Direkt zum Inhalt
Sieg für die Community

Sieg für die Community Supreme Court lehnt Überprüfung der Homo-Ehe ab

ms - 11.11.2025 - 09:00 Uhr
Loading audio player...

Es ist ein wichtiger Sieg für die Community in den USA – und ein noch größeres Aufatmen bei homosexuellen Menschen in den Vereinigten Staaten. Der Supreme Court in den USA wird sich nicht mit der gleichgeschlechtlichen Ehe befassen, eine Überprüfung des Urteils der Vorgänger von 2015 lehnten die neun Richter jetzt ab. Vor zehn Jahren hatte der Supreme Court einst den Weg frei gemacht für die landesweite Einführung der umgangssprachlichen Homo-Ehe

Klage durch die Instanzen 

Die homophobe Ex-Bezirksangestellte von Kentucky, Kim Davis, hatte den Fall mit tatkräftiger Unterstützung von Anti-LGBTIQ+-Verbänden in den letzten zehn Jahren bis vor den Obersten Gerichtshof getragen. Im Jahr 2015 hatte sie sich aus religiösen Gründen geweitert, einem schwulen Paar eine Ehegenehmigung auszustellen. Davis wurde zu Strafzahlungen verurteilt, verlor Runde um Runde vor Gerichten und klagte sich dabei stets trotzdem in die nächst höhere Instanz. Die Hoffnung ihrer Befürworter war groß, dass die inzwischen mehrheitlich konservativen Supreme-Richter das Recht auf Ehe für Schwule und Lesben zurücknehmen, allen voran befeuert durch die beiden Kritiker Clarence Thomas sowie Samuel Alito

Wäre dies geschehen, wären die jeweiligen Richtlinien der US-Bundesstaaten wieder in Kraft getreten und die gleichgeschlechtliche Ehe wäre in halb Amerika wieder illegal geworden. Damit sich der Supreme Court erneut mit dem Fall befasst, wären mindestens vier Richterstimmen nötig gewesen – diese kamen aber trotz einer Mehrheit von sechs konservativen Richtern am Obersten Gerichtshof glücklicherweise nicht zustande. Eine Begründung, warum die Richter eine Überprüfung ablehnten, gibt es wie üblich in solchen Fällen nicht.  

Aufatmen in der Community 

Die LGBTIQ+-Community hatte mit großer Sorge die letzten Monate auf den Supreme Court geblickt, auch, weil dieser andere, sicher geglaubte Grundrechte wie das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche zuletzt 2022 revidiert hatte. Bereits Ende 2022 wurde deswegen auch unter der Biden-Regierung ein Bundesgesetz zum Schutz bestehender Homo-Ehen erlassen. 

Die rund 820.000 homosexuellen US-Ehepaare und die ganze Community im Land können jetzt erst einmal aufatmen: Mit der Abweisung des Falles dürfte die gleichgeschlechtliche Ehe zunächst gesichert sein. Allerdings: Das Oberste Gericht in Texas hat erst vor kurzem beschlossen, dass Richter die Vermählung von homosexuellen Paaren aus Glaubensgründen ablehnen dürfen. Auf Umwegen könnte der Streit um die Homo-Ehe also doch abermals wieder vor dem Supreme Court landen. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Meilenstein für Queer-Athleten

Debüt für Joao Lucas Reis da Silva

Joao Lucas Reis da Silva ist der erste offen schwule Tennis-Profi, der bei einem ATP-Turnier dieser Größenordnung ein Match bestreitet.
Sie starb mit nur 43 Jahren

"The Real L Word"-Star ist tot

Francine Beppu, bekannt durch ihre Teilnahme an der Reality-TV-Serie "The Real L Word", ist im Alter von nur 43 Jahren in Honolulu verstorben.
Forderung eines Weltfußballers

Homophobie besser bekämpfen

Real-Madrid-Torhüter Thibaut Courtois fordert, homophobe Beleidigungen im Fußball mit der gleichen Ernsthaftigkeit zu bestrafen wie Rassismus.
Hetze gegen „LGBTQ-Propaganda“

Queere „pädophile Lobbygruppen“

Die niedersächsische AfD-Landtagsabgeordnete Vanessa Behrendt bezeichnete die Regenbogenfahne als Symbol „pädophiler Lobbygruppen“.
Radikalisierung im Senegal

Verdopplung der Haftstrafen?

Im Senegal ist Homosexualität bereits illegal, nun sollen die Haftstrafen für Schwule und Lesben mindestens verdoppelt werden.
Die Geschichte der Community

Besondere Aufarbeitung in London

Mit einer besonderen Ausstellung soll in London die LGBTIQ+-Geschichte beleuchtet werden, insbesondere dunkle Zeiten von Sektion 28 bis zur Aids-Krise
Neuer Angriff auf Homo-Ehe

Ende der Ehe für alle gefordert

Kein Ende in Sicht: Erneut greifen US-Republikaner die Homo-Ehe an und wenden sich an den Supreme Court nach dem Motto: Steter Tropfen höhlt den Stein
Festnahmen in Uganda

Lesbisches Paar inhaftiert

Ein lesbisches Paar wurde in Uganda wegen einem Kuss in der Öffentlichkeit festgenommen, ihnen droht nun eine lebenslange Haft.