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Ende der Diversitäts-Programme?

Ende der Diversitäts-Programme 65 Prozent weniger US-Großunternehmen sind noch dabei

ms - 05.02.2026 - 08:30 Uhr
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Nachdem in den letzten Jahren immer mehr große US-Unternehmen aus dem Firmen-Ranking (Corporate Equality Index CEI) der queeren Human Rights Campaign (HRC) ausgestiegen sind, betont der Verband nun eindringlich, wie wichtig Programme für Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion (DEI) seien. Die jüngsten Zahlen aus 2025 sprechen eine deutliche Sprache, während in einer aktuellen Befragung der HRC Angestellte von einem feindlicheren Arbeitsumfeld und sinkender Produktivität berichten, wenn Unternehmen inklusive Richtlinien zurücknehmen.

Zunahme von Stigmatisierung 

Der Verein veröffentlichte jetzt den „State of the Workplace for LGBTQ+ Americans 2026“ Bericht sowie das aktuelle CEI-Ranking mit den verbleibenden Firmen. Der Untersuchung zufolge gaben 39,1 Prozent der befragten Beschäftigten in den USA an, dass ihre Arbeitgeber DEI-Maßnahmen eingeschränkt oder abgeschafft hätten. In diesen Unternehmen berichteten 54,2 Prozent von Stigmatisierung oder Benachteiligung am Arbeitsplatz. In Betrieben mit fortbestehenden DEI-Programmen lag dieser Anteil nach Angaben der HRC bei 24,9 Prozent.

Politischer Druck

Als Auslöser für den Rückzug vieler Unternehmen benennt die HRC den politischen Druck der US-Regierung unter Präsident Donald Trump sowie Kampagnen rechter Aktivistengruppen. „Auch wenn Bürgerrechtsschutz nicht abgeschafft wurde, signalisierten diese Maßnahmen eine verstärkte Überprüfung von DEI-bezogenen Richtlinien und Praktiken, insbesondere dort, wo sie Bundesförderungen oder staatliche Aufträge berühren.“ Für viele Arbeitgeber habe dies zu erheblicher Verunsicherung geführt.

Besonders deutlich zeigen sich demnach die Auswirkungen bei der Mitarbeiterbindung. 86 Prozent der Beschäftigten, die ihr Arbeitsumfeld als feindlich beschrieben, gaben an, verstärkt darüber nachzudenken, ihren Job zu kündigen. In freundlichen Arbeitsumgebungen lag dieser Wert bei 43,1 Prozent. Dieses Muster zeigte sich sowohl bei LGBTIQ+- als auch bei nicht queeren Beschäftigten.

Rückgang der Produktivität

Zugleich leide die Produktivität, so HRC weiter. Mehr als jede vierte Person (27,4 Prozent), die einen Arbeitsplatzwechsel in Betracht zieht, berichtete von geringerer Leistungsfähigkeit. Bei Beschäftigten ohne Wechselabsichten waren es 7,4 Prozent. Unter LGBTIQ+-Mitarbeitern war der Effekt demnach besonders ausgeprägt: 47,9 Prozent derjenigen mit Wechselabsichten gaben an, weniger produktiv zu sein. Aber auch 23,4 Prozent der LGBTIQ+-Angestellten ohne Wechselabsichten berichteten von Leistungseinbußen, verglichen mit nur 6,2 Prozent bei den heterosexuellen Beschäftigten.

„Unsere Forschung zeigt sowohl die Stärke als auch die Belastung dieses Moments für LGBTIQ+-Beschäftigte, Verbraucherinnen und Verbraucher sowie für die Unternehmen, die auf uns zählen“, erklärte HRC-Präsidentin Kelley Robinson. „Es ist wichtig, klarzustellen: Diskriminierung von LGBTIQ+-Beschäftigten ist weiterhin verfassungswidrig.“ Zudem verwies sie darauf, dass sich nahezu 30 Prozent der Generation Z als LGBTIQ+ identifizierten und die Community über eine Kaufkraft von 1,4 Billionen US-Dollar verfüge. Unternehmen, die transparent kommunizierten und an inklusiven Grundsätzen festhielten, stärkten Vertrauen, binden Fachkräfte und würden dabei auch von ihren Aktionärinnen und Aktionären unterstützt.

Firmen steigen bei Ranking aus

Der Bericht zeigt zudem einen deutlichen Rückgang bei der Beteiligung großer Unternehmen am Corporate Equality Index. Die Zahl der teilnehmenden Fortune-500-Unternehmen sank im Vergleich zum Vorjahr um 65 Prozent von 377 auf 131. Von den Fortune-500-Unternehmen im Index erreichten 108 die Höchstpunktzahl von 100. Insgesamt erzielten 534 Unternehmen diese Bewertung, nach 765 im Vorjahr.

Unter den bewerteten Arbeitgebern schließen 98 Prozent sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität ausdrücklich in ihre Antidiskriminierungsrichtlinien ein. 77 Prozent bieten inklusive Leistungen für gleich- und verschiedengeschlechtliche Partner an. 91 Prozent stellen mindestens einen umfassenden Krankenversicherungsplan mit marktüblicher Leistungsabdeckung bereit. 

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