Direkt zum Inhalt
Starkes Signal der Vereinten Nationen

Starkes Signal der UN Für weitere drei Jahre gibt es bei den Vereinten Nationen das Amt des Unabhängigen Experten im Bereich LGBTIQ+

ms - 07.07.2025 - 12:30 Uhr
Loading audio player...

Ein positives Signal kommt von den Vereinten Nationen: Die UN hat heute Mittag das wichtige Mandat des Menschenrechtsexperten für sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität erneuert. Der UN-Menschenrechtsrat verlängerte das Mandat des unabhängigen Experten um weitere drei Jahre. 

Verpflichtung zum Schutz von LGBTIQ+

Die Verlängerung wurde von 1.259 Organisationen aus 157 Staaten und Territorien aus allen Regionen der Welt nachdrücklich befürwortet. Beim Voting stimmten dann 29 Personen dafür, 15 dagegen und drei Mitglieder des Gremiums enthielten sich. 

In einer gemeinsamen Presseerklärung von ILGA World, International Service for Human Rights (ISHR), Global Action for Trans Equality, ERA LGBTI Association for the Western Balkans and Türkiye, Caribbean Equality Project, OTD Chile, Equality Australia und der International Planned Parenthood Federation wurde dabei festgehalten: „Dank dieser Abstimmung bekräftigte der Menschenrechtsrat sein Engagement für die Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt gegen alle Menschen und erinnerte alle Staaten an ihre Verpflichtungen gegenüber Menschen mit unterschiedlichen sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten.“ 

Drei weitere Jahre im Einsatz gegen Gewalt 

Der Unabhängige Experte für den Schutz vor Gewalt und Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität (SOGI) hat die Aufgabe, die Umsetzung der internationalen Menschenrechtsnormen zu bewerten, Gewalt und Diskriminierung von LGBTIQ+-Personen zu untersuchen und Staaten, UN-Organisationen sowie weitere Gremien bei Problemen diesbezüglich zu unterstützen. Das Mandat hat derzeit der südafrikanische Wissenschaftler Graeme Reid inne. Die besondere Position innerhalb der Vereinten Nationen existiert seit 2016 und wird inzwischen von einer wachsenden Zahl von Staaten aus allen Regionen unterstützt. Die aktuelle Resolution zur Verlängerung des Mandats wurde von einer Kerngruppe aus sechs lateinamerikanischen Ländern (Brasilien, Chile, Kolumbien, Costa Rica, Mexiko und Uruguay) vorgelegt und von fünfzig Ländern aus allen Regionen mitgetragen.

Hoffnungsschimmer in schwierigen Zeiten

Julia Ehret, Exekutivdirektorin bei ILGA World, betonte dazu: „Die Erneuerung dieses Mandats ist ein Hoffnungsschimmer in einer Zeit, in der reaktionäre Kräfte weltweit versuchen, Fortschritte zu zerstören, die unsere Gemeinschaften so hart erkämpft haben. Ganz gleich, woher wir kommen, welche Hautfarbe wir haben oder welcher Glaube uns antreibt, wir können uns alle auf eine einfache Wahrheit einigen: Kein Mensch sollte Gewalt und Diskriminierung ausgesetzt sein – und da gibt es einfach keine Ausnahme.“

Seit der Einrichtung des Amtes haben drei aufeinanderfolgende Mandatsträger offizielle Besuche in elf Ländern durchgeführt und insgesamt siebzehn Berichte veröffentlicht, die Fälle von LGBTIQ+-Diskriminierung oder Kriminalisierung von Homosexualität festgehalten haben. Zudem versandten die bisherigen Experten Mitteilungen an 171 Staaten, um auf Menschenrechtsverletzungen im eigenen Land aufmerksam zu machen. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Brasilianer mutiger Vorreiter

Meilenstein für das Männer-Tennis

Beim diesjährigen Australian Open wird João Lucas Reis da Silva als erster offen schwuler Mann in den Qualirunden eines Grand-Slam-Turniers antreten.
Literaturfreiheit unter Druck

Zensurwelle schreitet vorran

In Utah sind 22 Bücher, darunter der bekannte Roman „Wicked“ von Gregory Maguire, aus allen öffentlichen Schulen entfernt worden.
Tod von Renee Nicole Good

Empörung zum Vorgehen der Behörden

Die Untersuchung des Todes von Renee Nicole Good, die von einem ICE-Beamten erschossen wurde, wird ausschließlich vom Bundeskriminalamt FBI geführt.
Ein Jahr Trump-Regierung

Erste Bilanz der LGBTIQ+-Community

Mehrere LGBTIQ+-Organisationen haben in den USA eine erste Bilanz nach einem Jahr Trump-Administration gezogen, dabei gibt es Licht und Schatten.
Opfer erstattet Anzeige

Mit Messer im Gesicht verletzt

Ein 19-jähriger Tänzer und Student, wurde zum Ziel einer schweren homofeindlichen Attacke in Genua, Italien.
Marvel Rivals und LGBTIQ+

Repräsentation der Community

Staffel 5 des kostenlosen Mobile-Games "Marvel Rivals" ist gestern online gegangen. Doch werden queere Charaktere inzwischen mehr eingebunden?
Homophobe Agenda in Ägypten

Diskriminierung und Online-Fallen

Outright International zieht ein bitteres Fazit über Ägypten: Angriffe, Repression, Diskriminierung und Online-Fallen im Bereich LGBTIQ+ nehmen zu.
Szenesterben in Österreich

Älteste Schwulenbar Wiens macht zu

Das Szenesterben ist in Deutschland wie auch in Österreich ein großes Problem. In Wien musste jetzt die älteste Schwulenbar der Stadt schließen.
Kardinal Timothy Radcliffe

Sexuelle Orientierung ist unwichtig

Der britische Kardinal Timothy Radcliffe erklärte, es gab bereits einen schwulen Papst. Homosexualität sei dabei gar nicht so wichtig, eher die Liebe.