Direkt zum Inhalt
Gender-Aus bei Bundesministerien

Gender-Aus bei Ministerien Die Gender-Sprache soll bei allen Ministerien in der Bundesregierung nicht mehr angewandt werden

ms - 05.08.2025 - 10:30 Uhr
Loading audio player...

Auf Rückfrage hat sich nun auch das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung gegen die Gender-Sprache ausgesprochen. Am letzten Sonntag hatte das Verbot im Bundeskanzleramt bereits für Schlagzeilen gesorgt. Karsten Wildberger (CDU), Sprecher des Digitalministeriums, begründete diesen Schritt nun ebenso wie Kulturstaatsminister Wolfram Weimer mit den Richtlinien des Rats für deutsche Rechtsprechung. 

Verständlich und rechtssicher

Wildberger erklärte: „Dieses Regelwerk sieht vor, dass geschlechtergerechte Sprache verständlich, lesbar, vorlesbar ist, auch im Blick auf Barrierefreiheit und Vorlesesoftware und dass sie grammatikalisch korrekt ist sowie Eindeutigkeit und Rechtssicherheit gewährleistet. Diese sieht also keine Sonderzeichen vor.“ Deswegen, so Wildberger weiter, würde künftig in allen Bundesministerien der Bundesregierung nicht mehr gegendert werden. 

Gegenüber der Bild am Sonntag hatte zuvor Kulturstaatsminister Wolfram Weimer ein Verbot der Gender-Sprache ausgesprochen und von einer „bevormundenden  Spracherziehung“ sowie einem „Spielfeld für Ideologen“ gesprochen, das die „Spaltung unserer Gesellschaft“ vertiefe. Zudem verwies Weimer darauf, dass die übergroße Mehrheit der deutschen Bevölkerung die Gender-Sprache ablehnt – auch die junge Generation Z wie auch die Mehrheit innerhalb der queeren Community. Der ehemalige Queer-Beauftragte Sven Lehmann von den Grünen verurteilte das Vorgehen indes als „autoritäre Unkultur“, die seiner Einschätzung nach „transgeschlechtliche und nicht-binäre Menschen durch Sprache“ ausschließe. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Neue Statistik von Pornhub

Vorlieben schwuler Jungs online

Eine Auswertung zum Pride Monat 2026 zeigt, welche Kategorien und Suchbegriffe bei schwulen Pornoinhalten weltweit besonders gefragt waren.
"Patriarchat muss brennen"

Kritik an martialischer Sprache

Der Christopher Street Day (CSD) in Freiberg sorgt mit seinem Motto „Farbe bekennen – das Patriarchat muss brennen" für Aufsehen.
Dating-Masche in Indien

Festnahmen nach Erpressung

Ein Mann in Indien soll über eine Dating-App in eine Falle gelockt, misshandelt und anschließend erpresst worden sein.
Bittere Zahlen

WM und der Einsatz für LGBTIQ+

Eine neue Auswertung zeigt: Gerade einmal acht der fast 1.300 Fußballer bei der laufenden WM setzen sich aktiv für LGBTIQ+-Themen ein.
Klage gegen queeren US-Verband

US-Agenda schreitet weiter voran

Die US-Regierung verschärft ihren Kurs gegen Organisationen, die Standards für geschlechtsangleichende Behandlungen entwickeln.
Kasachstan sperrt Webseite

Vorgehen gegen queere Gruppe

Kasachstan hat im Rahmen des neuen Anti-Homosexuellen-Gesetzes eine erste Webseite mit LGBTIQ+-Themen gesperrt.
Erneute Kritik an FIFA

Sind die eigenen Regeln egal?

Der britische Menschenrechtsaktivist Peter Tatchell wirft der FIFA vor, ihre eigenen Antidiskriminierungsregeln nicht konsequent durchzusetzen.
Verbot für Deepfakes

EU votiert für neue KI-Regeln

Die EU verschärft den Kampf gegen missbräuchliche KI-Anwendungen. Die queere Community ist uneins bei der Frage, ob das gut oder schlecht ist.