Direkt zum Inhalt
Eklat um Barbie-Film

Eklat um Barbie-Film Jugendlicher Mob verhindert Open-Air-Vorführung in Frankreich

ms - 14.08.2025 - 11:00 Uhr
Loading audio player...

Kaum zu glauben aber wahr: Auch zwei Jahre nach der Uraufführung sorgt der „Barbie“-Film noch immer für Schlagzeilen. 2023 war der Komödienhit bereits „zum Schutz der Familie“ in einigen Ländern verboten worden, darunter Libanon, Kuwait, Katar und Algerien. Nun musste eine Vorführung des pinken Powerfilms in Frankreich abgesagt werden. Der Grund: Eine Gruppe von Jugendlichen drohte massiv Gewalt an, denn der Film „werbe für Homosexualität“. 

Film zu schwul für Frankreich?

Der Vorfall ereignete sich in Noisy-le-Sec, einer französischen Kleinstadt mit rund 50.000 Einwohnern in der Île-de-France nahe Paris – als kostenloses Open-Air-Kino sollte der Hollywood-Blockbuster dort gezeigt werden; vorab hatten die Einwohner der Stadt darüber abgestimmt, welchen Film sie sehen wollen. Beim Aufbau für das Freiluftkino wurden mehrere städtische Angestellte dann allerdings massiv von Jugendlichen bedroht. Sie würden die Vorführung mit allen Mitteln verhindern und gegebenenfalls auch die Ausrüstung zerstören, so der Mob weiter. Begründung: Der Film befürworte Homosexualität und verletze die Integrität der Frau. Die Situation spitzte sich immer weiter zu, bis die städtischen Mitarbeiter den Bürgermeister informierten, der daraufhin entschied, die Veranstaltung ganz abzusagen. 

Politischer Fundamentalismus 

Der Vorfall sorgt inzwischen landesweit für Empörung. Die französische Kulturministerin Rachida Dati sprach auf X von einem „schwerwiegenden Programm-Eingriff“ – Familien und Kindern würden so von einer kulturellen Aktivität ausgeschlossen. Dati betonte, dass rechtliche Schritte gegen die Minderjährigen geprüft würden. Bürgermeister Olivier Sarrabeyrouse erklärte, er bedauere, dass „eine kleine Gruppe aus dem Viertel unter dem Druck eines Einzelnen ihre Energie darauf verwendet hat, die Vorführung dieses Films zu verhindern.“ Des Weiteren sprach Sarrabeyrouse von einem „politisch motivierten Obskurantismus und Fundamentalismus.“ 

Religiöser Islamismus?

Details über die gewaltbereite Jugendgruppe wurden nicht publik. In den sozialen Medien wird dem Bürgermeister indes inzwischen vorgeworfen, das Problem von Islamismus nicht explizit nennen zu wollen. Senatorin Valérie Boyer (UMP, Les Républicains) aus dem Département Bouches-du-Rhône bekräftigte außerdem, Sarrabeyrouse unterwerfe sich „islamistischen religiösen Fundamentalisten, die eine starke und wirksame soziale Kontrolle ausüben.“ Ähnliche Anschuldigungen kamen von der rechtspopulistischen Partei Rassemblement National, die von einer „Talibanisierung bestimmter Regionen“ in Frankreich sprach.

Die US-Satire „Barbie“ von Regisseurin Greta Gerwig mit Margot Robbie und Ryan Gosling in den Hauptrollen war mit einem weltweiten Einspielergebnis von rund 1,4 Milliarden US-Dollar der erfolgreichste Film des Jahres 2023 – und ist der kassenstärkste Film in der Geschichte der Warner Bros. Studios noch vor Harry Potter. Die Verkäufe von Barbie-Spielzeug stiegen in dieser Zeit ebenso um 27 Prozent an. Seit dieser Woche ist der Film bei Netflix im Streaming-Abo in Deutschland zu sehen. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Staffel 3 für Heated Rivalry?

Neue Details von Regisseur Tierney

Freudige Nachricht für alle Fans von "Heated Rivalry": Offenbar wird intern bereits an einer dritten Staffel gearbeitet, Staffel 2 erscheint 2027.
Filmfestival Cannes 2026

Viele queere Filme im Programm

Im Mai kämpfen viele queere Filme um die begehrte Palme d'Or beim Filmfestival in Cannes, jetzt wurden alle Teilnehmer bekannt gegeben.
Akzeptanzverlust in Community

Betroffen sind asexuelle Menschen

Das Gefühl von Akzeptanz ist innerhalb der asexuellen Community im letzten Jahr stark gesunken, so das Ergebnis einer neuen Studie.
30 Jahre "Day of Silence"

Mobbing von LGBTIQ+-Schülern

Der "Day of Silence" feiert in den USA 30-jähriges Jubiläum und soll den Fokus auf das Mobbing von LGBTIQ+-Schülern richten.
Bunter Widerstand in Miami

Regenbogen aus Pflastersteinen

Miami rebelliert mit einem Regenbogen aus Pflastersteinen im Park gegen die skurrilen Verbote von Floridas Gouverneur DeSantis.
Neues Verbot im Profisport

Dart-Verband sperrt trans* Frauen

Der größte Dart-Verband PDC hat jetzt trans* Frauen von Frauenwettkämpfen ausgeschlossen und betont geschlechtsspezifische Unterschiede.
Dating-Masche in der Schweiz

Hohe Haftstrafen für Kriminelle

Zwei junge Männer wurden in der Schweiz jetzt zu hohen Haftstrafen verurteilt, sie hatten schwule Männer bei vorgetäuschten Dates brutal ausgeraubt.
Neues Verbot in Russland

Menschenrechtsorganisation Memorial

Ein russisches Gericht hat jetzt die bekannte Menschenrechtsorganisation Memorial verboten; der Verein setzte sich auch für LGBTIQ+ ein.
Hassverbrechen in Bremen

Verdopplung Angriffe auf LGBTIQ+

In Bremen haben sich die Fälle von Hasskriminalität gegenüber queeren Menschen binnen eines Jahres verdoppelt, wie Innensenatorin Högl jetzt mitteilte