Direkt zum Inhalt

Reform des Abstammungsrechts Bundesjustizministerin Hubig spricht sich für eine Gesetzesänderung für lesbische Paare aus

ms - 10.07.2025 - 08:30 Uhr
Loading audio player...

Der Druck auf die Regierung wächst: Nun hat sich auch Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) für eine Reform im Abstammungsrecht für lesbische Paare ausgesprochen. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz hatte in diesem Jahr inzwischen mehrfach bekundet, eine solche Gesetzesänderung ebenso höchstwahrscheinlich mitzutragen.

Ende von Stiefkindadoptionen

„Ich persönlich kann mir vorstellen, dass wir im Abstammungsrecht eine Regelung für eine gemeinsame Mutterschaft von Frauenpaaren treffen. Dieser Weg über das gerichtliche Adoptionsverfahren ist sehr mühsam und belastet die Familien“, so Hubig gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Bisher muss die nicht leibliche Mutter in lesbischen Partnerschaften das gemeinsame Kind adoptieren. Diese Verfahren sind langwierig und kostenintensiv. Inzwischen ein Drittel aller Adoptionen in Deutschland pro Jahr machen dabei jene Stiefkindadoptionen bei lesbischen Paaren aus

Hubig betonte gegenüber der dpa auch die Problematik, dass aktuell im Todesfall der leiblichen Mutter nach der Geburt das Kind rechtlich gesehen eine Vollwaise ist, die Partnerin hat dann keinerlei Handhabe. Mehrfach haben in den vergangenen Jahren bereits lesbische Frauen gegen die diskriminierenden Regelungen geklagt und vor Gericht gewonnen, zuletzt betonte ein Gericht in Baden-Württemberg, dass hier von Seiten des Gesetzgebers dringender Handlungsbedarf bestehe – notfalls über das Bundesverfassungsgericht. 

Verfassungswidriges Verfahren

„Mehrere deutsche Gerichte halten das geltende Abstammungsrecht in diesem Punkt für verfassungswidrig. Ich würde mir wünschen, dass wir für sinnvolle Reformen des Familienrechts nicht erst warten, bis das Bundes­verfassungs­gericht uns dazu eine Aufforderung schickt“, so Hubig weiter. Eine Absage erteilte die Ministerin allerdings an die sogenannte „Verantwortungsgemeinschaft“, wie sie von ihrem Vorgänger Ex-Justizminister Marco Buschmann (FDP) angedacht worden war. Hubig betonte, dass die Idee nicht ausgereift gewesen sei. Auf Rückfrage in Gesellschaft und Wissenschaft habe sich gezeigt, dass „niemand dieses neue Rechtsinstitut braucht“, so Hubig. Sowohl Abstammungs-Reform wie auch Verantwortungsgemeinschaft konnte die ehemalige Ampel-Regierung in der letzten Legislaturperiode nicht umsetzen. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Neue Statistik von Pornhub

Vorlieben schwuler Jungs online

Eine Auswertung zum Pride Monat 2026 zeigt, welche Kategorien und Suchbegriffe bei schwulen Pornoinhalten weltweit besonders gefragt waren.
"Patriarchat muss brennen"

Kritik an martialischer Sprache

Der Christopher Street Day (CSD) in Freiberg sorgt mit seinem Motto „Farbe bekennen – das Patriarchat muss brennen" für Aufsehen.
Dating-Masche in Indien

Festnahmen nach Erpressung

Ein Mann in Indien soll über eine Dating-App in eine Falle gelockt, misshandelt und anschließend erpresst worden sein.
Bittere Zahlen

WM und der Einsatz für LGBTIQ+

Eine neue Auswertung zeigt: Gerade einmal acht der fast 1.300 Fußballer bei der laufenden WM setzen sich aktiv für LGBTIQ+-Themen ein.
Klage gegen queeren US-Verband

US-Agenda schreitet weiter voran

Die US-Regierung verschärft ihren Kurs gegen Organisationen, die Standards für geschlechtsangleichende Behandlungen entwickeln.
Kasachstan sperrt Webseite

Vorgehen gegen queere Gruppe

Kasachstan hat im Rahmen des neuen Anti-Homosexuellen-Gesetzes eine erste Webseite mit LGBTIQ+-Themen gesperrt.
Erneute Kritik an FIFA

Sind die eigenen Regeln egal?

Der britische Menschenrechtsaktivist Peter Tatchell wirft der FIFA vor, ihre eigenen Antidiskriminierungsregeln nicht konsequent durchzusetzen.
Verbot für Deepfakes

EU votiert für neue KI-Regeln

Die EU verschärft den Kampf gegen missbräuchliche KI-Anwendungen. Die queere Community ist uneins bei der Frage, ob das gut oder schlecht ist.