Olympia-Curler Bruce Mouat Probleme nach frühem Outing mit 19 Jahren
Kurz vor den Olympischen Winterspielen 2026 hat der britische Curler Bruce Mouat über persönliche Herausforderungen zu Beginn seiner Karriere gesprochen. Der 31-Jährige, der 2022 in Peking olympisches Silber gewann, schilderte, wie sehr ihn sein Coming-Out als junger Athlet belastet habe – und welchen Einfluss dieser Schritt später auf seine sportliche Entwicklung hatte.
Outing bei Teamkollegen
„Das Coming-Out war eine schwere Zeit für mich“, so Mouat in einem Interview mit BBC Sport. „Die erste Person, der ich davon erzählt habe, war tatsächlich ein Sportpsychologe, weil ich sportlich nicht wirklich gute Leistungen gezeigt habe.“ Mouat outete sich 2014 im Alter von 19 Jahren gegenüber seinen Teamkollegen. Rückblickend habe dieser Schritt sowohl sein Privatleben als auch seine Karriere nachhaltig verändert. „Ich habe Curling damals nicht wirklich genossen, aber ich glaube, dass mir das Coming-Out sehr geholfen hat, mich im Teamumfeld wohlzufühlen. Jetzt, zwölf Jahre später, auf dem Weg zu meinen zweiten Olympischen Spielen, fühle ich mich ziemlich gut.“
„Es verändert alles!“
Der in Edinburgh geborene Athlet betonte zugleich die Bedeutung von Sichtbarkeit für LGBTIQ+-Menschen im Leistungssport. Er bekomme regelmäßig Rückmeldungen von Menschen, die sich durch sein offenes Auftreten ermutigt fühlten. „Es gibt nicht viele offen schwule Männer im Sport. Ich habe so viele Nachrichten von Menschen bekommen, die vielleicht Schwierigkeiten hatten, überhaupt Sport zu treiben, und die sich nun durch das, was sie gesehen haben, ermutigt fühlen.“
In einem für BBC Sport verfassten Brief an sein jüngeres Ich beschrieb Mouat auch die langfristigen Folgen seines Coming-Outs: „Es verändert alles! Aber du wirst dadurch ein besserer Curler, ein besserer Freund und ein besserer Mensch. Hab keine Angst davor, anders zu sein – das ist deine Superkraft.“
Sportlich zählt Mouat seit Jahren zur Weltspitze. Nach dem Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen Winterspielen 2022 führte er sein Team 2023 bei der Curling-Weltmeisterschaft in Kanada zu einer Goldmedaille. 2024 kam eine Silbermedaille bei den Europameisterschaften hinzu. Im Jahr 2025 holte Mouat gemeinsam mit seiner Mixed-Double-Partnerin Jen Dodds bei den Weltmeisterschaften im kanadischen Moose Jaw erneut Gold. Die Olympischen Winterspiele 2026 werden vom 6. bis 22. Februar in Mailand und Cortina d’Ampezzo ausgetragen, mit dabei sind über 40 LGBTIQ+-Spitzensportler.