Direkt zum Inhalt
Entlassung aus Polizeischule

Entlassung aus Polizeischule Gericht bekräftigt Vorgehen gegen Polizei-Anwärter

ms - 04.02.2026 - 08:00 Uhr
Loading audio player...

Zwei Polizei-Anwärter der Polizeihochschule Oranienburg in Brandenburg sind jetzt wegen mutmaßlich rassistischer, homophober und staatsfeindlicher Äußerungen aus dem Polizeidienst entlassen worden. Nach Angaben des brandenburgischen Innenministeriums endete ihr Vorbereitungsdienst zum 31. Januar. Zuvor hatte das Verwaltungsgericht Potsdam Anträge der beiden auf vorläufigen Rechtsschutz abgelehnt.

Homosexuelle als „kranke Menschen“ bezeichnet 

Bereits Mitte Dezember war eine sofortige Entlassung vorgesehen gewesen, dagegen hatten die Betroffenen zunächst auch mit Erfolg geklagt, sodass sie ihren Dienst weiter fortsetzen durften. An der Hochschule der Polizei des Landes Brandenburg werden Beamtinnen und Beamte für den mittleren und gehobenen Polizeivollzugsdienst ausgebildet. Mit der aktuellen Entscheidung des Verwaltungsgerichts jetzt ist die Entlassung nun rechtskräftig. Nach Angaben des Ministeriums können die zwei jungen Männer allerdings noch Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht einlegen. Die zwei Entlassenen waren Anwärter für den gehobenen Polizeivollzugsdienst.

Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor bereits im Juli mitgeteilt, dass sie gegen zwei Kommissar-Anwärter wegen des Verdachts der Volksverhetzung ermittelt. Die Männer sollen durch extrem rassistische und homophobe Kommentare immer wieder aufgefallen sein. Homosexuelle seien dabei mehrfach als „kranke Menschen“ bezeichnet worden. Zudem sollen die Beschuldigten über nicht-weiße Straftäter gesagt haben, man wolle sie „erschießen, in einer Tonne ertränken, verbrennen“. Mitschülerinnen und Mitschüler hätten die Aussagen dokumentiert. 

Kritik von homosexuellen Polizisten

Der brandenburgische Landesverband lesbischer und schwuler Polizeibediensteter (VelsPol) erklärte nach Bekanntwerden der Vorwürfe, entsprechende Äußerungen seien „für Polizei des Landes Brandenburg nicht tragbar“. Weiter hieß es: „Sie schaden dem Ansehen der Polizei des Landes Brandenburg und Schaden auch die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen.“

In der Vergangenheit waren in Brandenburg wiederholt Ermittlungen gegen Polizeibedienstete bekannt geworden, unter anderem 2022 wegen Fotos mit einer SS-Uniform sowie 2019 wegen eines Fotos mit einem rechtsextremen Schriftzug. In Berlin waren 2020 sechs Polizei-Studenten nach dem Bekanntwerden rassistischer Chats suspendiert worden.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Wo ist Erik Staudacher?

Seit drei Wochen keine Spur

Polizei bittet um Hilfe: Vor drei Wochen verschwand Erik Staudacher spurlos nach einer Nacht in einer Neuköllner Bar.
Gefährdung queer Geflüchteter

Ludovic Mbock droht Lebensgefahr

Einem offen schwulen E-Sportler aus Maryland droht nach einem Routinebesuch bei den US-Einwanderungsbehörden die Abschiebung nach Kamerun.
Queere Menschen in Angst

LGBTIQ+ unter starkem Druck

Im vergangenen Jahr verzeichnete Hamburg einen alarmierenden Anstieg politisch motivierter Hasskriminalität.
Neue Debatte um Elio

Pixar-Film ohne schwule Hauptfigur

Ein schwuler Held? Das wäre für Zuschauer des Pixar-Films „Elio“ einfach „zu heikel“ gewesen, erklärte jetzt erstmals Kreativdirektor Pete Docter.
Krise in der Schweiz

Beratungsanfragen nehmen stark zu

Die Schweizer LGBTIQ Helpline hat 2025 eine starke Zunahme von über 20 % an Beratungsanfragen registriert, immer mehr queere Menschen brauchen Hilfe.
Ärzte warnen vor Pilz-STI

Betroffen zumeist schwule Männer

In den USA tritt derzeit verstärkt eine Pilz-Infektion nach Sex unter Männern auf. Möglicherweise gibt es bereits erneut Übertragungen auch in Europa.
LGBTIQ+ in Deutschland

Neue Studie mit spannenden Fakten

Eine neue Studie über die LGBTIQ+-Akzeptanz in Deutschland erstaunt: Ältere sind liberaler als Jüngere. Die größte Ablehnung findet sich bei trans*.
Diversity-Verbot in Florida

Finale Abstimmung gegen Diversität

In Florida wurde in dritter Abstimmung ein Anti-Diversity-Gesetz verabschiedet. Tritt es 2027 in Kraft, hätte es fatale Folgen, nicht nur für LGBTIQ+.