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Nullnummer in England

Nullnummer in England Bischöfe sind entzweit bei der Frage zu LGBTIQ+

ms - 19.01.2026 - 13:00 Uhr
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Der langjährige Beratungsprozess „Living in Love and Faith“ (LLF) der Kirche von England ist nach neun Jahren abgeschlossen, ohne jedoch klare Entscheidungen zu den für homosexuelle und queere Mitglieder der Kirche wichtigen Themen zu treffen. In einem Schreiben des House of Bishops an die gesamte Kirche wurde bekanntgegeben, dass sowohl die Frage nach speziellen Segnungsgottesdiensten für gleichgeschlechtliche Paare als auch die Zulassung von Geistlichen zu standesamtlichen Ehen mit gleichgeschlechtlichen Partnern weiterhin ungelöst bleiben.

Keine Entscheidung bei wichtigen Fragen

Das Schreiben hebt hervor, dass für alle neuen Gottesdienste, die die sogenannten Gebete der Liebe und des Glaubens (PLF) enthalten, eine formelle Genehmigung durch das Kirchenrecht erforderlich ist – damit auch für die angedachten Segnungsgottesdienste für gleichgeschlechtliche Paare. Aus diesem Grund können diese Zeremonien aktuell noch immer nicht eingeführt werden. Seit 2023 ist es gleichgeschlechtlichen Paaren jedoch erlaubt, im Rahmen regulärer Gottesdienste die PLF-Gebete zu empfangen, was damals durch die Generalsynode beschlossen wurde.

Auch die Frage, ob Geistliche der Kirche von England eine standesamtliche Ehe mit einem homosexuellen Partner eingehen dürfen, bleibt ungelöst. Die Bischöfe stellten klar, dass eine solche Änderung nur durch ein formelles Gesetzgebungsverfahren möglich sei. Bevor eine solche Entscheidung getroffen werden kann, seien jedoch weitere rechtliche und theologische Prüfungen notwendig. Der gesamte Prozess wird sich daher erneut weiter verzögern und findet sich nun auf der Tagesordnung für die Generalsynode 2028.

Bedauern der Bischöfe

In ihrem Schreiben drückten die Bischöfe ihr Bedauern darüber aus, dass dieser Prozess insbesondere Mitglieder der LGBTIQ+-Community tief verletzt habe. Sie betonten, dass sie dieses Bedauern anerkennen, mahnten jedoch auch davor, Erwartungen zu wecken, die nicht erfüllt werden könnten. Gleichzeitig äußerten sie die Hoffnung, dass der Prozess langfristig zu mehr Inklusion und einem besseren theologischen Verständnis führen werde. Obwohl der LLF-Prozess offiziell bereits 2017 zu Themen wie Ehe, Sexualität, Identität und Beziehungen initiiert wurde, werden die kontroversen Fragen nun ohne eine Entscheidung abgeschlossen. Um dennoch voranzukommen, soll eine neue Arbeitsgruppe gegründet werden, die sich mit Themen wie Beziehungen, Sexualität und Geschlecht befassen und entsprechende Vorschläge erarbeiten soll.

Für Erzbischof Stephen Cottrell von York war es zudem wichtig zu betonen, dass LLF nie ein Wettbewerb mit klaren Gewinnern und Verlierern gewesen sei. Dennoch habe der Prozess bei vielen zu Verletzungen und Verunsicherungen geführt, weil tiefgreifende „theologische Überzeugungen mit persönlichen Lebenserfahrungen“ aufeinandertrafen. Cottrell räumte ein, dass es große Meinungsverschiedenheiten gibt, doch er hoffe, dass die Kirche trotz allem in der Lage sein werde, wieder zusammenzufinden.

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