Direkt zum Inhalt

Sieg vor Gericht in Brasilien Erstmals ist eine geschlechtsneutrale Bezeichnung in Dokumenten möglich

Von ms - 12.05.2025 - 15:00 Uhr
Sieg vor Gericht in Brasilien
Foto: iStock / aprott
ANZEIGE
Loading audio player...

Eine Sensation für queere Menschen in Brasilien: Erstmals erlaubte ein Gericht jetzt eine geschlechtsneutrale Bezeichnung in offiziellen Dokumenten, dem Personalausweis und auch der Geburtsurkunde. Das Oberste Gericht in der Hauptstadt Brasilia gab in seiner Entscheidung einer nicht-binären Person recht – die queere Community spricht online bereits von einem historischen Sieg. 

Sieg vor dem höchsten Gericht

Die Entscheidung wurde von dem fünfköpfigen Gremium des Obersten Gerichtshofs einstimmig gefällt, wie die Washington Post berichtet. Geklagt hatte eine nicht-binäre Person, die nach einer Hormonbehandlung zunächst beantragt hatte, eine Personenstandsänderung vom weiblichen auf das männliche Geschlecht vornehmen zu wollen. Später widerrief die Person allerdings ihren zuerst gefassten Beschluss und beantragte die Eintragung als nicht-binärer Mensch. Die Behörden kamen dieser Bitte nicht nach. 

Eine der Richterinnen am Obersten Gerichtshof, Nancy Andrighi, erklärte dazu: „Dieses menschliche Wesen muss sehr leiden. Sich einer Operation zu unterziehen, Hormone zu nehmen, das zu werden, von dem sie dachte, dass es gut für sie wäre, und dann festzustellen, dass es nicht der Fall war.“ Erstmals in der Geschichte Brasiliens bekommt die betroffene Person jetzt einen geschlechtsneutralen Ausweis. Der Name und weitere Details des Falles wurden aus Personenschutzgründen nicht veröffentlicht. 

Anzeige

Auch Interessant

Baywatch kehrt zurück

Kultstars treffen neue Gesichter

Die Kultserie „Baywatch“ kehrt im Januar 2027 mit Stephen Amell als Hobie zurück. Auch Stars der Originalserie sind wieder mit dabei.
Ein Eis löst Hass aus

Eskalation in England

Ein harmloses Foto zweier verheirateter Männer mit Eis löste in England massive homophobe Anfeindungen aus. Eine Eisdiele wehrt sich gegen den Hass.
Leere Kassen bei LGBTIQ+

Britische Verbände am Limit

Britische LGBTIQ+-Organisationen verlieren Fördermittel, während die Nachfrage nach Hilfe steigt. Viele Einrichtungen geraten an ihre Grenzen.
Rechte Gewalt in Niedersachsen

Acht Angriffe auf LGBTIQ+

In Niedersachsen dokumentierte eine Beratungsstelle für 2025 insgesamt 81 rechte Gewalttaten. Auch LGBTIQ+-Menschen geraten ins Visier.
Sportstars zeigen ihre Liebe

Olympische Vielfalt unter Druck

Mindestens 30 ehemalige Teilnehmer der Olympischen Jugendspiele sind LGBTIQ+. Ihre Geschichten stehen im Kontrast zur Verfolgung Schwuler im Senegal.
120 Jahre Luchino Visconti

Ein Leben voller Widersprüche

Vor 120 Jahren wurde Luchino Visconti geboren. Der schwule Regisseur prägte das Kino mit Filmen über Macht, Liebe und gesellschaftlichen Wandel.
Millionen LGBTIQ+-Schüler

Große Herausforderungen an Schulen

Mehr als elf Millionen Schüler besuchen Deutschlands Schulen, darunter auch rund 2,48 Millionen LGBTIQ+-Jugendliche. Viele erleben Mobbing und Angst.
Streit über US-Volkszählung

Keine Erfassung von LGBTIQ+-Daten

Die US-Regierung will bestimmte Fragen bei der Volkszählung 2030 verbieten. LGBTIQ+-Aspekte sind dabein "unerheblich". Kritiker warnen vor Folgen.
Gerechtigkeit nach 14 Jahren

Gericht stärkt Versammlungsfreiheit

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte verurteilte jetzt die Ukraine wegen eines Polizeieinsatzes gegen LGBTIQ+-Aktivisten im Jahr 2012.