Neuer Angriff auf Homo-Ehe US-Republikaner in Idaho wenden sich an Supreme Court
Der Kampf beginnt von neuem: Republikaner im US-Bundesstaat Idaho haben einen offiziellen Gesetzesvorschlag eingebracht, in dem der Oberste Gerichtshof der USA aufgefordert wird, das Urteil Obergefell v. Hodges von 2015 aufzuheben. Dieses hatte gleichgeschlechtliche Ehen landesweit legalisiert. Ein ähnlicher Versuch der Republikaner scheiterte zuletzt erst im vergangenen Jahr.
Ehe für alle sei „gefährliche Fiktion“
Der republikanische Abgeordnete Tony Wisniewski brachte eine gemeinsame Entschließung ein, ein parlamentarisches Instrument, mit dem ein Gesetzgeber formal mit einer anderen föderalen Instanz kommuniziert. Darin wird das Gericht gebeten, die Entscheidung aufzuheben, berichtete die Idaho Capital Sun.
Der Vorschlag argumentiert, dass die Entscheidung von 2015 eine Definition von Freiheit anwende, die von den Gründern Amerikas nicht anerkannt worden wäre, und bezeichnet die Ehe für alle als „gefährliche Fiktion“. Wisniewski bekräftigte daher, Ehegesetze sollten am besten den Bundesstaaten überlassen bleiben – wäre dies der Fall, wäre die gleichgeschlechtliche Ehe in rund der Hälfte der fünfzig US-Bundesstaaten verboten. „Die Regierung hat Familien oder Ehe nicht geschaffen, aber sie muss anerkennen, dass die Familie der grundlegende Baustein der Gesellschaft ist“, so Wisniewski in einer Ausschusssitzung. „Die Stärken, die diese beiden komplementären Rollen von Vater und Mutter einer Familie geben, bieten Kraft, Orientierung und Stabilität – und damit für die Gesellschaft als Ganzes.“
Steter Tropfen höhlt den Stein
Zahlreiche Studien der letzten Jahre widersprechen dieser Auffassung und bestätigten indes, dass Kinder gleichgeschlechtlicher Eltern sogar glücklicher und gesünder aufwachsen als Kinder mit verschiedengeschlechtlichen Eltern. Eine Übersicht der Cornell University ergab, dass 75 von 79 Studien „zu dem Schluss kamen, dass Kinder von schwulen oder lesbischen Eltern nicht schlechter abschneiden als andere Kinder“.
Der Ausschuss für Staatsangelegenheiten des Repräsentantenhauses stimmte trotzdem der Entschließung zu, eine öffentliche Anhörung soll folgen. Selbst wenn beide Kammern des Gesetzgebers zustimmen, würde dies allerdings keine neuen Gesetze schaffen und den Supreme Court nicht verpflichten, zu handeln. Die Resolution würde jedoch dem Gericht zur Prüfung übermittelt. Das Ziel der Attacken scheint gesetzt: Steter Tropfen höhlt den Stein. Vielleicht, so die Hoffnung, macht sich die Beharrlichkeit am Ende bezahlt, noch dazu, wo mindestens zwei Richter des Obersten Gerichtshofs die gleichgeschlechtliche Ehe bereits jetzt kritisch sehen.
Verlorene Klagen
Im vergangenen Jahr hatte die republikanische Abgeordnete Heather Scott eine ähnliche Entschließung eingebracht. Diese wurde im Repräsentantenhaus mit 46 zu 24 Stimmen angenommen, erhielt aber keine Abstimmung im Senat und war damit gescheitert. Demokraten bezeichneten die Resolution damals als „traurige Ablenkung“. Idaho hatte 2006 eine Verfassungsänderung verabschiedet, die gleichgeschlechtliche Ehen verbot. Ein Bundesrichter erklärte diese 2014 für verfassungswidrig, das Supreme-Court-Urteil von 2015 legalisierte die Ehegleichstellung im Bundesstaat schließlich.
Im Oktober 2025 erklärte darüber hinaus die republikanische Supreme-Court-Richterin Amy Coney Barrett, sie gehe davon aus, dass das Urteil zur Ehegleichstellung bestehen bleibe, da es viele andere Rechte betreffe, darunter medizinische, finanzielle, familiäre und soziale Rechte. Ende 2025 hatte der Supreme Court es zudem abgelehnt, sich erneut mit der Frage der Homo-Ehe zu beschäftigen – geklagt hatte mit Unterstützung von Anti-LGBTIQ+-Verbänden die homophobe Ex-Bezirksangestellte von Kentucky, Kim Davis. Aktuell gibt es in den Vereinigten Staaten von Amerika rund 820.000 verheiratete, homosexuelle Paare, knapp 66 Prozent der US-Amerikaner befürworten das Recht auf Ehe für Schwule und Lesben.