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Zweiter Angriff auf Kaiser Der bisexuelle Schiedsrichter wurde wieder zusammengeschlagen

Von ms - 11.02.2026 - 16:35 Uhr
Zweiter Angriff auf Kaiser
Foto: Pascal Kaiser privat
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Zwei Wochen nach seinem öffentlichen Heiratsantrag im Stadion des 1. FC Köln vor 50.000 Fußballfans wurde der Schiedsrichter Pascal Kaiser (28) am vergangenen Wochenende vor dem Haus seiner Wohnung von drei unbekannten männlichen Tätern attackiert und zusammengeschlagen. Nun wurde Kaiser erneut in der Nacht auf Dienstag zum zweiten Mal in Folge angegriffen.  

Zweite Attacke binnen 48 Stunden 

Die Polizei bestätigte jetzt, dass inzwischen eine weitere Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung vorliegt. Abermals soll Kaiser in der Nähe seiner Wohnung im Rheinisch-Bergischen Kreis angegriffen worden sein. Der Anwalt von Kaiser, Moritz Lange, erklärte gegenüber der FAZ, dass sich am Montagabend ein zweiter Vorfall ereignet habe: Das Haus von Kaiser wurde dabei mit Steinen beworfen. Als Kaiser später vor die Tür trat, um sicherzustellen, dass niemand mehr in der Nähe war, wurde er erneut von zwei Unbekannten angegriffen. In der Folge musste Kaiser medizinisch behandelt werden. 

In den Tagen nach Kaisers öffentlichen Heiratsantrag Ende Januar berichteten Medien von zivilrechtlichen Vorwürfen gegen ihn. Betreiber einer Kölner Bar, bei denen Kaiser zuvor angestellt war, beschuldigten ihn, mehrere Tausend Euro an Geld und Material unterschlagen zu haben. Kaisers Anwalt wies die Vorwürfe zurück und erklärte, er könne keine Informationen zu den angeblichen Ermittlungen geben. Der Betreiber der Bar versicherte allerdings: „Wir haben nie jemanden aufgefordert, Pascal aufzusuchen. Ich bin kein Freund davon, zu Gewalt gegen Menschen aufzurufen.“

Breite Solidarität aus der Community 

Die Queerbeauftragte des Bundes, Sophie Koch, äußerte sich auf den sozialen Medien und bezeichnete die Angriffe als feige und menschenverachtende Gewalt. „Wir werden uns vom Hass unserer Feinde nicht unterkriegen lassen (…) Es liegt an uns allen in Politik, Gesellschaft, Unternehmen, Sport, Kultur und Community, entschieden zu widersprechen, solidarisch zu handeln und keinerlei verbale oder körperliche Gewalt zu akzeptieren“, so Koch. 

Sie hoffe, dass die Behörden die Täter schnell ermitteln. Auch viele queere Organisationen und Influencer, darunter TV-Moderator Riccardo Simonetti, brachten ihre Solidarität mit Kaiser zum Ausdruck. Dieser erklärte zu homophober Gewalt noch im letzten Jahr im Interview mit SCHWULISSIMO: „Was mich erschüttert, ist dieses Gefühl, dass wir gesellschaftlich gerade eher Rückschritte machen. Hass wird wieder salonfähiger. Es fühlt sich so an, als müssten wir um Dinge kämpfen, die wir längst für sicher hielten.“

Der 1. FC Köln erklärte zu den Angriffen auf Kaiser: „Der blanke Hass, der hinter dieser feigen Attacke steckt, bestätigt auf abscheuliche Art und Weise, wie wichtig unser Engagement als FC-Familie gegen jegliche Form von Gewalt ist. Der Verein steht aus Überzeugung für Akzeptanz, Vielfat und Gleichberechtigung ein." Und der queerpolitische Sprecher der Linken, Maik Brückner, betonte: „Der Vorfall macht erneut deutlich, wie falsch die Entscheidung der Bundesregierung war, den Aktionsplan 'Queer leben' zu beenden, denn in ihm waren auch Schulungen für die Polizei im Umgang mit queerfeindlich motivierten Straftaten vorgesehen (...) Queerfeindliche Gewalt darf nicht relativiert werden – sie muss konsequent politisch bekämpft werden!"

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