Rick Garcia ist tot Jahrzehntelanger Einsatz gegen Homophobie und für LGBTIQ+
Der bekannte LGBTIQ+-Aktivist Rick Garcia ist am 12. Januar im Alter von 69 Jahren gestorben, wie jetzt enge Freunde gegenüber der Windy City Times bestätigten. Garcia war über Jahrzehnte hinweg eine zentrale Persönlichkeit im Kampf für die Rechte der LGBTIQ+-Community in Chicago, im Bundesstaat Illinois sowie in den ganzen USA.
Jahrelanger Einsatz gegen Homophobie
Garcia hielt seine sexuelle Orientierung zunächst während seiner Schul- und Studienzeit geheim. 1976 widersprach er öffentlich und medienwirksam einem Vortrag des Theologieprofessors Father Louis Hanlon, der Homosexualität als „Sünde“ bezeichnet hatte. Garcia sagte damals: „Homosexuelle Menschen haben Anspruch auf Freundschaft, Liebe und Gerechtigkeit, so die amerikanischen katholischen Bischöfe. Was Sie gesagt haben, war weder freundlich, noch liebevoll, noch gerecht.“
In den folgenden Jahren engagierte sich Garcia in verschiedenen LGBTIQ+-Organisationen. Er war maßgeblich an der Durchsetzung der städtischen Human Rights Ordinance beteiligt, die 1988 verabschiedet wurde. Auf Ebene von Cook County setzte er sich für ähnliche Schutzmaßnahmen ein, die 1993 in Kraft traten. 1992 gehörte er zu den Mitbegründern der Illinois Federation for Human Rights, die später in Equality Illinois umbenannt wurde.
Garcia setzte sich auch für landesweite Gesetze gegen Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung ein, die 2005 in Illinois in Kraft traten. Zudem unterstützte er die Einführung der Ehegleichstellung im Bundesstaat, die 2013 gesetzlich verankert wurde. 2012 wechselte Garcia von seiner Position als Direktor für öffentliche Politik bei Equality Illinois zur Organisation The Civil Rights Agenda. Auch landesweit fand seine Stimme in den ganzen USA immer wieder Anklang, er galt als einer der einflussreichsten politischen Strategen, bekannt für seinen direkten Stil, seine engen Beziehungen und seinen Fokus auf die Durchsetzung konkreter politischer Veränderungen.
Gouverneur gedenkt Aktivist
Die Organisation Equality Illinois bezeichnete Garcia als eine „führende Persönlichkeit im Kampf für Bürgerrechte in Illinois und landesweit“. Sie hob hervor, dass sein Engagement entscheidend für die Verabschiedung der Anti-Diskriminierungsverordnung von 1988 in Chicago war und dass sein Wirken zahlreiche Gesetze und Schutzmaßnahmen für die LGBTIQ+-Community mit beeinflusste.
Illinois´ Gouverneur JB Pritzker erklärte: „Rick Garcia war ein Kämpfer für die LGBTIQ+-Community in Chicago, in Illinois und im ganzen Land. Gleichheit und Menschenrechte waren die Leitmotive seines Lebens. Ein Mann von tiefen Überzeugungen, dessen Einsatz für Bürgerrechte den Lauf der Geschichte veränderte. Möge sein Andenken ein Segen sein.“ Garcias Partner Ernie Hunsperger starb bereits 2020.