Urteil im Fall RJ May Homophober Republikaner wegen Kinderpornografie verurteilt
Der republikanische Abgeordnete aus South Carolina, RJ May, wurde gestern zu 17,5 Jahren Bundesgefängnis verurteilt. Der Politiker, der sich in der Vergangenheit gegen die Rechte von LGBTIQ+-Menschen ausgesprochen und Drag Queens sowie trans* Personen beschuldigt hatte, Kindern zu schaden, bekannte sich schuldig, Kinderpornografie sowie Kindersex-Missbrauchsmaterial (CSAM) verbreitet zu haben.
Tiefer Fall des Vorzeige-Republikaners
May, der 2023 von der Anti-LGBTIQ+-Gruppe „Moms for Liberty“ als „Abgeordneter des Jahres“ ausgezeichnet wurde, hatte zunächst die Vorwürfe bestritten. Ermittler fanden jedoch Beweise, dass er hunderte von Bildern von Kindern, darunter auch Bilder von Erwachsenen, die siebenjährige Kinder vergewaltigten, geteilt hatte. Richterin Cameron McGowan Currie bezeichnete in ihrer Urteilsbegründung das gesichtete Material als „schlimmer als alles, was ich je zuvor gesehen habe“.
May wurde im Juni 2024 verhaftet und angeklagt. Nach seiner Festnahme wurde er zunächst von seinem Posten im Staatsparlament suspendiert und trat dann unter Druck von politischen Gegnern zurück. Zunächst wollte er sich selbst vor Gericht vertreten, obwohl er kein Jurastudium abgeschlossen hatte, und forderte die Aufhebung des Durchsuchungsbefehls für seine Wohnung sowie die Beschlagnahmung seines Laptops und Mobilgeräts. Laut Ermittlern wurden auf diesen Geräten kein CSAM gefunden, jedoch fanden sich Beweise für eine Reise nach Kolumbien, auf der er sich beim Sex mit drei minderjährigen Mädchen filmen ließ.
Nach weiteren Entwicklungen behauptete sein Anwalt, May sei von politischen Gegnern in eine Falle gelockt worden. Letztlich bekannte sich der Abgeordnete jedoch schuldig, was zu einer Reduzierung der Anklagen führte. Obwohl die Staatsanwaltschaft eine zwanzigjährige Haftstrafe beantragt hatte, forderte May ein kürzeres Strafmaß, gefolgt von Hausarrest auf der Farm seiner Familie in Virginia.
Hunderte Missbrauchs-Videos
Weitere Ermittlungen ergaben, dass May zwischen Ende März und Anfang April 2024 fast 500 explizite Videos über das soziale Netzwerk Kik verschickt hatte, darunter 265 Dateien von Kleinkindern und jungen Kindern, die sexuell missbraucht wurden. Er teilte das illegale Material mit Nutzern in 18 US-Bundesstaaten und sechs anderen Ländern. Eine Untersuchung seines Telefons ergab überdies, dass May mehrere Messaging-Apps gelöscht hatte, darunter Kik, Telegram und Mega. Auf Mega verwendete er das Pseudonym „Eric Rentling“.
Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass May sexuelles Interesse an Inzest zwischen Kindern und ihren Eltern gezeigt habe. Besonders beunruhigend sei dabei die Tatsache, dass einige der Bilder Kinder im gleichen Alter wie sein eigenes siebenjähriges Kind zeigten. Aufgrund dieser Umstände wurde der 39-Jährige bis zu seinem Prozess ohne Kaution festgehalten.
Kampf gegen LGBTIQ+
May war Mitbegründer des konservativen „South Carolina Freedom Caucus“, der die republikanische Partei seines Bundesstaates weiter nach rechts rückte. Während seiner Zeit im Staatsparlament äußerte er sich wiederholt abfällig über LGBTIQ+-Themen. In einer Rede zu trans* Fragen im Januar 2024 erklärte er: „Wir als Gesetzgeber haben die Verpflichtung, sicherzustellen, dass unseren Kindern kein Schaden zugefügt wird.“ Bereits im November 2022 bezeichnete er Drag-Shows bei Kleinkindern als „Kinderpornografie“.