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Anklage gegen Don Lemon

Anklage gegen Don Lemon US-Justizministerium geht gegen schwulen Star-Journalist vor

ms - 02.02.2026 - 10:00 Uhr
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Der schwule, bekannte US-Journalist Don Lemon ist im Zusammenhang mit einem Protest gegen die Einwanderungsbehörde ICE im Bundesstaat Minnesota festgenommen worden. Der 59-Jährige wurde nach Angaben der Behörden Ende letzter Woche wegen des Verdachts auf Verstöße gegen Bundesrecht verhaftet.

Festnahme nach Demonstration 

Lemon erklärte, er habe am 18. Januar als Journalist über eine Protestaktion berichtet, als er die Cities Church in St. Paul betrat. In der Kirche ist ein Mitarbeiter der US-Einwanderungs- und Zollbehörde Immigration and Customs Enforcement (ICE) als Pastor tätig. Nach Angaben Lemons wollte er eine Demonstration gegen das verschärfte Vorgehen der Behörden in der Region beobachten. Auslöser der Proteste waren tödliche Einsätze von Bundesbeamten. Dabei kamen die lesbische Ehefrau Renee Nicole Good und Alex Pretti, beide 37 Jahre alt, ums Leben.

Während eines Gottesdienstes unterbrachen Demonstranten die Veranstaltung und skandierten „ICE out“. In der Folge erhob die Regierung von Präsident Donald Trump Anklage gegen acht Personen, darunter auch Lemon. Grundlage ist ein Gesetz, das den ungestörten Besuch religiöser Veranstaltungen in Gotteshäusern schützen soll.

Eine Bundesrichterin genehmigte Anklagen gegen drei Beschuldigte, wies die Vorwürfe gegen Lemon und weitere Personen jedoch wegen unzureichender Beweise zurück. Das US-Justizministerium beantragte daraufhin bei einem Bundesberufungsgericht, die Richterin zur Ausstellung zusätzlicher Haftbefehle zu verpflichten. Der Antrag wurde abgelehnt.

„Ich werde mich nicht zum Schweigen bringen lassen“

Lemon ist daraufhin gemeinsam mit seinem Ehemann Tim Malone vor die Presse getreten, um sich erstmals nach seiner Festnahme öffentlich zu äußern. Hand in Hand gingen die beiden auf die wartenden Mikrofone zu, als Lemon vor einem Bundesgericht in Los Angeles zu Reportern sprach und erklärte, seine Festnahme sei ein „Wendepunkt für die Pressefreiheit“. Und weiter: „Ich habe meine gesamte Karriere damit verbracht, über das Nachrichtengeschehen zu berichten. Ich werde jetzt nicht damit aufhören. Es gibt keinen wichtigeren Zeitpunkt als genau jetzt – diesen Moment – für freie und unabhängige Medien, die die Wahrheit ans Licht bringen und diejenigen zur Verantwortung ziehen, die Macht ausüben.“

Lemon erklärte, er versuche noch immer, die Vorwürfe gegen ihn vollständig zu verstehen, da ihm die Unterlagen der Staatsanwaltschaft bislang nicht vorlägen. Seine Festnahme bezeichnete er als außergewöhnlich. Bundesbeamte hätten ihn wegen eines Verhaltens in Gewahrsam genommen, das er als alltägliche journalistische Arbeit beschrieb. „Das Justizministerium hat ein Team von Bundesagenten geschickt, um mich mitten in der Nacht zu verhaften – wegen etwas, das ich seit 30 Jahren tue, nämlich über das Zeitgeschehen zu berichten“, so Lemon.

Sein Anliegen gehe jedoch über seinen eigenen Fall hinaus, betonte der der 59-Jährige mit Blick auf die Bedeutung für Journalistinnen und Journalisten im ganzen Land. Die Verfassung solle Reporter schützen, deren Arbeit darin bestehe, Ereignisse zu dokumentieren, auch dann, wenn diese Berichterstattung Mächtige herausfordere. „Der Erste Verfassungszusatz schützt diese Arbeit – für mich und für unzählige andere Journalistinnen und Journalisten, die tun, was ich tue. Ich stehe an ihrer Seite, und ich werde mich nicht zum Schweigen bringen lassen.“

Anhörung vor Gericht 

Lemons Anwalt Abbe Lowell kündigte an, gegen die Anklage vorzugehen. In einer Erklärung, aus der die New York Times zitierte, bekräftigte auch er: „Dieser beispiellose Angriff auf den Ersten Verfassungszusatz und der durchsichtige Versuch, von den vielen Krisen dieser Regierung abzulenken, wird keinen Bestand haben. Don wird diese Vorwürfe energisch und umfassend vor Gericht bekämpfen.“

Lemon soll Ende dieser Woche vor einem Bundesgericht in Los Angeles erscheinen. Beobachter gehen davon aus, dass seine Verteidigung argumentieren wird, der Journalist habe ausschließlich über das Geschehen berichtet und nicht aktiv an der Protestaktion teilgenommen. Der frühere CNN-Moderator arbeitet inzwischen als unabhängiger Journalist und betreibt einen eigenen YouTube-Kanal.

Streit mit Rapperin Nicki Minaj

Zuletzt war Lemon auch wegen eines öffentlichen Streits mit der Rapperin Nicki Minaj in den Schlagzeilen. In einem Interview mit Scripps News äußerte er sich zu den Auseinandersetzungen. Minaj hatte ihn am 19. Januar auf der Plattform X als „Don Schwanzlutscher Lemon“ bezeichnet, nachdem er über den Protest gegen ICE in der Cities Church berichtet hatte.

Zugleich schrieb die Musikerin, sie wolle, dass der „Gangster“ Lemon „ins Gefängnis“ komme. Sie erklärte, sie glaube, „er würde das bei keiner anderen Religion tun“. Ihren Beitrag veröffentlichte sie zusammen mit einem Bild der Horrorfilmfigur Chucky mit Perücke. Lemon reagierte darauf mit scharfer Kritik. Minaj sei „überfordert“, sagte er. Gegenüber Scripps News erklärte er weiter: „Also habe ich gesagt: Warum unterstützen Afroamerikaner sie, warum unterstützen schwule Menschen sie, warum unterstützen Mitglieder der LGBTIQ+-Community sie? Das solltet ihr nicht, denn sie ist homophob und sie ist rassistisch. Sie ist rassistisch, wie ich glaube, gegenüber schwarzen Amerikanern.“

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