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Kleine Revolte in Russland
Foto: IMAGO / ITAR-TASS
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Kleine Revolte in Russland Russen streamen heimlich schwule Eishockey-Lovestory

ms - 13.01.2026 - 14:00 Uhr
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Die Serie „Heated Rivalry“ begeistert derzeit in Russland trotz der restriktiven Gesetze des Landes viele Zuschauer. Sie erzählt die Liebesgeschichte zwischen dem kanadischen Spieler Shane Hollander und dem russischen Spieler Ilya Rozanov, gespielt von Hudson Williams und Connor Storrie. Die Begeisterung für die Love-Story dürfte Präsident Putin nicht gefallen.  

Homosexualität als Verbrechen 

Der russische Journalist Mikhail Zygar berichtete in einem Artikel zuerst über die Auswirkungen von „Heated Rivalry“ auf die homosexuelle Community in Russland, inzwischen haben weitere Medien die Ausgangslage bestätigt. Er erklärte, dass er „viele Menschen wie Ilya“ kenne und selbst viele Ähnlichkeiten mit dem Charakter habe. „Wie Ilya wurde ich gegen Ende der Sowjetunion geboren, einer Zeit, in der Homosexualität noch ein Verbrechen war. Mein Vater war beim Militär,“ schreibt Zygar. „Ich wuchs in einer Gesellschaft auf, in der es nie möglich schien, sich zu outen; in Russland bedeutete es, ein Außenseiter zu sein, verflucht und ohne jede Chance.“

Russland erließ 2013 das Anti-Homosexuellen-Gesetz kurz vor den Olympischen Spielen in Sotschi und verschärfte es 2022 noch einmal. Es verbietet seitdem die „Propaganda von nicht-traditionellen sexuellen Beziehungen“ sowohl gegenüber Jugendlichen wie Erwachsenen. Im Jahr darauf erklärte das russische Justizministerium die „internationale LGBT-Bewegung“ für extremistisch, seitdem haben Angriffe gegenüber der Community erneut stark zugenommen. Die Gesetze haben dabei nicht nur Auswirkungen auf die allgemeine Gesellschaft, sondern fördert auch im russischen Sport die Homophobie immer weiter. 

Russen lieben schwule Love-Story 

Trotz dieser schwierigen Umstände gibt es durch „Heated Rivalry“ nun überraschend neue Hoffnung. Die Serie ist zwar auf offiziellen russischen Streaming-Diensten nicht verfügbar, doch inoffiziell hat sie inzwischen eine sehr große Fangemeinde gefunden. Die russische Plattform Kinopoisk, die Rotten Tomatoes ähnlich ist, bewertet die Serie mit einer 8,6 und liegt damit sogar über bekannten und in Russland sehr beliebten Serien wie „Game of Thrones“ und „Breaking Bad“. 

Zygar erklärte dazu weiter: „Ich weiß, dass tausende schwule Männer in Russland Heated Rivalry gesehen haben – auf illegalen Websites, da sie keine legale Möglichkeit haben, die Serie zu streamen. Die russischen Behörden würden die Serie sicherlich als LGBTIQ+-Propaganda verbieten, aber auch die meisten westlichen Plattformen sind in Russland blockiert.“ Trotz der Repressionen und der Notwendigkeit, Gesetze zu brechen, um Zugang zu schwulen Inhalten zu erhalten, sei die Serie derzeit für viele russische Schwule, Lesben und queere Menschen ein großer Lichtblick, so Zygar abschließend. 

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