Direkt zum Inhalt
Hetze von Emine Erdoğan

Hetze von Emine Erdoğan Präsidentengattin verurteilt queere Menschen bei Kinderkonferenz

ms - 09.12.2025 - 13:00 Uhr
Loading audio player...

Die Frau des türkischen Präsidenten, Emine Erdoğan, hat jetzt erneut scharf gegen die LGBTIQ+-Community ausgeteilt. Bei einer Konferenz zum Thema Mediennutzung von Kindern im digitalen Zeitalter erklärte sie:  „Wir stehen unter Belagerung“. Zudem sprach sie von einer vermeintlichen „Propaganda zur Auslöschung des Geschlechts“ in sozialen Medien und digitalen Plattformen. Die Existenz queerer Menschen bezeichnete sie direkt als „globale Bedrohung“ für die „traditionelle Familie“.

Ein Ehepaar mit gleichen Werten

Vom Tonfall gleicht sich das Ehepaar dabei immer mehr an. In den vergangenen Jahren bezeichnete auch Präsident Recep Tayyip Erdoğan LGBTİQ+-Personen wiederholt als „pervers“, „gegen die Natur“ oder als „Degeneration“. 2023 erklärte er in einer Parteirede: „Wir erkennen LGBT nicht an.“ In diesem Jahr machte er nebst seinem „Jahr der Familie“ auch immer wieder Schlagzeilen mit Angriffen auf die Community, wenngleich das geplante Anti-LGBTIQ+-Gesetz vorerst nicht umgesetzt wurde. Es hätte hohe Haftstrafen für Homosexuelle und queere Menschen vorgesehen.  

Emine Erdoğan betonte in ihrer Rede des Weiteren Schutzmaßnahmen für Kinder und den Erhalt traditioneller Werte. Ziel auch hierbei war es offensichtlich, alle Menschen zu diskreditieren, die nicht in das heteronormative und patriarchale Schema der türkischen Präsidentengattin passen. 

Verfolgung von Aktivisten und Journalisten

Die homophobe Stimmung übertragt sich dabei offenbar auch immer mehr auf das ganze Land: Vor wenigen Tagen veröffentlichte die türkische NGO Medya ve Hukuk Çalışmaları Derneği (MLSA) ihren jüngsten Bericht: Im Gerichtsjahr 2024–2025 kam es zu 275 Prozessen, 430 Anhörungen und 1.696 Beschuldigten wegen Äußerungen, Aktivismus oder journalistischer Arbeit im Bereich LGBTIQ+. Einer der prominentesten Fälle war die Festnahme von Aktivist Enes Hocaoğulları im August dieses Jahres, der nur auf massiven, internationalen, politischen Druck hin Ende September vorerst wieder freigelassen worden war. Sein Vergehen: Er hatte die gewaltvolle Willkür der türkischen Polizei kritisiert. 

Insgesamt 52,1 Prozent dieser Angeklagten waren Aktivisten, viele aus ähnlichen Motiven verhaftet wie die Teilnahme an friedlichen Demonstrationen, Kritik am Staat oder die Unterstützung von Menschenrechten. Die häufigsten Anklagepunkte waren „Propaganda für eine terroristische Organisation“, „Verletzung der öffentlichen Ordnung“ und „Teilnahme an nicht genehmigten Demonstrationen“. Nach Ansicht der NGO-Experten erzeugt der türkische Staat gezielt das Verbrechen der Dissidenz, verwandelt Social-Media-Beiträge oder Fotos in „Terrorismusbeweise“ und füllt Gerichte und Gefängnisse so mit Menschen, die sich kritisch äußern. Dies diene weniger der Rechtspflege als der Machtsicherung und Kontrolle.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Filmfestival Cannes 2026

Viele queere Filme im Programm

Im Mai kämpfen viele queere Filme um die begehrte Palme d'Or beim Filmfestival in Cannes, jetzt wurden alle Teilnehmer bekannt gegeben.
Akzeptanzverlust in Community

Betroffen sind asexuelle Menschen

Das Gefühl von Akzeptanz ist innerhalb der asexuellen Community im letzten Jahr stark gesunken, so das Ergebnis einer neuen Studie.
30 Jahre "Day of Silence"

Mobbing von LGBTIQ+-Schülern

Der "Day of Silence" feiert in den USA 30-jähriges Jubiläum und soll den Fokus auf das Mobbing von LGBTIQ+-Schülern richten.
Bunter Widerstand in Miami

Regenbogen aus Pflastersteinen

Miami rebelliert mit einem Regenbogen aus Pflastersteinen im Park gegen die skurrilen Verbote von Floridas Gouverneur DeSantis.
Neues Verbot im Profisport

Dart-Verband sperrt trans* Frauen

Der größte Dart-Verband PDC hat jetzt trans* Frauen von Frauenwettkämpfen ausgeschlossen und betont geschlechtsspezifische Unterschiede.
Dating-Masche in der Schweiz

Hohe Haftstrafen für Kriminelle

Zwei junge Männer wurden in der Schweiz jetzt zu hohen Haftstrafen verurteilt, sie hatten schwule Männer bei vorgetäuschten Dates brutal ausgeraubt.
Neues Verbot in Russland

Menschenrechtsorganisation Memorial

Ein russisches Gericht hat jetzt die bekannte Menschenrechtsorganisation Memorial verboten; der Verein setzte sich auch für LGBTIQ+ ein.
Hassverbrechen in Bremen

Verdopplung Angriffe auf LGBTIQ+

In Bremen haben sich die Fälle von Hasskriminalität gegenüber queeren Menschen binnen eines Jahres verdoppelt, wie Innensenatorin Högl jetzt mitteilte
Mpox in Berlin

Deutliche Zunahme der Fallzahlen

Die Zahl der Mpox-Fälle in Berlin steigt weiter rapide an, in der Mehrheit der Fälle handelt es sich dabei um die gefährlichere Virusvariante Klade Ib