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Echte Männer oder was?

Echte Männer oder was? Ein Vierteljahrhundert Gespräche zwischen Schwulen und Heteros

ms - 15.01.2026 - 13:00 Uhr
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Eine besondere Symbiose feiert sein 25 jähriges Jubiläum: Mannsein in München. Seit 25 Jahren diskutieren hetero-, schwule und bisexuelle Männer gemeinsam über die Frage, was einen Mann ausmacht. Im Jahr 2001 hatten die Evangelische Stadtakademie, das Münchner Informationszentrum für Männer (M.I.M.) und das Schwul-Queere Zentrum Sub dafür das sogenannte Männer-Palaver ins Leben gerufen. 

Der Mann im Wandel 

Die Themen und Schwerpunkte wechseln dabei von Jahr zu Jahr, 2025 ging es beispielsweise um „Partnerschaften“, im Jahr davor waren es „Rollenerwartungen“. Einige weitere Aspekte waren Karrieren, Freundschaften, Gefühle und natürlich Sexualität. In diesem Jahr geht es in den sieben Vorträgen zwischen Januar und März um „Männer im Wandel“, los geht´s am 19. Januar. 

Gründer Christopher Knoll vom Sub dazu: „Dass sich im Männer*-Palaver schwule wie heterosexuelle Männer* zum Gespräch trafen, war schon damals ein Zeichen dafür, wie sehr man überkommene Rollenbilder überwinden wollte. Das waren Menschen, die ein anderes Bild von Männlichkeit nach außen tragen wollten. Inzwischen hat sich die Gesellschaft mit ihnen verändert oder sie sie – wer weiß.“

Reden über Gefühle – das geht!

Im Jahr 2001 war der Schritt, Männer mit unterschiedlicher Sexualität gemeinsam zum Gespräch zu laden, noch ein fast revolutionärer Akt. Männer und Gefühle? Und dann auch noch darüber sprechen? Geht das überhaupt? „ „Damals haben sich Männer* nicht über Erfahrungen ausgetauscht, die sie betreffen und berühren. Das wollten wir ändern - und zwar den Männern* zuliebe. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich das Bild von Männlichkeit verändert, viele gesellschaftliche Vorstellungen, Zwänge und Tabus aber bleiben. Reflexion hilft, sich der eigenen Rolle klarzuwerden und sich auch zu befreien“, so Psychologe und Therapeut Knoll weiter, dessen Idee damals noch als besonders gewagt eingestuft wurde. 

Vorbild für die Gesprächsrunden war ein ähnliches Konzept aus der Schweiz. Ziel war es dabei von Beginn an, nicht übereinander, sondern miteinander zu reden – und das frei von Hierarchien. Achtsamkeit und Respekt, jenseits von Klischees, waren die Grundvoraussetzungen – und das unabhängig von sexueller Orientierung, geschlechtlicher Identität, Religion oder sozialem Status.

Austausch mit viel Respekt

„Man wird sich über vieles klar. Die Gruppe bietet den Teilnehmern* Orientierung und hilft bei der Selbstvergewisserung“, so Knoll weiter. Vermutlich sei das auch der Grund dafür, warum bis heute ein harter Kern der Männer immer wieder komme, so der Männerexperte erfreut. Die Gruppe sei dabei stets sehr divers, zwischen 15 und 30 Leute kommen jedes Mal. „Darunter sind die unterschiedlichsten Typen von konservativ bis woke, die ganze Bandbreite. Streit aber gibt es nie. Der Austausch von Mensch zu Mensch ist allen wichtig, deshalb begegnen sich die Teilnehmer* mit Respekt und Rücksicht.“

Ab 19. Januar geht es in diesem Jahr nun ins Jubiläumsjahr mit sieben Sitzungen, immer montags ab 19 Uhr in der Evangelischen Stadtakademie München. Die Kosten je Abend belaufen sich auf fünf Euro. Nach Eigeneinschätzung kann aber auch weniger bezahlt werden.

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