Direkt zum Inhalt
Pride-Verbote am Idahobit

Polizei untersagt Pride-Events Aus Sicherheitsgründen stoppt die Polizei den CSD in Gelsenkirchen und eine Demonstration in Mönchengladbach

ms - 17.05.2025 - 15:40 Uhr
Loading audio player...

In Nordrhein-Westfalen wurden heute zwei LGBTIQ+-Veranstaltungen aufgrund einer Bedrohungslage abgesagt. Davon betroffen sind der CSD in Gelsenkirchen sowie eine angemeldete Demonstration zum heutigen Internationalen Tag gegen Homo-, Bi- und Transfeindlichkeit (IDAHOBIT) in Mönchengladbach – bei letzterem erlaubte die Polizei kurzfristig nur eine stationäre und abgesicherte Kundgebung.

Abstrakte Bedrohungslage 

In Gelsenkirchen wurde der Pride ganz kurz vor dem Start abgesagt, offenbar in Übereinstimmung zwischen Veranstalter und Polizei. Gegenüber msn erklärte ein Polizeisprecher: „Der Veranstalter hat sich am Samstag eigenständig dazu entschieden, den CSD kurzfristig abzusagen. Der Grund ist eine abstrakte Bedrohungslage.“ Weitere Details sind noch nicht bekannt, die CSD-Besucher sind heute am frühen Nachmittag enttäuscht wieder abgereist, zu besonderen Vorkommnissen oder Angriffen auf LGBTIQ+-Personen ist es nach bisherigen Angaben der Polizei nicht gekommen. Auch wer konkret hinter der Bedrohungslage stecken könnte, ist aktuell nicht bekannt. 

„Dramatische Zunahme“ von Bedrohungen

Sebastian Merkens, Landesgeschäftsführer und queerpolitischer Sprecher der Linken in Nordrhein-Westfalen, erklärte dazu: „Gleich zwei queere Veranstaltungen in NRW wurden von der Polizei wegen Sicherheitsbedenken ganz oder teilweise untersagt (…) Diese Ereignisse verweisen auf eine dramatische Zunahme queerfeindlicher Einstellungen, die viele queere Menschen auch in ihrem Alltag als Belästigung, Bedrohung und Gewalt erfahren. Die Linke solidarisiert sich mit allen Menschen, die von queerfeindlichen Aggressionen betroffen sind und fordert die schwarz-grüne Landesregierung auf, umgehend eine Strategie zu entwickeln, wie queeres Leben und queere Communitys in NRW wirksam geschützt werden können. Menschen, die in der gerade beginnenden CSD-Saison an den Prides teilnehmen wollen, müssen vor Bedrohungen, Angriffen und Gewalt geschützt werden.“ Merkens forderte von Innenminister Herbert Reul (CDU) zudem ein positives Bekenntnis zu den Pride-Veranstaltungen und eine Zusage, dass sein Ministerium alles dafür tun werde, dass „künftige queere Aktivitäten in den Städten und Gemeinden nicht wegen unklarer Sicherheitslage abgesagt werden“ müssen.  

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Zwangsarbeit wegen Gay-Story

Urteil wegen schwuler Fan-Fiction

Eine junge Autorin wurde in Russland zu 18 Monaten Zwangsarbeit verurteilt, weil sie schwule Fan-Fiction der K-Pop-Gruppe Stray Kids geschrieben hatte
EuGH stärkt Minderheitenrechte

24 Stunden Programm geplant

Der ungarische Fernsehsender Szivárvány TV, das erste LGBTQ‑Programm des Landes, steht unmittelbar vor dem Start.
Keine heile Welt?

Queere Kanadier in Not

Kanada war lange Zeit das Sinnbild für LGBTIQ+-Akzeptanz, ein neuer Bericht zeigt nun, dass viele queere Jugendliche massive Probleme haben.
Landesweite Signalwirkung

Religionsfreiheit vor Aufklärung

Eltern im Montgomery County, Maryland können laut Gerichtsurteil ihre Kinder künftig vom Schulunterricht zu LGBTIQ+-Themen abmelden.
Streit am Gartenzaun

Regenbogen vor US-Gericht

Ein lesbisches Paar verklagte jetzt ihre Heimatstadt Key West, deren Bürokraten ihnen verboten, den eigenen Gartenzaun in Regenbogenfarben zu bemalen.
Tödliche Messerstecherei

Mord an Universität in Washington

Eine 19-jährige trans* Studentin wurde an der Universität in Washington mit einem Messer ermordet, die Polizei fahndet derzeit nach dem Täter.
Neuer Anlauf in Colorado

Verbot von Homo-Heilungen

Nachdem der US-Supreme Court das Verbot von Konversionstherapien in Colorado gestoppt hat, hat die Regierung nun ein neues Gesetzesvorhaben vorgelegt.
Jubiläum in Italien

Zehn Jahre zivile Partnerschaft

In Italien wird zehn Jahre zivile Partnerschaft gefeiert. Nicht genug, betonen queere Verbände und fordern die gleichgeschlechtliche Ehe.
Rückenwind für Homo-Ehe

Unterstützung von UN-Gremien

Immer mehr Menschenrechtsgremien der Vereinten Nationen unterstützen die Gleichstellung homosexueller Ehepaare, so eine neue Studie.