Direkt zum Inhalt

Iran wirft ihnen Verrat vor Fußball: Australien gewährt iranischen Spielerinnen Asyl

Von mr - 11.03.2026 - 15:30 Uhr
Fußball: Australien gewährt iranischen Spielerinnen Asyl
Foto: © IMAGO / Sports Press Photo
ANZEIGE
Loading audio player...

Beim Asien-Cup der Frauenfußballnationalteams in Australien sorgten die Spielerinnen aus dem Iran mit einer mutigen Geste für internationales Aufsehen. Mehrere iranische Fußballerinnen verweigerten während eines Spiels das Singen der Nationalhymne des islamischen Regimes. Diese öffentlichkeitswirksame Geste des stillen Protests gegen die politischen und gesellschaftlichen Bedingungen in ihrem Heimatland führte zu massiven Repressionen: Ihnen wurden in den iranischen Medien Verrat und im Fernsehen sogar „Ehrlosigkeit in Kriegszeiten“ vorgeworfen. Als Folge erhielten einige Spielerinnen massive Drohungen und fürchteten um ihr Leben.

 

Furcht vor Repressionen: Asyl in Australien

Fünf Mitglieder der iranischen Nationalmannschaft fanden sich durch die Eskalation der Lage gezwungen, Australien um Schutz zu bitten. Der australische Innenminister Tony Burke bestätigte, dass die Frauen in Sicherheit gebracht und ihre Anträge auf humanitäres Visum unterzeichnet wurden. Nach Angaben von unmittelbaren Beobachterinnen und Beobachtern sicherte die australische Polizei ihnen einen geschützten Aufenthalt zu. Die Ereignisse ereigneten sich unmittelbar im Kontext erhöhter politischer Spannungen im Nahen Osten, was die Rückkehr in den Iran für die Sportlerinnen inakzeptabel machte. Menschenrechtsorganisationen und Aktivistinnen forderten die internationale Sportgemeinschaft auf, die Sicherheit der Betroffenen dauerhaft zu gewährleisten.

 

Internationale Reaktionen und Forderungen

Auch die internationale Spielergewerkschaft FIFPRO appellierte eindringlich an den globalen Fußballverband FIFA sowie die Kontinentalverbände, alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um den Schutz der Spielerinnen sicherzustellen. Dabei wurde betont, dass einige der Athletinnen durch den offenen Protest enormen Risiken ausgesetzt seien. Amnesty International unterstrich, wie unklar die Konsequenzen für die Rückkehrerinnen in die Islamische Republik blieben. Der Menschenrechtsaktivist Zaki Haidari warnte zudem vor Druck und Drohungen, denen auch Familienangehörige der Spielerinnen im Iran bereits ausgesetzt seien.

 

Widerstand im Zeichen des Umbruchs

Die Flucht der Sportlerinnen und deren Aufnahme durch Australien spiegeln eine besorgniserregende Realität: Dissens und Protest werden im Iran, gerade von Frauen, weiterhin unterdrückt und können mit drakonischen Strafen geahndet werden. Insbesondere in Zeiten politischer Instabilität wächst das Risiko massiver Menschenrechtsverletzungen. Die öffentliche Unterstützung durch internationale Organisationen und Regierungen setzt damit ein Signal in Richtung Schutz und Solidarität – und stellt die Frage, wie die globale Gemeinschaft dem zunehmend riskanten Engagement iranischer Frauen entgegentreten kann.

Mit der Entscheidung Australiens, die Sportlerinnen aufzunehmen, rückt erneut die Bedeutung internationaler Schutzmechanismen für bedrohte Aktivistinnen und Athletinnen in den Fokus. Wie können Demokratie und Menschenrechte in autoritär geführten Ländern auch künftig effektiv verteidigt werden?

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

Süddeutsche ZeitungVeranstaltung in Garching: Fundamentalistische Hassbotschaften im BürgerhausDER STANDARDMit Troye Sivans "She’s The Best" auf der etwas anderen PartytazRazzien gegen Queers in der Türkei: Finsternis am BosporusGALAJorge González: Schwierige Kindheit in KubaAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Sollte die geplante automatische Weitergabe sensibler Daten in Baden-Württemberg verhindert werden?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Nacktheit bei Heated Rivalry

Intime Dreharbeiten ohne Grenzen?

Die Hauptdarsteller von „Heated Rivalry“ waren zu kompletten Frontalnacktaufnahmen bereit. Regisseur Jacob Tierney entschied sich jedoch dagegen.
Frauen und Schwulenpornos

Besonderer Reiz für die Damenwelt

Die Hälfte des Publikums schwuler Pornos auf Pornhub ist inzwischen weiblich. Studien zeigen, warum Frauen Sex zwischen Männern so interessant finden.
Spätes Coming-Out mit 40

Saunabesuche, Sex und Politik

Der bekannte britische Radiomoderator Iain Dale spricht über Homophobie bei den Tories, sein spätes Coming-Out und sein früheres Sexleben.
Polizeieinsatz bei Halk TV

Türkei geht erneut gegen Medium vor

Nach einer Razzia bei Halk TV in der Türkei übernimmt der Staat jetzt die Kontrolle. Die Opposition kritisiert den Eingriff in die Pressefreiheit.
Social-Media-Verbot kommt

Regierung verschärft Jugendschutz

Die Bundesregierung plant strengere Social-Media-Regeln für Minderjährige. Für queere Jugendliche geht es dabei auch um wichtige Schutzräume.
Pentagon-Chef unter Druck

Kritik an US-Verteidigungsminister

Der schwule Demokrat Pete Buttigieg wirft US-Verteidigungsminister Pete Hegseth strategisches Versagen im Iran-Krieg vor und fordert seinen Rücktritt.
Kein Geld mehr für LGBTIQ+

Florida streicht Museumsförderung

Das bekannte LGBTIQ+-Museum in Florida verliert seine Förderung. Die Leitung kritisiert den Einfluss neuer Gesetze und fordert politischen Widerstand.
Kuss-Foto löst Hasswelle aus

Todesdrohung nach Familienfeier

Ein harmloses Kuss-Foto eines schwules Paares löst im Netz homophobe Hetze bis hin zu Todesforderungen aus. Das Paar lässt sich nicht einschüchtern.
Droht ein neues LGBTIQ-Verbot?

Aserbaidschans neue Gesetzespläne

Aserbaidschan soll ein Verbot sogenannter „LGBT-Propaganda“ nach russischem Vorbild planen. Einige Abgeordnete dementieren bisher eher halbherzig.