Direkt zum Inhalt
Dating-Masche in der Schweiz
ANZEIGE

Dating-Masche in der Schweiz Schwule Männer brutal geschlagen und mit Pistole bedroht

ms - 10.04.2026 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

Nach mehreren brutalen Raubüberfällen mit der bekannten Dating-Masche sind in der Schweiz jetzt zwei Männer zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Das zuständige Bezirksgericht in Bülach sprach die Angeklagten des mehrfachen bandenmäßigen Raubes sowie weiterer Delikte schuldig. Die Opfer waren schwule Männer. 

Das Wichtigste im Überblick:

  • Zwei junge Männer sind in der Schweiz wegen gewaltsamer Raubüberfälle verurteilt worden.
  • Sie hatten ihre schwulen Opfer über die Dating-Plattform Romeo angelockt und in abgelegenen Waldgebieten überfallen.
  • Die Täter setzten neben Drohungen auch massive körperliche Gewalt ein.
  • Mehrere schwule Männer wurden teils schwer verletzt durch die Attacken der Täter.

Brutale Überfälle nach Romeo-Flirt 

Den Feststellungen zufolge ereigneten sich die Taten im Spätsommer 2023. Die Täter nahmen über die schwule Online-Dating-Plattform Romeo Kontakt zu ihren späteren Opfern auf und vereinbarten Treffen für sexuelle Dienstleistungen gegen Geld. Stattdessen lockten sie die Männer gezielt in abgelegene Waldgebiete, um sie dort auszurauben.

Laut Anklage setzten die Angreifer dabei auch eine Softair-Pistole ein, um zusätzlichen Druck auszuüben. Darüber hinaus kam es zu erheblicher körperlicher Gewalt, immer wieder prügelten die beiden Täter demnach auf die ahnungslosen Männer ein. Ein Opfer erlitt Rippenbrüche, mehrere Prellungen sowie eine Gehirnerschütterung. In einem weiteren Fall schlugen und traten die Täter auf einen Mann ein, als dieser bereits am Boden lag, und hielten ihm eine Pistole an den Kopf. Ein drittes Opfer wurde gezwungen, sich hinzulegen, um beraubt zu werden.

Mehrjährige Haftstrafen für Räuberduo 

Die Festnahme der beiden Beschuldigten erfolgte, als sie eine weitere Tat vorbereiteten. Zu diesem Zeitpunkt standen sie bereits unter Beobachtung der Polizei. Nach den Ermittlungen planten sie, ein früheres Opfer erneut anzugreifen, um an den Code eines Tresors zu gelangen. Die Polizei griff jedoch ein, bevor es dazu kam. Bei den Tätern handelt es sich um einen 30-jährigen Schweizer, der die Kontakte zu den Opfern herstellte, sowie einen 23-jährigen Brasilianer, der an den Gewalttaten beteiligt gewesen sein soll. Die Zuordnung einzelner Übergriffe gestaltete sich während der Ermittlungen schwierig, da die Täter ihre Gesichter mit Sturmhauben verdeckten.

Die Staatsanwaltschaft hatte im Februar Freiheitsstrafen von bis zu 11,5 Jahren gefordert. Das Gericht blieb mit seinen Urteilen darunter und verhängte gegen den 30-Jährigen eine Haftstrafe von sechs Jahren. Der 23-Jährige wurde zu sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt und zusätzlich mit einem achtjährigen Einreiseverbot nach seiner Haftzeit belegt.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Neue Unsicherheit beim ESC

Sender kämpfen ums Überleben

Wirtschaftliche und politische Veränderungen bei mehreren Rundfunkanstalten könnten die ESC-Teilnahmen einiger Länder für 2027 gefährden.
US-Athlet Jacob Harmon

Offen auf der Matte und im Leben

Der offen schwule Turner Jacob Harmon erfüllte sich seinen College-Traum und möchte jetzt anderen jungen LGBTIQ+-Sportlern Mut machen.
Amnesty kritisiert J.K.Rowling

Frauenhilfszentrum im Fokus

Amnesty International UK stuft J. K. Rowlings Krisenzentrum für Frauen als „rechtefeindlich“ ein und löst damit erneut eine Debatte aus.
Eklat bei der L.A. Police

Homophobe Polizisten im Fokus

Ein LAPD-Beamter könnte angeklagt werden, nachdem er Kollegen bei homophoben, rassistischen und sexistischen Aussagen aufgenommen hat.
Sam Neill ist tot

Ein Star mit Haltung

Schauspieler Sam Neill ist mit 78 Jahren gestorben. Neben seiner Filmkarriere wurde er auch für seine Unterstützung der LGBTIQ+-Community geschätzt.
Spätes Urteil nach Jahrzehnten

Mord mit homophobem Hintergrund

Nach mehr als 40 Jahren sind zwei Brüder wegen des Mordes an dem schwulen Beamten Anthony Littler verurteilt worden.
Bromance bei der WM

Freundschaft trotz Viertelfinale

Nach dem WM-Viertelfinale zwischen England und Norwegen sorgen Erling Haaland und Jude Bellingham mit ihrer Freundschaft für Aufmerksamkeit.
Historische Klage in Botswana

Lesbisches Paar kämpft weiter

Zwei Frauen kämpfen vor Botswanas Oberstem Gericht um die Anerkennung ihrer Ehe – ein Verfahren mit Signalwirkung für ganz Afrika.
Schwerbehindert und LGBTIQ+

Viele leben doppelt benachteiligt

Millionen Menschen leben mit einer Schwerbehinderung. Hunderttausende LGBTIQ+-Personen kämpfen dabei zudem mit mehrfachen Diskriminierungserfahrungen.