Direkt zum Inhalt
Homophobie in Brasilien
ANZEIGE

Homophobie in Brasilien Erneut striktes Vorgehen gegen Homophobie im Fußball

ms - 13.02.2026 - 09:00 Uhr
Loading audio player...

Homophobie ist weltweit im Fußball bis heute ein großes Problem, zuletzt erschütterten die brutalen Angriffe auf den bisexuellen Schiedsrichter Pascal Kaiser in Deutschland die Community. In Brasilien ist Hetze gegenüber Schwulen rund um die Spiele bis heute weit verbreitet, trotz besonderer TV-Aktionen und erster Strafen seitens der Gerichte. Nun wurde der Trainer und technische Direktor des brasilianischen Fußballclubs Internacional, Abel Braga, mit einer hohen Strafe belegt. 

Sperre des Fußball-Trainers 

Braga ist nach einer homophoben Äußerung für fünf Spiele gesperrt, zudem verhängte die 6. Disziplinarkommission des Obersten Sportgerichts STJD eine Geldstrafe in Höhe von 20.000 brasilianischen Real gegen den Coach, umgerechnet rund 3.300 Euro. Anlass der Entscheidung war eine Pressekonferenz im November 2025. Bei seiner offiziellen Vorstellung hatte Braga die Farbe des Trainingsoutfits kritisiert und erklärt, er wolle nicht, dass seine Spieler rosa Trikots tragen, da diese dann „aussehen wie eine Mannschaft von Schwuchteln“.  

Die Äußerung löste umgehend breite Kritik aus und sorgte in sozialen Netzwerken für Proteste. Das Verfahren wurde auf Grundlage von Artikel 243-G des Brasilianischen Sportjustizkodex (CBJD) geführt. Dieser befasst sich mit diskriminierenden Praktiken im Zusammenhang mit sexueller Orientierung und sieht sportliche sowie finanzielle Sanktionen vor. 

Gewalt nicht als Witz behandeln

Eine Anzeige kam unter anderem vom Fan-Zusammenschluss Canarinhos LGBTQ+, der die Entscheidung als wichtiges Signal im institutionellen Kampf gegen Diskriminierung im Sport wertete. Onã Rudá, Gründer und Präsident der queeren Organisation, sagte: „Das ist eine wichtige Entscheidung, die erneut die antidiskriminierende Haltung des STJD bekräftigt und den Kampf gegen die ´als Scherz gemeinte´ LGBT-Feindlichkeit im brasilianischen Fußball vertieft. Der Fußball darf Gewalt nicht weiterhin als Witz behandeln. Wenn eine Autorität des Sports eine solche Rhetorik reproduziert, legitimiert sie ein feindseliges und gefährliches Umfeld für Tausende von Menschen.“

Nach Einschätzung der heimischen Medien unterstreicht das Urteil den Anspruch des Sportgerichts, diskriminierende Aussagen im Fußball nicht zu tolerieren – insbesondere dann nicht, wenn sie von Führungspersonen wie Trainern, Funktionären oder Spielern stammen. Die Sanktionen gegen Braga gelten als deutliches Signal der Sportjustiz für ein konsequentes Vorgehen gegen Diskriminierung. Zugleich macht der Fall nach Ansicht von Kritikern deutlich, dass im brasilianischen Fußball weiterhin großer Handlungsbedarf besteht, wenn es um Respekt und Vielfalt geht.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Gewalt gegen queere Fahrgäste

Forderungen an Fahrdienst Uber

Ein schwerer Angriff auf eine trans* Frau in Kolumbien löst Forderungen nach besserem Schutz queerer Fahrgäste bei Fahrdienst-Apps wie Uber aus.
Allein in der Wohnung

Queere Menschen häufig betroffen

Rund 2,1 Millionen homosexuelle und queere Menschen leben allein, besonders ältere Menschen sind häufig davon betroffen.
Kritik an der US-Polizei

Queere Menschen im Fokus?

Eine neue Studie offenbart: In Kalifornien werden Menschen, die als trans* wahrgenommen werden, häufiger von der Polizei durchsucht und festgenommen.
Aktivisten verlassen Kamerun

Community massiv unter Druck

In Kamerun bedrohen Exil, Erschöpfung und sinkende Fördermittel die Strukturen der LGBTIQ+-Community und ihre bisherigen Erfolge.
Gay for Pay bei OnlyFans

Zwischen Geld, Sex und Identität

Eine wachsende Gruppe heterosexueller Männer produziert auf OnlyFans explizite Inhalte für ein schwules Publikum und ändert Debatten über Männlichkeit
Schwules Vampir-Märchen

Sexy Fischer trifft Walfänger

Ein umjubelter schwuler Horrorfilm erzählt von einer verbotenen Liebe zwischen einem Fischer und einem Walfänger auf den Färöer-Inseln.
„Benedictwink“ geht viral

Vom Papst zum Internet-Schwarm

Ein Jugendfoto von Benedikt XVI. sorgt online für schwule Begeisterung – und lenkt den Blick auf seine umstrittene Vergangenheit.
Pride als UNESCO-Kulturerbe

Petition soll Idee vorantreiben

Die Pride-Bewegung soll als immaterielles Kulturerbe anerkannt werden, fordert jetzt auch eine Petition, nominiert von den Niederlanden.
Jetten warnt vor Rückschritten

Niederlande sehen neue Spannungen

Der niederländische Premierminister Rob Jetten warnt vor schwindender LGBTIQ+-Akzeptanz unter jungen Menschen und fordert mehr Engagement.