Direkt zum Inhalt
Häusliche Gewalt gegen LGBTIQ+
ANZEIGE

Häusliche Gewalt gegen LGBTIQ+ Gewalt in Familien oder Partnerschaften bei queeren Menschen

ms - 22.12.2025 - 11:00 Uhr
Loading audio player...

Die queere Hilfsorganisation Open Doors schlägt in Australien Alarm – immer öfter kommt es in Down Under zu häuslicher Gewalt gegenüber jungen LGBTIQ+-Menschen. Mangelnde Ressourcen und kaum sichere Zufluchtsorte dramatisieren die Lage überdies. Das Thema müsse raus aus dem Tabu – und habe gerade an den Feiertagen zum Ende des Jahres eine besonders hohe Brisanz. 

Keine Hilfsangebote für LGBTIQ+

Häusliche und familiäre Gewalt kennen viele homosexuelle und queere Jugendliche, so Rachel Hinds, Geschäftsführerin von  Open Doors. Das besondere Problem dabei: „Es gibt keine speziellen Anlaufstellen für Schwule, Lesben oder auch trans* Menschen. Wenn eine homosexuelle Person die Notfall-Hotlines anruft, weiß sie oft nicht, ob das Gegenüber wirklich Verständnis hat und wie dieser Berater reagieren wird. Wenn eine nicht-binäre Person oder eine trans* Frau die Hotline anruft, scheitert es oftmals schon an der Frage, welche Zweigstelle der Hotline sie denn anrufen so? Jene für Männer oder jene für Frauen? Das alles erschwert die Lage sehr“, so Hinds. Besondere Helplines nur für die Community gibt es bis heute nicht. 

Schmetterlingsgefühle werden zu emotionaler Ausbeutung 

LGBTIQ+-Menschen erleben dabei nicht „nur“ innerhalb ihrer eigenen Familie Gewalt, sondern durchaus auch in ihren ersten Beziehungen. Die Organisation hat die Aussagen mehrerer Betroffener nach Rücksprache unter Pseudonym veröffentlicht, um die Debatte darüber in die Gesellschaft hinauszutragen. „Anfangs ist eine erste große Liebe toll, doch bei nicht wenigen geschieht es, dass sich das in einen Albtraum voll körperlicher Gewalt, emotionaler Kontrolle und finanzieller Ausbeutung verwandelt.“ 

An den Verein wendeten sich junge Schwule und Lesben unter 20 Jahren, deren Partner sie mittels Ortungs-Apps überwachten und ihnen verboten, berufliche oder sozial-freundschaftliche Kontakte zu haben. „Am Anfang war alles neu und lustig, aber nach drei Monaten begann sich die Lage zu ändern. Er fragte mich, wo ich war, mit wem ich sprach, und kontrollierte sogar den Kilometerstand meines Autos, um zu überprüfen, ob ich wirklich dorthin fuhr, wo ich sagte“, so der schwule Alex, der damals 19 Jahre alt war. Es dauerte drei Jahre, bis er sich aus dieser toxischen Beziehung befreien konnte. 

Erste Förderung – Lichtblick für mehr?

Der Bundesstaat Queensland hat das Problem als einer der ersten erkannt und dem Verein Open Doors jetzt rund 730.000 Dollar an Spenden zukommen lassen, um bis Ende 2026 eine erste Hotline aufzubauen, die sich direkt an queere und homosexuelle Jugendliche wendet. Die jungen Menschen in Not sollen beraten und auch betreut werden, zudem besteht bereits jetzt seit kurzem die Möglichkeit, einzelne Opfer in Unterkünfte aufzunehmen. In den ersten sechs Monaten wurden bereits 153 Jugendliche aufgenommen.

Betroffene und Verein sind sich zwar einig darin, dass damit ein wichtiger erster Schritt getan ist, ausreichend ist dies allerdings noch lange nicht, noch dazu, wo Open Doors aus Brisbane nur in Queensland tätig ist, anderswo in Australien sind queere junge Menschen noch ganz auf sich alleine gestellt.

Scham bei den Opfern 

Bei den Opfern von häuslicher Gewalt komme außerdem oftmals auch Scham dazu, wie Carolyn Robinson, Gründerin von Beyond DV, betonte. „Wir müssen sicherstellen, dass alle Hilfsdienste darauf vorbereitet sind, diese Meldungen ohne Vorurteile entgegenzunehmen und einen sicheren Raum zu bieten, in dem diese Menschen Hilfe finden können.“ Dringender denn je brauche es daher Fortbildungskurse im Bereich LGBTIQ+ für die Berater und Beraterinnen am Telefon und überdies digitale Tools, die ebenso wichtige Hilfsmittel sein können. 

Trotz der grundsätzlichen Bereitschaft, LGBTIQ+-Menschen hier zu helfen, wie auch die zuständige Minister aus Queensland, Amanda Camm betonte, sei es noch ein langer Weg, jungen queeren Personen eine „angemessene Zuflucht und Unterstützung“ zukommen zu lassen, bekräftigte Open Doors weiter. Das Thema dürfe im ganzen Land nicht weiter tabuisiert werden. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Heated Rivalry kehrt zurück

Staffel 2-Drehstart steht bevor

Connor Storrie und Hudson Williams stimmen Fans mit einem gemeinsamen Auftritt in Toronto auf die zweite Staffel von „Heated Rivalry“ ein.
Überraschung bei Heartstopper

Gelöschte Sex-Szenen enthüllt

Die „Heartstopper“-Stars verrieten jetzt: Netflix strich den Großteil der gedrehten Sex-Szenen aus dem Abschlussfilm, einiges sei wie "Porno" gewesen.
Autor Benjamin Alire Sáenz

Abschied von einem Erzähler

Der Schriftsteller Benjamin Alire Sáenz, bekannt für „Aristoteles und Dante“, ist im Alter von 71 Jahren gestorben.
Dritte Festnahme von Drake Von

Pornostar wird abermals inhaftiert

Adultdarsteller Drake Von ist jetzt zum dritten Mal in diesem Jahr festgenommen worden. Gegen ihn laufen inzwischen mehrere Strafverfahren.
Haft wegen Regenbogen-Shirt

Russland verschärft Repressionen

Ein russischer Kommunalwahlkandidat muss wegen eines Regenbogen-T-Shirts zehn Tage in Haft und darf nicht mehr kandidieren.
KI-Brillen sorgen für Kritik

Warnung vor Überwachungsrisiko

KI-Brillen von Meta könnten laut Kritikern neue Formen staatlicher Überwachung ermöglichen und besonders Minderheiten wie LGBTIQ+ gefährden.
Rätselhafter Tod in Dublin

Leiche in Recyclinganlage entdeckt

Ein obdachloser schwuler Mann wurde tot in einer Müllanlage in Dublin gefunden. Die Polizei schließt ein mögliches Verbrechen nicht aus.
Hardcore in Österreich

Alterscheck für alle Pornoseiten

Österreich plant ab 2027 verpflichtende Alterskontrollen für Pornoseiten. Kritiker warnen vor Risiken für Datenschutz und Anonymität.
Uni-Rauswurf in Nigeria

Schwule Studenten exmatrikuliert

Eine nigerianische Universität hat jetzt zwei männliche Studenten wegen einer homosexuellen Beziehung von der Hochschule geworfen.