Dildos Gegen ICE Kritiker der US-Einwanderungsbehörde greifen zum Sexspielzeug
In den USA wächst vielerorts seit einigen Wochen nach dem Tod der lesbischen Aktivistin Renee Good die Wut auf die Einwanderungsbehörde ICE und auch Prominente aus der queeren Community wie Billie Eilish riefen zuletzt offen dazu auf, Widerstand zu leisten. In Minnesota startete kurz vor dem Abzug der Behörde vor wenigen Tagen eine besondere Form des Protests, der inzwischen auf mehrere US-Bundesstaaten übergegriffen ist: Hunderte Menschen bewarfen die ICE-Fahrzeuge mit Dildos.
Dildos im Sondereinsatz
Die Protestierenden hatten sich in Minnesota vor dem Whipple Federal Building versammelt, das als vorübergehender Aufenthaltsort für von ICE festgenommene Personen dient und Asyl- sowie Abschiebeverfahren bearbeitet. Die Aktion sorgte auf Social Media für viel Aufmerksamkeit. „Das ist die lustigste Art zu protestieren. Setzt einen ganz neuen Maßstab“, kommentierte ein Nutzer auf Reddit. Andere verwiesen auf die Kosten von Sexspielzeugen, wobei vermutlich günstige Produkte aus Billigproduktionen zum Einsatz kamen.
Wie die New York Post berichtet, wurden im Verlauf der Proteste mindestens 42 Menschen festgenommen. Die Behörden gaben an, dass die Lage zeitweise eskaliert sei, unter anderem auch durch das Werfen von Eisblöcken. Letzte Woche hatte die US-Regierung den Abzug von 700 Einsatzkräften aus Minnesota angekündigt, anderenorts sollen die Spezialeinsatzkräfte weiter aktiv bleiben, weswegen es bereits erste Nachahmer im Dildo-Weitwurf in anderen Bundesstaaten gibt.
Festnahmen in den USA
ICE (U.S. Immigration and Customs Enforcement) ist eine Bundesbehörde des Department of Homeland Security, gegründet 2003. Sie ist zuständig für die Durchsetzung von Einwanderungs- und Zollgesetzen, einschließlich Festnahmen und Abschiebungen von Personen ohne legalen Aufenthaltsstatus. Die Behörde ist in der Kritik wegen häufiger Hausdurchsuchungen ohne Haftbefehl, harter Abschiebepraktiken und des Einsatzes von Technologie wie Gesichtserkennung. Menschenrechtsorganisationen und LGBTIQ+-Aktivisten warnen, dass besonders vulnerable Gruppen – darunter queere Migranten – erhöht von Gewalt, Diskriminierung und Unsicherheit betroffen sind. Zuletzt machte der Fall eines schwulen Ehepaares Schlagzeilen, wobei einer der Männer trotz Ausreiseabsicht weiter inhaftiert bleibt.