Direkt zum Inhalt
Appell an die Bundesregierung

Appell an die Bundesregierung Der LSVD+ und weitere Menschenrechtsverbände fordern Fortführung der Hilfe für LGBTI*-Afghanen

ms - 18.10.2024 - 12:00 Uhr
Loading audio player...

Nach zwei Jahren Bundesaufnahmeprogramm Afghanistan (BAP) warnt der Verband Queere Vielfalt (LSVD+) zusammen mit sechs weiteren NGOs eindringlich vor einer Kehrtwende in der Politik. Jetzt sei, so der Verein, die letzte Chance gekommen, der humanitären Verpflichtung weiter gerecht zu werden. Die Bundesregierung plant, das Programm auslaufen zu lassen. 

Kapitulationserklärung der Ampel

Ob und wie das BAP wirklich weitergeführt wird, ist derzeit offen – bei den laufenden Verhandlungen um den Bundeshaushalt 2025 wird sich zeitnah zeigen, ob das Projekt weiterfinanziert wird oder nicht. Dr. Jörg Hutter aus dem Bundesvorstand des LSVD+ dazu: „Dass die Bundesregierung im Juli erklärt hat, kein weiteres Geld mehr für das Bundesaufnahmeprogramm ab 2025 zur Verfügung zu stellen, ist nichts anderes als eine Kapitulationserklärung! Das Bundesaufnahmeprogramm ist ein innovatives Konzept für reguläre Migration, das nachweislich Leben rettet. Das Programm muss weitergeführt werden. LSBTIQ* sind mit am stärksten von den Taliban verfolgt: Die Taliban werden genau das machen, was sie angekündigt haben – die Betreffenden nach ihrer zwangsweisen Rückkehr internieren und töten: durch Folter, Steinigungen und lebendiges Begraben unter Mauern.“

Werden LGBTI*-Menschen im Stich gelassen?

Zum aktuellen Stand erklärt Hutter weiter: „Hunderten queeren Menschen wurden bereits eine Aufnahme offiziell in Aussicht gestellt. Ihnen hat Deutschland sein Wort gegeben. Ein Ende des BAP würde die Leben dieser Menschen kosten. LSBTIQ*-Personen stellen leider nur einen sehr kleinen Teil der humanitären Aufnahmen aus Afghanistan dar. Trotzdem ist es umso wichtiger, dass das Programm jetzt unbedingt fortgesetzt wird. Das Bundesaufnahmeprogramm für Afghanistan vorzeitig zu beenden, würde zudem einer Steilvorlage für Rechtsaußen gleichen.“

Zu den zentralen Forderungen nebst der vollumfänglichen Weiterführung des BAPs gehört auch die Einhaltung des gesteckten Ziels, 1.000 gefährdete Personen pro Monat aus Afghanistan aufzunehmen, darunter auch LGBTI*-Menschen, denen vor Ort oftmals Inhaftierung, Folter und Tod durch die Taliban droht. 

Der Forderung haben sich die Organisationen Artistic Freedom Initiative, die Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer, das International Rescue Committee (IRC) Deutschland, die  Kabul Luftbrücke, die MISSION LIFELINE International sowie move on - menschen.rechte Tübingen und TERRE DES FEMMES angeschlossen. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Prides in Europa unter Druck

Mehr Hass und weniger Geld

Prides in Europa erleben zunehmend mehr Hass bei zeitgleicher Reduzierung der Finanzen, so der neue EPOA-Bericht.
Trans Pride Istanbul

Polizei löst Demo brutal auf

Beim Istanbul Trans Pride March sind mindestens zehn Menschen festgenommen worden, darunter auch zwei Journalisten.
Angriffe in Äthiopien

Schwuler Journalist attackiert

Selbstjustiz und Hetzjagden auf Schwule nehmen in Äthiopien deutlich zu, zuletzt wurde ein bekannter schwuler Journalist zum Opfer eines brutalen Mobs
Wahlverhalten in Amerika

Gespaltene Einstellungen in den USA

Jeder dritte US-Wähler wünscht sich Politiker, die sich gegen LGBTIQ+ aussprechen. Dabei ist LGBTIQ+ allerdings so gut wie nie wahlentscheidend.
Angriff nach WM-Partie

Deutscher Fan in Toronto verletzt

Ein deutscher Fußballfan berichtet von einem mutmaßlich homophoben Übergriff nach dem Besuch eines WM-Spiels in Kanada.
Festnahme in Thailand

Adult-Creator inhaftiert

Ein südkoreanischer Content-Creator von Erwachsenen-Inhalten ist in Thailand wegen expliziter Online-Inhalte und Drogenbesitzes festgenommen worden.
Italienische Pride-Kampagne

Video-Clip berührt hoch emotional

Ein Pride-Video eines italienischen Immobilienportals sorgt mit einer sehr emotionalen Geschichte über Akzeptanz für große Resonanz im Netz.
Anti-LGBTIQ+-Gesetze weltweit

Religiöser Einfluss ist prägend

Die weltweite Verteilung von Staaten mit Anti-Homosexuellen-Gesetzen verschiebt sich zunehmend zwischen Christentum und Islam.
Homosexuelle Veteranen

Entschädigungsfrist läuft ab

Mehr als 1.000 homosexuelle Veteranen könnten in Großbritannien trotz Anspruchs auf Entschädigung leer ausgehen, weil die Antragsfrist bald endet.