall Inn in New York sorgte zuletzt Anfang des Monats für Proteste, eine Klage und schließlich dafür, dass die Flagge erneut gehisst wurde.

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