Direkt zum Inhalt
Blutige Entwicklung

Blutige Spur durch die USA Attacken gegenüber queeren Pride-Teilnehmern nahmen stark zu

ms - 28.01.2026 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

Die Zahl von Angriffen und Bedrohungen gegen LGBTIQ+-Menschen in den USA ist im Jahr 2025 erneut massiv gestiegen. Nach Angaben des ALERT Desk, des Anti-LGBTIQ+-Extremismus-Meldesystems der Organisation GLAAD, wurden landesweit 1.042 entsprechende Vorfälle registriert. Betroffen waren 47 Bundesstaaten sowie Washington D.C. 

Gewalt, Drohungen, Sachbeschädigungen

Im Vergleich zu 2024 entspricht dies einem erneuten Anstieg um fünf Prozent. Zu den gemeldeten Vorfällen zählten dem Bericht zufolge 128 Fälle von Sachbeschädigung, 76 körperliche Angriffe, 22 Drohungen mit Massen­gewalt sowie 15 versuchte Brandstiftungen. Im Jahr zuvor waren insgesamt 984 Vorfälle erfasst worden. Mehr als die Hälfte der Angriffe richtete sich gezielt gegen trans* und geschlechtsnichtkonforme Menschen. Mit 532 registrierten Vorfällen lag diese Zahl rund zehn Prozent über dem Vorjahreswert von 485. GLAAD geht ähnlich wie in Europa davon aus, dass rund 90 Prozent der Attacken gar nicht erst angezeigt und damit auch nicht publik werden.

Massive Angriffe auf Prides

Besonders stark betroffen waren Pride-Veranstaltungen. Der Bericht spricht von „einem der gefährlichsten Jahre für LGBTIQ+-Amerikanerinnen und -Amerikaner seit Beginn der Aufzeichnungen“. Allein im Juni 2025 wurden 268 Vorfälle gezählt. Zum Vergleich: Im Juni 2022, dem ersten Jahr der Datenerhebung durch GLAAD, waren es gerade einmal 54. Die meisten Vorfälle verzeichnete Kalifornien mit 198 Meldungen. Es folgen New Hampshire (72), Texas (66), Ohio (50) und der Bundesstaat Washington (50). Laut dem Bericht zeigen auch Daten von Strafverfolgungsbehörden einen deutlichen Anstieg von Hassverbrechen gegen LGBTIQ+-Menschen in Los Angeles. 

GLAAD-Präsidentin und -Geschäftsführerin Sarah Kate Ellis rief zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen Gewalt auf. „Amerikanerinnen und Amerikaner sollten sich weigern, ein Land hinzunehmen, in dem Nachbarn um ihre Sicherheit fürchten müssen“, erklärte sie. Angesichts der steigenden Zahl von Angriffen, insbesondere gegen queere Menschen, müsse es einen „geschlossenen Aufruf gegen die Gewalt und Belästigung“ geben, denen viele LGBTIQ+-Menschen ausgesetzt seien. „Anstatt Gräben zu vertiefen, die diese Gewalt begünstigen, sollten Politiker anerkennen, dass alle Amerikaner Anspruch auf Freiheit, Gerechtigkeit und Sicherheit haben“, so Ellis.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Entscheidung erst am 1. Juni

Selbstbestimmungsgesetz-Missbrauch

Der tschechische Justiz hat die Entscheidung über die Auslieferung des in Deutschland verurteilten Rechtsextremisten Liebich überraschend vertagt.
Wirbel um britischen Politiker

OnlyFans-Account von Reform-UK-Mann

Stephen Mousdell ist Politiker der rechtskonservativen Partei Reform-UK und schwuler Pornodarsteller bei OnlyFans. Das sorgt für viel Aufregung.
Ex-NBA-Profi Charles Barkley

Heimlich schwule Spitzenathleten

Homophobie im Leistungssport ist noch immer allgegenwärtig, bekräftigte jetzt der frühere NBA-Profi Charles Barkley. Es gebe viel Feindseligkeit.
Manosphere an Schulen

Toxische Männlichkeit und Mobbing

Übertriebene Männlichkeitsideale, die sogenannte Manosphere, befeuern laut einer neuen Studie bei Schülern die Ablehnung von LGBTIQ+-Menschen.
Gewalt in Italien

Hass, Schlägereien und Todesfälle

Gewalt und Hass gegen LGBTIQ+-Menschen in Italien ist allgegenwertig, der Verein Arcigay warnte jetzt vor einem strukturellem und anhaltendem Problem.
Eklat bei Brüssel Pride

Ausschluss von Juden?

Die Pride-Veranstalter in Brüssel erklärten jüdischen Gruppen, sie sollen Symbole ihres Glaubens verbergen - große Empörung innerhalb der Community.
Krise in Kalifornien

Absage des größten Pride-Festivals

Im Streit um fehlende Sicherheitsmaßnahmen wurde das größte Pride Festival der USA in Long Beach jetzt Stunden vor dem Start abgesagt.
Rückgang von HIV in England

Gute Entwicklung mit Einschränkung

England erfüllt bereits jetzt die internationalen UNAIDS-Ziele („95-95-95“) für 2030, verweist aber auf HIV-Stigmatisierung als großes Problem.
Warnung der Linken queer

Zunahme internationaler Rechtsruck

Die Linke queer warnt vor der Zunahme des internationalen Rechtsrucks und betont, dass der Fortschrift für queere Menschen in Gefahr ist.