Mehr Hilfe für queere Kinder England: Jedes sechste jugendliche Suizidopfer ist LGBTIQ+
Tragische Studie: Jede sechste jugendliche suizidbetroffene Person ist LGBTIQ+.
Schockierende Daten aus England
In England belegen neue Zahlen eine erschütternde Realität: Von April 2019 bis März 2025 war jede sechste verstorbene Person unter 18 Jahren, die durch Suizid ums Leben kam, Teil der LGBTIQ+- Community. Insgesamt starben 647 Kinder und Jugendliche, davon befanden sich 107 in der LGBTIQ+-Community, darunter 46 trans* Kinder und Jugendliche. Diese Daten stammen aus dem National Child Mortality Database und wurden durch eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz zugänglich gemacht.
Belastungsfaktoren und Konsequenzen
Expertinnen und Experten, darunter die Präventionsaktivistin Lucy Brisbane, weisen darauf hin, dass jede vermeidbare Todesfolge unter Minderjährigen nicht akzeptabel ist. Gerade trans* Kinder und Jugendliche erleben häufig Stigmatisierung, gesellschaftlichen Druck und politische Debatten, die ihr Leben zusätzlich belasten. Laut Studien aus Deutschland erleben queere Jugendliche signifikant häufiger Mobbing und Diskriminierung im sozialen Umfeld und in Schulen als Gleichaltrige. Auch eine internationale Studie der WHO bestätigt, dass LGBTIQ+-Jugendliche ein zwei- bis vierfach erhöhtes Risiko für suizidale Gedanken und Handlungen tragen. Viele Hilfsangebote reichen nicht aus, um diese strukturellen Benachteiligungen aufzufangen.
Stimmen aus der Prävention
„Um alle Kinder und Jugendlichen – insbesondere trans* Personen – besser zu schützen, müssen wir die Ursachen für Suizide klar benennen und politische Maßnahmen davon entkoppeln,“ betont Lucy Brisbane. Fachleute fordern gezielte Präventionsmaßnahmen, mehr psychosoziale Beratungsangebote und ein Umfeld, das Akzeptanz und Sicherheit gewährleistet.
Gesellschaftlicher Hintergrund
Die hohe Suizidrate unter queeren Jugendlichen steht im Zusammenhang mit gesellschaftlicher Ausgrenzung, fehlender Akzeptanz und unzureichendem Zugang zu Unterstützungsstrukturen. Trotz Verbesserungen in der öffentlichen Wahrnehmung von LGBTIQ+-Lebensrealitäten stellen rechtliche, bildungspolitische und soziale Barrieren weiterhin zentrale Herausforderungen dar. In Deutschland und anderen europäischen Ländern sind Schulprogramme zur Sensibilisierung und der Ausbau von Beratungen erste Schritte, reichen aber nach Einschätzung von Fachverbänden noch lange nicht aus.
Weichenstellung für die Zukunft
Die nun veröffentlichten Zahlen unterstreichen die Dringlichkeit, psychische Gesundheit und LGBTIQ+-inklusive Prävention zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe zu machen. Künftige Schutz- und Hilfsmaßnahmen müssen gezielter auf diskriminierungssensible Unterstützungsstrukturen für alle Kinder und Jugendlichen ausgerichtet sein. Entscheidend wird sein, ob Politik, Bildungseinrichtungen und Gesellschaft konsequent handeln, damit diese traurigen Statistiken nicht zur traurigen Normalität werden.
Wenn Sie sich in einer seelischen Krise befinden oder Suizidgedanken haben, wenden Sie sich bitte an die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222.
Dort erhalten Sie rund um die Uhr kostenlos und anonym Hilfe. Weitere Informationen und Chat-Angebote finden Sie unter https://www.telefonseelsorge.de.
In Österreich: Telefonseelsorge 142
In der Schweiz: Dargebotene Hand 143“