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Berlin: Neun Jahre Haft für heimtückische Tötung im Schlaf
Foto: © iStock-AzmanL.
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Mann bringt Sexpartner um Berlin: Neun Jahre Haft für heimtückische Tötung im Schlaf

mr - 03.03.2026 - 17:30 Uhr
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Ein 43 Jahre alter Mann ist in Berlin wegen der Tötung seines Sexpartners zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren verurteilt worden. Das Landgericht sieht es als erwiesen an, dass der Angeklagte im September des letzten Jahres seinen Gastgeber im Schlaf angriff und tödlich verletzte. Das Opfer hatte dem obdachlosen Täter monatelang Unterkunft geboten, im Gegenzug war es wiederholt zu sexuellen Kontakten gekommen.

 

Gericht sieht Heimtücke und Tötungsabsicht

Nach den Feststellungen der Strafkammer trat die tödliche Eskalation ein, als der Angeklagte seinen schlafenden Bekannten mit einer Eisenstange schlug und anschließend mit einem Messer auf ihn einstach. Drei Schläge mit der Eisenstange und acht Messerstiche versetzten dem Gastgeber tödliche Verletzungen. Laut Vorsitzender Richterin Jana Jura wurden diese Angriffe als gezielt und heimtückisch gewertet, da das Opfer nackt auf dem Bett lag und sich nicht verteidigen konnte. Das Gericht kam zur Überzeugung, dass der Täter mit Tötungsabsicht handelte.

 

Persönliche Hintergründe und Schuldfrage

Zu den Motiven konnte das Gericht keine abschließende Klarheit gewinnen. Möglicherweise spielte eine sich steigernde Abneigung des – laut eigenen Angaben heterosexuellen – Angeklagten gegenüber den sexuellen Handlungen eine Rolle. Die psychiatrische Begutachtung brachte zutage, dass eine Borderline-Erkrankung und Drogenkonsum die Steuerungsfähigkeit des Mannes beeinträchtigt haben könnten. Dennoch schloss eine forensische Expertise aus, dass der Angeklagte schuldfähig war. Die Kammer folgte diesem Gutachten, sah allerdings von einer lebenslangen Haftstrafe ab, wie sie sonst bei Tötung in Heimtücke üblich ist. Mildernd bewertete das Gericht, dass der Angeklagte sich umgehend nach der Tat selbst stellte und ein Geständnis ablegte.

 

Gewalt in persönlichen Abhängigkeitsverhältnissen

Der Fall verdeutlicht, welche fatalen Folgen entstehen können, wenn persönliche und ökonomische Abhängigkeiten auf engem Raum zusammentreffen. Experten betonen, dass insbesondere marginalisierte Gruppen wie obdachlose Menschen in prekären Lebenslagen häufig keine Unterstützungssysteme besitzen und Konflikte so eskalieren können. Laut offiziellen Daten sind Tötungsdelikte in Deutschland mit sieben Fällen je eine Million Einwohner vergleichsweise selten, doch insbesondere in urbanen Räumen wie Berlin werden komplexe Lebensumstände häufig unterschätzt.

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