Direkt zum Inhalt

Gewalt in Brandenburg Mehr Straftaten gegen queere Menschen registriert

Von ms - 10.03.2026 - 08:30 Uhr
Gewalt in Brandenburg
Foto: iStock / MattoMatteo
ANZEIGE
Loading audio player...

In Brandenburg hat die Polizei im vergangenen Jahr deutlich mehr Straftaten erfasst, die sich gegen Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität richten. Die Zahl der Attacken stieg um rund 21 Prozent an. Das geht jetzt aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der SPD-Fraktion hervor.

Massiver Anstieg 2025 

Demnach wurden 2025 insgesamt 115 entsprechende Delikte registriert. Für das Jahr 2024 lag die Zahl bei 95 Fällen. Die Behörden weisen in diesem Zusammenhang erneut daraufhin, dass die allermeisten Angriffe gar nicht erst polizeilich erfasst werden, die dokumentierten Fälle machen dabei nach Einschätzung der Polizei sowie der EU-Grundwerteagentur nur 10 Prozent aller tatsächlich stattfindenden Übergriffe aus. Die tatsächliche Anzahl der Angriffe dürfte also bei über 1.100 Fällen liegen. 

Nach Einschätzung des Innenministeriums könnte der jüngste Anstieg teilweise allerdings auch auf ein verändertes Anzeigeverhalten zurückzuführen sein. „Es ist ein Anstieg erkennbar, der unter anderem auf ein verändertes Anzeigeverhalten aufgrund von mehr ‚Awareness‘ und Vertrauen in Institutionen der Geschädigten zurückzuführen sein könnte“, teilte das Ministerium mit. Ob das stimmt oder wie stark ein mögliches verändertes Anzeigeverhalten die Zahlen beeinflusst haben könnte, kann allerdings nicht nachvollzogen werden.  

Mehr Einsatz gegen Hassverbrechen

Die Behörden versuchen nach eigenen Angaben, stärker auf das Problem aufmerksam zu machen. Dazu gehören unter anderem Informationsveranstaltungen, Netzwerkarbeit sowie Sensibilisierungsmaßnahmen innerhalb der Polizei Brandenburg und weiterer Sicherheitsbehörden. Das Ministerium bezeichnete Hasskriminalität als besonders schwere Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Solche Taten richteten sich nicht nur gegen einzelne Personen, sondern zielten auch darauf ab, ganze Bevölkerungsgruppen einzuschüchtern.

 Queerfeindliche Hasskriminalität könne sich zudem gegen Institutionen, Organisationen und Vereine richten. Entsprechende Vorfälle wurden 2025 in mehreren Landkreisen Brandenburgs registriert. Bei den erfassten Delikten gegen Schwule, Lesben, Bisexuelle und trans* Menschen handelt es sich um vorläufige Zahlen. Durch laufende Ermittlungen oder spätere Meldungen könnten sie noch steigen. Bereits für das Jahr 2024 waren nachträglich elf weitere Fälle hinzugekommen. Zuletzt wurde erst gestern aus Hamburg ein ähnlich starker Anstieg der Hasskriminalität publik, die Rede ist von einem Rekordhoch im Bereich LGBTIQ+. 

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

BILDCSD-Terrorist Abdul Ballout - Justiz ließ ihn vor Anschlag immer wieder laufenSüddeutsche ZeitungVeranstaltung in Garching: Fundamentalistische Hassbotschaften im BürgerhausDER STANDARDMit Troye Sivans "She’s The Best" auf der etwas anderen PartytazRazzien gegen Queers in der Türkei: Finsternis am BosporusAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Sollte die geplante automatische Weitergabe sensibler Daten in Baden-Württemberg verhindert werden?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Nacktheit bei Heated Rivalry

Intime Dreharbeiten ohne Grenzen?

Die Hauptdarsteller von „Heated Rivalry“ waren zu kompletten Frontalnacktaufnahmen bereit. Regisseur Jacob Tierney entschied sich jedoch dagegen.
Frauen und Schwulenpornos

Besonderer Reiz für die Damenwelt

Die Hälfte des Publikums schwuler Pornos auf Pornhub ist inzwischen weiblich. Studien zeigen, warum Frauen Sex zwischen Männern so interessant finden.
Spätes Coming-Out mit 40

Saunabesuche, Sex und Politik

Der bekannte britische Radiomoderator Iain Dale spricht über Homophobie bei den Tories, sein spätes Coming-Out und sein früheres Sexleben.
Polizeieinsatz bei Halk TV

Türkei geht erneut gegen Medium vor

Nach einer Razzia bei Halk TV in der Türkei übernimmt der Staat jetzt die Kontrolle. Die Opposition kritisiert den Eingriff in die Pressefreiheit.
Social-Media-Verbot kommt

Regierung verschärft Jugendschutz

Die Bundesregierung plant strengere Social-Media-Regeln für Minderjährige. Für queere Jugendliche geht es dabei auch um wichtige Schutzräume.
Pentagon-Chef unter Druck

Kritik an US-Verteidigungsminister

Der schwule Demokrat Pete Buttigieg wirft US-Verteidigungsminister Pete Hegseth strategisches Versagen im Iran-Krieg vor und fordert seinen Rücktritt.
Kein Geld mehr für LGBTIQ+

Florida streicht Museumsförderung

Das bekannte LGBTIQ+-Museum in Florida verliert seine Förderung. Die Leitung kritisiert den Einfluss neuer Gesetze und fordert politischen Widerstand.
Kuss-Foto löst Hasswelle aus

Todesdrohung nach Familienfeier

Ein harmloses Kuss-Foto eines schwules Paares löst im Netz homophobe Hetze bis hin zu Todesforderungen aus. Das Paar lässt sich nicht einschüchtern.
Droht ein neues LGBTIQ-Verbot?

Aserbaidschans neue Gesetzespläne

Aserbaidschan soll ein Verbot sogenannter „LGBT-Propaganda“ nach russischem Vorbild planen. Einige Abgeordnete dementieren bisher eher halbherzig.