Direkt zum Inhalt
Homophobie unter Polizisten

Homophobie unter Polizisten Verfahren gegen zwei angehende Polizisten in Brandenburg

ms - 30.01.2026 - 08:30 Uhr
Loading audio player...

Gegen zwei Polizeianwärter in Brandenburg wird wegen des Verdachts der Volksverhetzung ermittelt. Ihnen werden homophobe, rassistische und staatsfeindliche Äußerungen im Rahmen des Unterrichts vorgeworfen. Trotz laufender Ermittlungen nehmen beide zumindest vorerst weiterhin am Polizeivorbereitungsdienst teil.

Homosexuelle seien „kranke Menschen“

Nach übereinstimmenden Medienberichten sollen die Beschuldigten im Unterricht geäußert haben, sie wollten einen schwarzen Straftäter „erschießen, in einer Tonne ertränken, verbrennen“. Zudem sollen sie erklärt haben, sie würden ihre Dienstwaffe mit nach Hause nehmen, „falls der Staat kommt, um den Impfstatus zu überprüfen“. Homosexuelle sollen von ihnen als „kranke Menschen“ bezeichnet worden sein. Über den Verfassungsschutz sollen sie gesagt haben, diesem könne man „nicht glauben“, da er „politisch gesteuert“ sei.

Die Aussagen sollen von Mitschülerinnen und Mitschülern dokumentiert worden sein. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg hatte bereits im Herbst über Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Neuruppin gegen die beiden Kommissar-Anwärter berichtet, ohne nähere Einzelheiten zu nennen.

Polizeischüler bleiben im Dienst 

Die Beschuldigten weisen die Vorwürfe über ihre Rechtsvertretung zurück. Unabhängig davon wurden sie von der Polizei zunächst um einen Jahrgang zurückgestuft und konnten ihre Abschlussprüfung im Herbst nicht ablegen. Zudem leitete die Polizeibehörde ein Entlassungsverfahren ein. Zur Begründung hieß es, es bestehe eine „charakterliche Nichteignung“. In der Folge entließ Innenminister René Wilke (SPD) die beiden Polizeischüler aus dem Dienst. Eine Weiterbeschäftigung würde „das Ansehen und das Vertrauen in die Polizei schädigen“, erklärte das Innenministerium.

Gegen diese Entscheidung legten die Anwälte der Betroffenen allerdings Widerspruch ein. Das Verwaltungsgericht Potsdam entschied daraufhin, den Anwärtern sei vorläufig die weitere Teilnahme am Polizei-Vorbereitungsdienst bis zu einer endgültigen Entscheidung zu ermöglichen. Beide bleiben damit zunächst im Dienst. Die strafrechtlichen Ermittlungen wegen Volksverhetzung dauern an.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Tod eines schwulen Studenten

Vorwürfe gegen Polizei in London

Die Familie eines toten schwulen Studenten erhebt jetzt schwere Vorwürfe gegen die Polizei in London: Verhinderte Homophobie korrekte Ermittlungen?
Europarat stärkt LGBTIQ+

Verbot von Konversionstherapien

Der Europarat hat sich mehrheitlich für ein Verbot von Konversionstherapien ausgesprochen. Der nicht verbindliche Beschluss macht Druck auf die EU.
Debatte über queere NS-Opfer

Antrag auf Anerkennung im Bundestag

Die Linken fordern Anerkennung von allen queeren Opfern der NS-Zeit, die AfD verurteilte das Vorhaben als "Übergriffigkeit" gegenüber Homosexuellen.
Aktionsplan in der Schweiz

Große Freude in der Community

Freude bei den Eidgenossen: Erstmals wurde in der Schweiz jetzt ein Aktionsplan gegen LGBTIQ+-feindliche Hassverbrechen vorgelegt.
Prien zum Aktionsplan

Ministerin bestätigt Ende

Familienministerin Prien hat jetzt klargestellt, dass es keine Fortführung des queeren Aktionsplans geben wird. Die Regierung habe andere Prioritäten.
Trans* Girl Scouts in den USA

Cookies für die Community

US-Girl Scouts verkaufen derzeit wieder Kekse; trans* Mädchen haben dabei bereits 71.000 Packungen verkauft und über 400.000 US-Dollar eingenommen.
Freiheit in Kamerun

Fünf Schwule kommen frei

Fünf junge schwule Männer in Kamerun werden im Februar auf Druck mehrerer LGBTIQ+-Verbände freigelassen. Sie saßen seit Oktober im Gefängnis.
Queere Kinder und Jugendliche

Stärkung der juristischen Rechte

Die UN will queere Kinderreichte stärken und betont: Kein LGBTIQ+-Kind darf aufgrund seiner Identität vom Zugang zur Justiz ausgeschlossen werden.