Festnahme nach Behördengang Homo-Paar: Gericht stoppt ICE-Abschiebung von Ehemann
Ein routinemäßiger Behördentermin endete für ein gleichgeschlechtliches Paar aus Washington, D.C., in einer dramatischen Trennung: Nach einem Besuch bei der Einwanderungsbehörde wurde Elias Perez-Zuazo, ein homosexueller Ehemann mit panamaischer Staatsangehörigkeit, von U.S. Immigration and Customs Enforcement (ICE) festgenommen. Dies berichtet der Nachrichtensender NBC. Die Behördenaktion, die sich im Dezember bei einem ansonsten unauffälligen Check-in im US-Bundesstaat Virginia ereignete, sorgte für Unsicherheit und Trauer – mitten im laufenden Verfahren zur Erlangung eines dauerhaften Aufenthaltsrechts.
Behörden setzen Ehemann fest
Perez-Zuazo war 2021 in die USA gekommen und hatte, so wie viele Migrantinnen und Migranten, einen Antrag auf Aufenthalt gestellt, dem er bei routinemäßigen Kontrollterminen nachkam. Im Februar 2024 heiratete er seinen amerikanischen Partner Jonathan Blanco Gallegos. Das Paar hatte alle erforderlichen Unterlagen für einen Green-Card-Antrag eingereicht und rechnete fest damit, dass dies für einen legalen Aufenthalt ausreicht. Stattdessen wurde Perez-Zuazo bei einem weiteren Routinetermin unvermittelt festgesetzt. Laut dem Heimatschutzministerium lag ein Abschiebebeschluss vor, den die Anwältin des Betroffenen jedoch juristisch anzweifelt und vor Gericht anfechtet.
Gericht stoppt Abschiebung vorläufig
Ein Bundesgericht in Virginia hat ICE inzwischen untersagt, Perez-Zuazo während des Rechtsstreits außer Landes zu bringen. Die aktuelle Verfügung zwingt die Behörde, ihre Gründe für die fortgesetzte Inhaftierung detailliert darzulegen. Diese Entwicklung steht beispielhaft für eine wachsende Zahl ähnlicher Fälle: Vor allem queere Paare geraten zunehmend in den Fokus strikterer Abschiebepolitik, obwohl sie gesetzeskonform handeln und auf amerikanischem Boden ein rechtmäßiges Zusammenleben anstreben. Menschenrechtsgruppen berichten von einer Zunahme solcher Trennungen bei Routinekontrollen.
Queere Familien in doppelter Gefahr
Besonders alarmierend ist die Unsicherheit für Perez-Zuazo: In seiner Heimat Panama wird die Ehe mit einem Mann nicht anerkannt, was ihn im Falle einer Abschiebung Diskriminierung und Gefahr aussetzen könnte. Laut mehreren Rechtsexpertinnen und Experten liegt ein strukturelles Problem vor: Die Zusammenarbeit zwischen Einwanderungs- und Bürgerbehörden ist lückenhaft, weshalb binationalen Paaren selbst bei vollständiger Kooperation mit den Of-fiziellen langwierige Trennungen und existenzielle Bedrohungen drohen.
Rechtliche Klärung mit offenem Ausgang
Für Perez-Zuazo und Blanco Gallegos ist die Situation existenziell – und bezeichnend für eine rechtliche Grauzone, in der persönliche Schicksale vom Ausgang der nächsten Gerichtsentscheidung abhängen. Die US-Regierung steht dadurch weiter unter Beobachtung: Ob sie die Rechte queerer Paare besser schützen wird, bleibt vorerst offen.